Verkehrsanbindung

Gewerbegebiet Stork: Streit dreht sich um den neuen Kreisel

Der Baufortschritt für das Gewerbegebiet am Stork bzw. den Gewerbepark Schwelmer Straße in Wetter aus der Drohnen-Perspektive: Der Kreisel an der B234 in Volmarstein ist seit dem 15. September fertig, da verschwanden die Baustellen-Ampeln.

Der Baufortschritt für das Gewerbegebiet am Stork bzw. den Gewerbepark Schwelmer Straße in Wetter aus der Drohnen-Perspektive: Der Kreisel an der B234 in Volmarstein ist seit dem 15. September fertig, da verschwanden die Baustellen-Ampeln.

Foto: Jens Pommerenke

Wetter.  Der Kreisverkehr als neue Zufahrt zum künftigen Gewerbepark Schwelmer Straße in Wetter erhält vorerst keine Anbindung für Radfahrer und Fußgänger

Gleich dreimal tauchte in den letzten Tagen das Thema Fuß- und Radweg-Anbindung zum entstehenden Gewerbegebiet am Stork in Volmarstein auf. Zunächst in der Facebook-Gruppe „Du bist Wetteraner wenn“, dann im Gespräch der Lokalredaktion mit der Stadtverwaltung zur Nachfrage von Firmen und schließlich in der Online-Diskussion der beiden Bürgermeister-Kandidaten vor der Stichwahl.

Zur Sachlage: Auf der Schwelmer Straße ist seit wenigen Tagen der neue Kreisverkehr fertig. Von dort und dementsprechend über die B234 sollen künftig vor allem Lkw in den neuen Gewerbepark abbiegen können. Derzeit laufen noch Arbeiten an der dazugehörigen Zufahrt, konkret: Die Straße Vordere Heide erhält in ihrer nördlichen Verlängerung eine Anbindung zur B234. Während neben dem Berufsbildungswerk Volmarstein auch ein neuer Fußweg (Einschränkung: dieser endet nicht am Kreisel, sondern geht bis zum Abzweig in die Straße Auf den jungen Eichen) entsteht, haben die Planer in jenem Raum keine weiteren Strecken für Radfahrer vorgesehen.

Kritik auf einer Facebook-Seite

Das sorgte für eine kontroverse Diskussion inklusive Kritik auf besagter Facebook-Seite. Kommentatoren aus Wetter schrieben einerseits, dass es ja seit Jahren und derzeit keinen Fußweg dort an der Bundesstraße gibt. Gegenargument: Da nun Bauarbeiten laufen, wäre doch jetzt eine Verbesserung für Fußgänger oder Radfahrer möglich. Andere beklagten, dass bei dem Vorhaben anscheinend der Mensch keine Rolle spiele. „Realer Irrsinn“ und ein Fall für das TV-Satireformat Extra3 wäre diese Planung, meinte jemand.

Während Bürgermeister Frank Hasenberg im Online-Duell mit Herausforderin Karen Haltaufderheide kurz auf dieses Thema eingehen konnte, klärten Vertreter der Stadt Wetter und des Stadtbetriebs die Redaktion vor dieser Debatte auf. Und verwiesen zunächst auf Zuständigkeiten. Da es sich dort an der Stadtgrenze Gevelsberg (Silschede ist nur ein paar Meter entfernt) bei der B234 um eine Bundesstraße handelt, kommt der Landesbetrieb Straßen NRW ins Spiel. „Der weiß, dass wir uns dort einen Radweg bis Grundschöttel wünschen“, hieß es im Rathaus. Mit Blick auf das vorliegende Alltagsradwegekonzept für Wetter sei es zu befürworten, dass neben der Schwelmer Straße auch etwas für Pedaltreter entstehe. „Für die bauliche Umsetzung gibt es momentan aber keine zeitlichen Angaben.“ Sollte es dort eines Tages – wie befürwortet – einen neuen Radweg geben, lasse sich dieser mit wenig Aufwand zwischen Kreisverkehr und Gewerbepark anschließen.

Anders stuft die Stadtverwaltung in Wetter das Thema Fußgängerweg ein. Mangels Fortführung auf der B234 reiche der neue Bürgersteig entlang der Vorderen Heide aus. Inklusive der Straßen Am Grünewald und Auf den jungen Eichen lasse sich somit das Berufsbildungszentrum schon bald per pedes umrunden.

Fuß- und Radwegeanbindung bedacht

Wie aber sieht es im künftigen Gewerbepark selbst aus? Müssen Mitarbeiter von Firmen, die sich dort ansiedeln können, allesamt mit dem Auto zum künftigen Standort fahren? Nein, so die klare Antwort von Stadtbetrieb und Verwaltung. „Die Fuß- und Radwegeanbindung soll – so steht es auch in den Planungsunterlagen – über die Straßen Am Stork, Grünewald und Oberberger Weg erfolgen.“ Also quasi von der anderen Seite, zumal dort ja auch das Schöllinger Feld in Reichweite sei. Dieses ist ja bereits durch einen Tunnel unter der Autobahn mit dem Oberberger Weg verknüpft. Innerhalb des künftigen Gewerbegebiets entstehen sowohl Parkplätze für Autos als auch Gehwege.

Heißt also: Die Planer haben nach ihrer Einschätzung bei der Fuß- und Radwegeanbindung des Unternehmer-Areals gewissermaßen die sichere Variante gewählt. Denn während der Landesbetrieb noch keine Perspektive für Verkehrsausweitungen auf der B234 nennen könne, existieren bereits Anschlüsse auf der östlichen Seite.

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