Frauenstift

Heimatforscher in Sorge um historischen Stein am Hengsteysee

Dieser historische Stein wurde bei der Ausbaggerung vom Hengsteysee versetzt: Dieses Zeichen (SH und ein Fisch) signalisierte früher die Fischereirechte vom Stift Herdecke. Der Stein steht heute verdeckt am Ufer

Dieser historische Stein wurde bei der Ausbaggerung vom Hengsteysee versetzt: Dieses Zeichen (SH und ein Fisch) signalisierte früher die Fischereirechte vom Stift Herdecke. Der Stein steht heute verdeckt am Ufer

Foto: Ruhrverband

Herdecke.  Am Hengsteysee steht ein historischer Stein, der einst das Fischereirecht des Herdecker Frauenstifts anzeigte. Nun wurden dort Schäden entdeckt.

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Spannende Geschichte, sorgenvoller Blick: Am Hengsteysee steht an versteckter Stelle noch ein historischer Stein, der früher sowohl die Fischereigrenze markierte als auch die Erlaubnis (Fiskery-Recht) abbildete. Und zwar im konkreten Fall für das frühere Stift Herdecke, das darauf mit „S:H“ abgekürzt ist. Zudem ziert ein eingemeißeltes Fisch-Symbol die Stele.

Allerdings ist dieser Grenzstein nicht mehr im allerbesten Zustand. Heimatforscher Peter Arnold entdeckte nach einem Hinweis eines Bürgers, dass der obere Teil Schäden aufweist. Ob diese durch mutwilligen Vandalismus oder durch Grünschnittarbeiten entstanden – unklar. Jedenfalls hofft der Herdecker, dass sich beispielsweise jemand von der Denkmalbehörde oder vom hiesigen Heimat- und Verkehrsverein um die Angelegenheit kümmert. „Es darf nicht sein, dass da noch mehr kaputt geht“, so Arnold. Ihm schwebt eine kleine Schutzvorrichtung vor.

Zu sehen ist heute nur noch ein kleiner Teil des Steins. In seiner gesamten Höhe von rund einem Meter kam er beim Bau des Hengsteysees zum Vorschein. Bei der Auskofferung dieses Stausees (um 1927) entdeckten Bauarbeiter diese Erinnerung an das Herdecker Frauenstift. Der verantwortliche Ruhrverband versetzte den Stein 1929 um einige Meter und drehte ihn um 180 Grad, damit aufmerksame Passanten am Ufer auch künftig die Initialen und das Fischrelief sehen könnten.

Fischerei-Recht auch für Niedernhof

Sicher ist, dass dieser Grenzstein nicht der einzige seiner Art war bzw. ist. Auch das Rittergut Niedernhof beispielsweise besaß ein Fischereirecht. Jenes des Frauenstifts, das bis Januar 1812 existierte, reichte entlang der Ruhr bis nach Wetter. So steht es in dem Buch „Historische Herdecker Höfe“ von Tanja Münch und Wolfram Mellinghaus. Demnach symbolisiere der Fisch zudem zwei dort schwimmende Arten, Forelle und atlantischer Lachs. Die waren früher in der Ruhr zahlreich vertreten, bevor die Industrie die Bestände auslöschte, ehe sich die Bachforelle wieder ansiedelte und es in der Gegenwart auch Anzeichen für die Rückkehr des Lachses gibt.

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