Soziales

Helfer wollen Obdachlose im EN-Kreis ins Licht rücken

Holger Brandenburg hilft obdachlosen und armen Menschen im Kreis. Das mit Spenden finanzierte Fahrzeug rolle fast jede Nacht durch die Straßen und versorge Helferteams des Vereins. Hier steht es in Wetter.

Holger Brandenburg hilft obdachlosen und armen Menschen im Kreis. Das mit Spenden finanzierte Fahrzeug rolle fast jede Nacht durch die Straßen und versorge Helferteams des Vereins. Hier steht es in Wetter.

Foto: Jana Peuckert

Wetter/Ennepe-Ruhr.  Auch in Wetter und in Herdecke: Teams des Vereins Unsichtbar streifen durch Straßen, sprechen Bedürftige an und bieten Lösungen für Probleme.

„Wir helfen im Hier und Jetzt, ohne nach dem Wenn und Aber zu fragen“, beschreibt Holger Brandenburg, 1. Vorsitzender, das Vorgehen der Mitglieder und Helfer des 2015 gegründeten Vereins Unsichtbar. Im Fokus stehen obdachlose und arme Menschen.

Auf der Suche nach Betroffenen streifen die Helfer in Vierergruppen durch die Straßen des Ennepe-Ruhr-Kreises. Ein Helfer spricht mit den Obdachlosen, eine Person hat die Umgebung im Blick, um die Sicherheit der Gruppe zu gewährleisten. Das Team erfragt, ob es akute Probleme gibt und überlegt sich schnelle Lösungen.

Mal ist es ein heißes Getränk, mal kaufen die Helfer dem Betroffenen neue Kleidung. Oft handele es sich um neues Schuhwerk. Das sollte nicht gebraucht sein, da Schuhe bei Obdachlosen Höchstleistung erbringen müssten, so Holger Brandenburg. Dafür sollten sie richtig passen und lange halten. „Kleiderspenden nehmen wir nicht an und verteilen sie auch nicht“, erklärt Brandenburg. Auch Lebensmittel würden vom Verein nicht gesammelt und verteilt. „Wir brauchen Geldspenden. Wir können mit Kleider- und Lebensmittelspenden nichts anfangen“, wird Brandenburg deutlich.

SOS-Kapseln für den Notfall

Die Spenden würden momentan zu 20 Prozent für die Verwaltung des Vereins und damit unter anderem für die Miete des Lagers in Gevelsberg verwendet. 80 Prozent gingen an die Bedürftigen. Von einem Teil des Geldes werden TOMs angeschafft. Dabei handelt es sich um Taschen für Obdachlose mit Hygieneartikeln wie Zahnbürsten sowie neu gekaufter Unterwäsche und Socken. Ein weiteres Projekt, bei dem Holger Brandenburg Ideengeber war, sind SOS-Kapseln, die deren Besitzer immer bei sich trägt. In den kleinen wetter- und stoßfesten Gefäßen mit Schraubverschluss befinden sich Zettel mit Namen, Blutgruppe, Erkrankungen, Allergien und einzunehmende Medikamente der Obdachlosen. Das soll helfen, wenn der Betroffene hilflos aufgefunden wird.

Ebenfalls durch Spenden finanziert werden Schlafsäcke, Isomatten und Regenumhänge. Im Oktober konnte der Verein durch zweckgebundene Spenden ein Fahrzeug anschaffen. „Der Wagen rollt fast jede Nacht durch die Straßen“, erklärt Brandenburg. Es versorge die umherlaufenden Teams. Schon bald soll es im Kofferraum eine Vorrichtung geben, in der heißes Wasser für Kaffee, Tee und Suppe transportiert werden kann. Holger Brandenburg ist stolz auf seine Helfer, die mit derselben Leidenschaft wie er selbst getreu dem Motto handeln: „Schau nicht weg, sondern geh mit Respekt und Empathie auf die Menschen zu, egal, in welcher Lage sie sind.“

Ingo Isemann (Beisitzer im Vorstand) und Mandy Drenhaus kümmern sich um die Koordination der Straßenteams. Beate Wachsmann setzt Ideen für Projekte wie die Kapseln um und organisiert Flohmärkte für den Verein. Carmen Beeckmann ist Kassiererin. Schirmherrin ist Marie Rohleder, Inhaberin einer Chocolaterie und Brasserie in Schwelm. Sie trat die Nachfolge des SIHK-Präsidenten Ralf Stoffels an, der für sie die Schirmherrschaft abgegeben habe, so Brandenburg. Der Vereinsname Unsichtbar kommt nicht von ungefähr. Obdachlose und Arme würden von vielen nicht beachtet. „Wir möchten diese Menschen sichtbar machen.“ Dafür hält der Verein auch Vorträge an Schulen, und ein Buch mit Erlebnissen der Teams ist ebenfalls geplant.

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