Kunst

Günter Pollex stellt 40 Bilder beim Verein Artenreich aus

Ausstellung im Kunstraum auf Zeit in Wetter: Wolfgang Wehmeier (links) vom Verein Artenreich freut sich auf die Bilder von Günter Pollex, den viele als Basketballer aus Hagen kennen

Ausstellung im Kunstraum auf Zeit in Wetter: Wolfgang Wehmeier (links) vom Verein Artenreich freut sich auf die Bilder von Günter Pollex, den viele als Basketballer aus Hagen kennen

Foto: Franziska Hoppen

Wetter  Abstrakte Bilder vom Hagener Maler Günter Pollex sind ab 5. November im „Kunstraum auf Zeit“ zu sehen. Die neue Vernissage zeigt circa 40 Bilder.

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Fünf bis sechs Mal pro Woche trainieren, ein bis zwei Spiele oben drauf, bis hin zur Bundesliga. Günter Pollex war in der Stadt Hagen, eine der deutschen Hochburgen des Basketballs, von 1969 bis 2001 ein gefragter Spieler und Trainer. Tagsüber hat er in der Stadtverwaltung gearbeitet, in hohen Positionen. Erfolgreicher Sportler und strukturierter Bürokrat: Wie passt das mit Kunst zusammen? Wenig – und genau das ist der Punkt. Malen ist für Pollex „die andere Seite“.

Schon immer, sagt Pollex (Jahrgang 1952), habe er sich zur Kunst hingezogen gefühlt. In den Museum verschlug es ihn vor allem in die Abteilung der abstrakten Kunst. „Das war wie ein Magnet.“ Doch so durch- und ausgeplant, bietet sich zunächst keine Möglichkeit, vielleicht auch kein Grund, diese Passion weiterzuverfolgen.

Bild kommuniziert

Nach vielen Jahren kam dann in 2011 der Umschwung. „Das war eine Bauchentscheidung: da mussten die Emotionen raus, haben sich ihre Bahnen gebrochen.“ Pollex muss malen, beginnt in seiner Eile mit Zeichenblock und Wachsmalstiften, experimentiert. Prinzip Versuch und Irrtum. Unterricht hatte er keinen, bis auf ein halbes Jahr Kunstschule, in der er sich für die Werke Gerhard Richters interessierte, denen manche seiner Bilder auch heute fast ein bisschen ähneln.

Erst malte Pollex im Keller, seit 2011 schwingt er den Spachtel im Hagener Kunst- und Atelierhaus, und zwar mit Acryl und Öl. Zunächst entscheidet sich Pollex für ein bis zwei Farben, grundiert, spachtelt, trägt ab, die Farben verlaufen unkontrolliert. „Gewollter Zufall“ nennt Pollex das.

Dabei ist ihm der Prozess fast wichtiger als das Produkt. Er malt nicht aus dem Kopf heraus, in dem ein fertiges Bild sitzt, sondern aus dem Bauch. Er kommuniziert mit den Farben und Formen, akzeptiert den Zufall. „Man muss es geschehen lassen“, sagt der Künstler. Immer wieder betrachtet Pollex, was sich auf der Leinwand entwickelt, reflektiert neu. Das dauert manchmal Wochen, manchmal Monate.

Lange war Pollex sich nicht sicher, ob er seine Arbeit mit der Öffentlichkeit teilen will. Doch sein Umfeld ließ nicht locker. Schließlich dachte auch Pollex: „Einmal im Leben eine eigene Vernissage!“ Diese Möglichkeit erhält der Hagener nun in Wetter beim Verein Artenreich. Dort beginnt bereits der Umbau: alte Bilder ab, neue an die Wand, das Licht zurechtrücken. Mit den großen Räumlichkeiten im Kunstraum auf Zeit in der Kaiserstraße 93 ist Pollex zufrieden. „Man kann auch mal ein paar Meter von dem Bild wegtreten, es auf sich wirken lassen.“

Pollex freut sich besonders auf die Reaktionen, ob und was die Bilder bei den Betrachtern auslösen. „Das ist oft etwas völlig anderes als das, was der Künstler sich dachte.“ Um die Wirkung des Bildes und die Interpretation nicht einzuschränken, hat Pollex kaum Titel vergeben. Um sich mit den Besuchern zu unterhalten, wird Pollex während der gesamten Ausstellung anwesend sein. „Man hinterfragt sich über das Publikum selbst.“ Konkrete weitere Pläne hat er, bis auf eine spätere Ausstellung in Bochum, nicht. „Wenn die Gefühle verblassen, ist das okay.“ Aber bis dahin spachtelt Pollex weiter.

Belebung der Stadt Wetter

Der Kunstverein Artenreich sieht in der Ausstellung auch eine Möglichkeit, mehr Menschen von außerhalb auf die Stadt Wetter aufmerksam zu machen, die Innenstadt zu beleben. „Wir bemühen uns, kulturell etwas anzubieten. Bis jetzt klappt das ganz gut“, sagt Wolfgang Wehmeier, Organisator des Projekts. So kämen vor allem auch Besucher aus Witten und Herdecke, hoffentlich bald noch mehr.

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