Bauwerk

Herdecke: Brücke am Hengsteysee nicht für den ÖPNV geeignet

Betonklötze versperren Autos und größeren Kraftfahrzeugen den Weg über die Brücke am Hengsteysee zwischen Herdecke und Hagen.

Betonklötze versperren Autos und größeren Kraftfahrzeugen den Weg über die Brücke am Hengsteysee zwischen Herdecke und Hagen.

Foto: Steffen Gerber

Die Wehrbrücke am Hengsteysee zwischen Herdecke und Hagen will Amprion bald loswerden. Die Statik reicht derweil nur noch für einen Transport.

Herdecke/Hagen. Seit einiger Zeit ist bekannt, dass die 1928 errichtete Stahlbrücke, die vor der Wehranlage des Hengsteysees die Städte Hagen und Herdecke miteinander verbindet, auf der Kippe steht. Denn: Netzbetreiber und Brücken-Besitzer Amprion benötigt das Bauwerk, auf dem sich Eisenbahnschienen befinden, nur noch für einen einzigen schweren Trafo-Transport zum Koepchenwerk-Gelände im Jahr 2021. Aus technischer Sicht, so erklärte es Amprion, sei die Brücke nicht mehr als ein Transportweg für das von 1927 bis 1930 errichtete sowie denkmalgeschützte Pumpspeicherkraftwerk und die 1984 daneben errichtete Neu-Anlage im Schiffwinkel. Ihr Zweck war folglich nie, Joggern oder Radfahrern rund um den See oder Spaziergängern einen Überweg zu bieten.

Fünf Akteure gehören zur Gemengelage rund um die Brücke: Die Städte Herdecke und Hagen, der Ruhrverband als Verantwortlicher des Hengsteysees, der Regionalverband Ruhr (RVR) als Klammer für die Städte des Ruhrgebiets und eben Amprion. Ende Oktober soll es ein erstes gemeinsames Gespräch über die Zukunft der Brücke geben, die zu 78 Prozent auf Hagener Stadtgebiet und zu 22 Prozent in Herdecke liegt.

Umfassendes Konzept

In der Volmestadt sagte nun Baudezernent Henning Keune in einem Fachausschuss, dass die zwei Städte sowie der RVR ein großes Interesse am Erhalt dieser Brücke hätten. Die Hagener Grünen erklärten, dass die über die Brücke laufenden Wegeverbindungen vor dem Hintergrund des nunmehr wahrscheinlicher werdenden Seepark-Konzeptes im Bereich des ehemaligen Rangierbahnhofes Hengstey von Bedeutung für ein Konzept der Stärkung des „Umweltverbundes aus Fußgänger-Fahrrad- und Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)“ seien.

„Dass in Zukunft ÖPNV und andere Fahrzeuge über die Brücke rollen werden, kann ich mir nicht vorstellen“, so Keune. Eine derart belastbare Fahrbahn sei technisch kaum realisierbar. Ohnehin läge laut Keune eine statische Bewertung der Brücke vor, die deutlich mache, dass sie für mehr als den Trafo-Transport im Jahr 2021 gewichtstechnisch nicht mehr nutzbar sei.

Schienen dort belassen?

„Die Schienen sollten nicht so ohne Weiteres einfach von der Brücke entfernt werden, wenn der letzte Transport durchgerollt ist“, sagte Rüdiger Ludwig von den Grünen in Hagen. Man müsse sich alle Optionen für die Zukunft offenhalten, auch mit Blick auf einen Museumsbetrieb am alten Koepchenwerk.

Der RVR und der Ruhrverband wollen, so deren Aussage, eine „moderierende“ Rolle einnehmen.

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