Gericht

Haftstrafe für Wetteraner nach betrügerischen Geschäften

Unterlagen werden in den Gerichtssaal gebracht – im Fall des Wetteraners stand am Ende des Prozesses eine Haftstrafe.

Foto: Kerstin Kokoska

Unterlagen werden in den Gerichtssaal gebracht – im Fall des Wetteraners stand am Ende des Prozesses eine Haftstrafe.

Wetter.   Die entstandenen Schäden sind eher gering, aber wegen der Vielzahl der Taten sah Richter Dr. Johannes Kuhn keinen Raum für eine Bewährungsstrafe.

Er sollte ins Gefängnis. Doch der 35-jährige Wetteraner dachte gar nicht daran, sich zu stellen, beging vielmehr weitere Betrugsdelikte und stand deshalb nun vor dem hiesigen Amtsgericht. Dort präsentierte er sich nicht nur geständig, sondern auch geläutert.

Er stand buchstäblich auf der Straße, sollte sich stellen und konnte sich dennoch nicht dazu aufraffen, das zu tun, was ohnehin unvermeidbar war. Im Gegenteil: Der 35-Jährige beschaffte sich in dieser Zeit im Herbst vergangenen Jahres mit betrügerischen eBay-Geschäften Geld, um wenigstens einigermaßen über die Runden zu kommen. Konkret verkaufte er drei Mal eine Webcam, kassierte dafür Beträge um die 30 Euro und lieferte nichts. In einem weiteren Fall blieb es dank PayPal beim Versuch.

„Das stimmt alles, was mir vorgeworfen wird“, bekundete er nun im Prozess. Mit den Taten habe er sich „ein bisschen über Wasser halten“ wollen. Damals habe er den Haftantritt schlicht und ergreifend etwas rausgezögert. Die Webcam, die er mehrfach anbot, habe er tatsächlich besessen – allerdings nur eine, und die habe er an jemanden verkauft, der sie auch abgeholt habe. Nun plane er eine Therapie, um der Spielsucht entgegenzutreten. „Ich will meine Familie nicht verlieren“, betonte der 35-Jährige mit Blick auf Frau und Kind, die im Gerichtssaal saßen.

Zahlreiche Vorstrafen

Das Geständnis und der Wille, seine Situation zu ändern, sprachen letztlich sicherlich ebenso für den Mann aus Wetter wie die Tatsache, dass die angerichteten Schäden eher gering ausfielen. Auf der anderen Seite standen jedoch die zahlreichen einschlägigen Vorstrafen und die Vielzahl der aktuellen Taten, denen Richter Dr. Johannes Kuhn Seriencharakter bescheinigte. Zumal sie der Angeklagte im Angesicht einer anstehenden Haftstrafe beging. Raum für eine Bewährungsstrafe sah Richter Dr. Johannes Kuhn unter den Voraussetzungen keinesfalls. Er verurteilte den Wetteraner zu weiteren drei Monaten Haft, die er auch verbüßen soll. Diese Zeit, so Kuhn, solle der 35-Jährige zum Nachdenken nutzen. „Gehen Sie in sich, sammeln Sie nicht noch mehr.“ Sein Gegenüber parierte umgehend: „Wie gesagt, ich arbeite an mir.“

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