Ehrung

Herdecke: Auszeichnung für Redakteur Klaus Görzel

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In der Dörken-Galerie überreicht der Kunstverein Lünen mit dem Vorsitzenden Georg Almus (rechts) den Förderpreis an Redakteur Klaus Görzel. 

In der Dörken-Galerie überreicht der Kunstverein Lünen mit dem Vorsitzenden Georg Almus (rechts) den Förderpreis an Redakteur Klaus Görzel. 

Foto: Yvonne Held

Herdecke.  Ehre, wem Ehre gebührt, sagt der Volksmund. Doch dieser Preisträger hat die Auszeichnung in der Dörken-Galerie besonders verdient.

Es war ein ganz besonderer Abend am Dienstag in der Dörken-Galerie. Der Kunstverein Lünen hatte zur Verleihung des Förderpreises eingeladen. Die Hauptperson, der diese Ehre zuteil wurde, ist allen Lesern dieser Zeitung bekannt – Lokalredakteur Klaus Görzel durfte den Preis für seine Berichterstattung entgegennehmen.

Georg Almus, Vorsitzender des Kunstvereins Lünen, würdigte in seiner kurzen Laudatio Klaus Görzel für seine „kenntnisreiche und vom jeweils herrschenden Zeitgeist unabhängige journalistische Arbeit. Seine besonnene wie eindringliche Berichterstattung nicht nur zum Kulturgeschehen, sondern auch zum gesellschaftlichen Bereich seiner Region zeichnet ihn aufgrund seines Einfühlungsvermögens, seiner Sprachkultur und Intelligenz aus“, so Almus. Dass diese lobenden Worte sich nicht nur auf einen Artikel beziehen, ist ganz klar, jedoch in diesem konkreten Fall wurde Klaus Görzel für seine Berichterstattung zum Haus Ende und dessen Auftraggeber Robert Müser geehrt, der im September des vergangenen Jahres in der Zeitung erschien. „Görzel verbindet meisterhaft Historisches und Journalistisches und wird durch seine Beobachtung zum sensorischen Sonderkorrespondenten der Stadt, wodurch sie auch lebendig wird“, fährt Almus fort.

Große Freude

Der Preisträger selbst zeigte sich ob der Lobeshymnen gerührt und bescheiden. „Was auf der Einladungskarte zu dieser Veranstaltung über mich steht, hätte ich im Entferntesten nicht von mir behauptet. Ich wäre puterrot geworden, wenn ich mich selbst so gelobt hätte“, gab Görzel zu. Obwohl er in der Vergangenheit bereits Erfahrungen mit selbst geschriebenen Beurteilungen gesammelt hat, wie er die Anwesenden wissen ließ, als es um seine Bewerbung um ein Volontariat ging. „Ich nehme natürlich hin, was da jetzt über mich gesagt und geschrieben worden ist – und: Ich freue mich riesig“, fügte er hinzu.

Dass die Preisverleihung für ihn überraschend kam, gibt er unumwunden zu. „Als ich gehört habe, dass ich einen Preis bekommen soll für diesen Artikel, habe ich ihn mir noch mal hervorgeholt. War er wirklich so besonders, dass er eine besondere Reaktion verdient hat?“, fragte der Redakteur sich selbstkritisch. Er kam zu dem Schluss, dass dieser Artikel weniger besonders und stattdessen eher typisch war, denn: „Nach über 30 Jahren in diesem Beruf und fast 20 davon in der Redaktion für Herdecke startet man bei keinem Termin mehr bei Null“, erläuterte er. Sein Vorwissen über das Haus Ende, über das er schon mehrfach geschrieben hatte, half ihm. Aber das sei schließlich noch nicht preisverdächtig, vermutete er. Das läge wohl viel eher daran, dass er sich die Mühe gemacht habe, „die Leser mitzunehmen zu diesem Termin“. „Ich habe ein wenig damit gespielt, dass sich sogar Menschen vom Starnberger See oder von der anderen Seite des großen Teichs für etwas interessieren können, das für die Herdecker beinahe selbstverständlich am Wegesrand liegt“, so Görzel.

Faire Berichterstattung

„Ich will es kurz machen“, so der Preisträger. „Der Kunstverein trägt das Wort ,Kunst` in seinem Namen. Ich sehe mich eher als Handwerker. Aber es gibt mir ein gutes Gefühl, wenn ein Werkstück aus der Tagesfertigung bei anderen so viel Eindruck gemacht hat, dass sie mich heute aus diesem Anlass hier hin gebeten haben“, dankte Görzel.

Bürgermeisterin Dr. Katja Strauss-Köster fand ebenfalls lobende Worte für den Redakteur. „Herr Görzel hat in Herdecke viele gute Sachen bewegt. Seine Berichte und Kommentare zeugen von seiner individuellen Kenntnis der Stadt“, lobte sie. Auch wenn sie nicht immer mit allem einverstanden sei und der ein oder andere kritische Bericht auch mal weh tue, so sei die Berichterstattung immer fair.

Stolze Tochter

Trotz der vielen Lobeshymnen, die im Laufe des Abends auf den Preisträger gesungen wurden, gab es am Ende eine Rede, die alles andere in den Schatten stellte. Nora Görzel, die älteste der drei Töchter des Redakteurs, wandte sich an ihren Vater. Sie berichtete, wie sie früher als Kind auf einige Termine mitgenommen wurde und dass sie die immer als spannend und angenehm empfunden habe. Außerdem habe sie es genossen, in ihrer Schule beim Thema Zeitung mit ihrem Wissen und ihrem Vater ein wenig angeben zu können. Ihre kleine Rede schloss sie mit den Worten, die nicht nur den Preisträger, sondern den ganzen Saal rührten: „Papa, ich bin stolz auf dich!“

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