Gericht

Herdecker fährt immer wieder ohne Führerschein

Ein hölzerner Hammer im Gericht.

Ein hölzerner Hammer im Gericht.

Foto: Uli Deck / picture alliance/dpa

Herdecke/Wetter.  Der Richter spricht von einem „Teufelskreis“. Wenn ein Herdecker den nicht durchbricht, kann ihn Fahren ohne Führerschein ins Gefängnis bringen.

Einschlägige Erfahrungen mit der Justiz konnten einen 39-Jährigen aus Herdecke nicht stoppen – und das im wortwörtlichen Sinne. Erneut saß er ohne Führerschein hinter dem Steuer und fuhr der Polizei bei der Gelegenheit förmlich in die Arme. Vor dem Amtsgericht Wetter erhielt er nun eine letzte Chance.

Sechs Voreintragungen im Strafregister wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis und laufende Bewährung: An sich hätte er es besser wissen müssen. Dennoch stellte der 39-Jährige sein Glück am Morgen des 25. Februar erneut auf die Probe. Dabei rechnete er allerdings nicht damit, dass die Polizei einen entsprechenden Tipp erhalten und sich in einem Zivilfahrzeug in seiner Straße „auf die Lauer“ legen könnte. So endete seine Fahrt nach relativ kurzer Zeit, und er musste sich auf das nächste Verfahren einstellen.

Vor Gericht lieferte der Herdecker nun über seinen Verteidiger die Begründung dafür, in alte Muster gefallen zu sein. Seine künftige Ex-Frau habe sich bei ihm gemeldet und angekündigt, dass sie Dinge aus der Garage benötige. Doch vor besagter Garage, in der Einfahrt, habe der Wagen gestanden, den sein Mitarbeiter dort geparkt habe. Da die Trennung nicht gerade friedlich verlaufen sei und er neuen Ärger gescheut habe, habe er das Auto kurz wegsetzen und später dort wieder abstellen wollen. Und dabei sei er davon ausgegangen, sich in einem Privatbereich und nicht im öffentlichen Verkehrsraum zu befinden. „Er ist nicht aus Jux und Dollerei gefahren“, versicherte der Anwalt und betonte zudem, dass sein Mandant zwischenzeitlich den Führerschein zurückerhalten habe. Und der Herdecker selbst gab zu: „Ich hatte einfach eine falsche Einstellung zu Regeln und zur Risikoeinschätzung in dem Bereich.“ Mittlerweile wisse er aber, wie er sich zu verhalten habe.

Soweit der 39-Jährige. Die Schilderung eines Polizisten, der an dem Morgen in dem Zivilfahrzeug saß und auf den Angeklagten wartete, fiel anders aus. Demnach fuhr der eben nicht nur kurz aus der Einfahrt, sondern befand sich auf der Straße. Zum Wenden sei der Her­decker zu weit gefahren.

Eine Aussage, an der Richter Christoph Labenski keinerlei Zweifel hegte. Vielmehr war er davon überzeugt, dass sich der Angeklagte auf der Straße befand und die Polizei dafür sorgte, dass die Fahrt gestoppt wurde. Der 39-Jährige wurde zu sechs Monaten Haft auf Bewährung und 1800 Euro Geldbuße zugunsten der Deutschen Kinderkrebshilfe verurteilt. Von einer erneuten Einziehung der Fahrerlaubnis und einer Sperrfrist sah das Gericht allerdings ab. Der Herdecker solle die Gelegenheit erhalten, dem Teufelskreis des Fahrens ohne Fahrerlaubnis zu entkommen. Nun solle er aber zusehen, dass er den Führerschein nicht wieder verliere und dann wieder ohne Erlaubnis hinter dem Steuer sitze. Denn irgendwann könne das Ganze ansonsten doch noch im Gefängnis enden.

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