Verkehr

Herdecke: Bagger am Viadukt Breddestraße angerückt

Der Tunnel ist bereits gesperrt. Das Viadukt an der Breddestraße wird bald abgerissen.

Der Tunnel ist bereits gesperrt. Das Viadukt an der Breddestraße wird bald abgerissen.

Foto: Elisabeth Semme

Herdecke.  Noch steht das kleine Viadukt an der Breddestraße, mit dem ein Stück Herdecker Geschichte verbunden ist. Aber der Abriss steht bevor.

Das kleine Viadukt, das über die Breddestraße führt, wird bald Geschichte sein. Durch den Abriss soll die Anfahrt für Feuerwehrfahrzeuge zur Firma Dörken besser werden. Dabei war mit dem Viadukt ein Stück Herdecker Geschichte verbunden. Bis 2015 war es im Besitz des Energieversorgers MarkE; errichtet wurde es zu Beginn des vorigen Jahrhunderts – nach Angaben von MarkE im Zusammenhang mit der Eröffnung des Cuno-Kraftwerks durch die damalige Elektromark im Jahr 1908. „Zeitnah muss die Zuwegung vom Bahnhof zum Kohlelagerplatz geschaffen worden sein. Die Kohle kam per Bahn und wurde über diesen Abzweig zum alten Lagerplatz des Kraftwerks transportiert“, so Andreas Köster, Sprecher der Mark E.

Zum Hintergrund: Seit 1908 erzeugt Mark-E in der Nachfolge der Elektromark (1906 bis 2002) an ihrem ältesten Kraftwerksstandort in Herdecke Strom, über Jahrzehnte mit Kohle. Ab 2005 errichtete der heimische Versorger mit dem norwegischen Energieunternehmen Statkraft am Harkortsee eine umweltfreundliche Gas- und Dampfturbinen-Anlage. Das neue GuD-Kraftwerk an der Stadtgrenze von Wetter und Herdecke ging im Herbst 2007 in Betrieb und zählt mit einem Wirkungsgrad von rund 59 Prozent laut Unternehmens-Angaben immer noch zu den weltweit effizientesten Anlagen seiner Art.

2012 begann die Krisenzeit, bis Ende 2015 war das 2013 zur Stilllegung angezeigte Kraftwerk in Her­decke nur noch im „Zwangseinsatz“ zur Netzstabilisierung. Vor fünf Jahren teilte Statkraft mit, dass das „Geisterkraftwerk“ für massive Jahres-Verluste (zum Teil sogar in zweistelliger Millionenhöhe) sorge. 2016 entschieden die Betreiber jedoch, mit reduziertem Aufwand weiter Strom zu produzieren. Seither bessert sich die Situation.

Dörken-Parkplätze statt Gleisen

Zurück zur alten Kohlenbahntrasse, die schon vor vielen Jahren zurückgebaut wurde. MarkE verkaufte 2015 das Grundstück inklusive Viadukt an das Unternehmen Dörken, das dort einen Parkplatz plante. Zu dem Zeitpunkt waren Gleise und Schwellen schon verschwunden. Andreas Kösters Recherchen zu Folge existiert nur noch ein kleiner Abschnitt der alten Trasse auf dem Grundstück der Firma Idealspaten.

Der Abriss des Viadukts soll im Falle eines Einsatzes die Anfahrt der Feuerwehr zur Lackfirma verbessern. Bislang müssen die Einsatzkräfte den Weg über die Wetter- und Schillerstraße nehmen, um Dörken zu erreichen. Der nur einspurig befahrbare Tunnel an der Breddestraße hatte eine Durchfahrtshöhe von nur 3,10 Metern – für viele Lkw und Feuerwehrfahrzeuge zu niedrig.

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