Kunst

Herdecker Fotografin Petra Böttcher-Reiff weiter in Bewegung

Petra Böttcher-Reiff präsentiert Bilder in der Ausstellung „Bewegung ist alles“ im Torhaus am Rombergpark in Dortmund.

Petra Böttcher-Reiff präsentiert Bilder in der Ausstellung „Bewegung ist alles“ im Torhaus am Rombergpark in Dortmund.

Foto: privat

Herdecke/Dortmund.  „Bewegung ist alles!“ Fotografin Petra Böttcher-Reiff (70) aus Herdecke stellt bis 10. November Bilder im Torhaus am Rombergpark Dortmund aus.

Unzählige Herdecker haben sich bei ihr in der Kampstraße fotografieren lassen. Viele wissen auch, dass Petra Böttcher-Reiff als Künstlerin aktiv ist. Aktuell stellt die 70-Jährige Bilder im Torhaus am Dortmunder Rombergpark aus. „Bewegung ist alles“ heißt die Schau, die jetzt am Sonntag eröffnet wurde und noch bis zum 10. November zu besichtigen ist.

In dieser städtischen Galerie zeigt die Herdeckerin (gebürtig aus Dorsten) 14 unterschiedliche Werke aus den Jahren 2013 bis heute, in denen sie das Thema Bewegung in Szene setzt.

„Die Eröffnung war super, es kamen mehr als 140 Leute. Und ich habe viele alte Bekannte wiedergesehen, etwa Herdeckes langjährigen Stadtbaudirektor Gerhard Brune, der mich damals gewissermaßen nach Herdecke gelockt hat“, sagt Petra Böttcher-Reiff. Grundsätzlich seien Künstler wie sie dankbar, dass das historische Torhaus (Baujahr 1681) nach der zwischenzeitlichen Schließung und einer ungewissen Zukunft wieder zur Verfügung steht.

Zumal ihre aktuelle Ausstellung in Dortmund-Brünninghausen auch als Brückenschlag für einen Spaziergang im schönen Rombergpark nebenan dienen könnte. Auf ihren Bildern in verschiedenen Formaten sind zum Beispiel sich biegende Bäume im Wind, Veränderungen des Wetters und der Natur oder auch fließendes Wasser zu sehen. Ein anderer Schwerpunkt sind Menschen, die sich in abstrahierten Gebäuden aufhalten oder sich in verschiedenen Bewegungsphasen befinden. „Ich habe zum Beispiel ein Treppenhaus analog fotografiert und dieses dann verändert bzw. anders arrangiert, um daraus das Motiv Unendlichkeit abzuleiten“, erklärt Petra Böttcher-Reiff, die seit dem Frühjahr an dem Konzept für ihre Bewegungs-Ausstellung gefeilt hat.

Leben wie Böttcher in Frankreich

Wer die Herdeckerin genauer kennt, kann fast in jedem zweiten Werk Verbindungen nach Frankreich herstellen. Mehrfach im Jahr fährt sie Richtung Pyrenäen und genießt dort das „inspirierende“ Leben in der Nähe von Biarritz unweit der spanischen Grenze. „Da ist es so schön friedlich und ländlich, ich habe da bei klarer Luft einen schönen Blick auf die Berge oder auf das Wasser, sei es den Atlantik oder Flüsse.“

Dazu hat die Fotodesignerin vermehrt Zeit, nachdem sie ihr Atelier in der Kampstraße vor fünf Jahren geschlossen hat. „Da habe ich das Gewerbe abgemeldet, seither fotografiere ich nur noch privat.“ Somit kann sie sich intensiver um ihre künstlerischen Aktivitäten kümmern, wobei die Schau jetzt am Rombergpark in einer langen Reihe von Einzel- und Gruppenausstellungen steht. 1970 begann der Reigen, 1978 eröffnete sie ihr Atelier in Herdecke. „Früher habe ich mich oft nachts um Ausstellungen gekümmert“, sagt Böttcher-Reiff, die Fotografie an der Fachhochschule Dortmund studiert und danach zahlreiche Preise für ihr Schaffen erhalten hat (etwa von der Photokina oder 2015 den EN-Kunstpreis).

Spaß hat Petra Böttcher-Reiff demnach an technischen und digitalen Veränderungen, um so farbreduzierte Fotografien oder malerische Bilder mit verwischenden Aquarelleffekten entstehen zu lassen. So lasse sich die Wirklichkeit verändern und die Eindeutigkeit aufheben. Aus statischen Fotografien von Menschen, Natur und Landschaften sowie Sonne, Wolken, Wasser und Bauwerken werden fließende, schwebende Arbeiten – mal futuristisch anmutend, mal in Form und Farbe reduziert.

Verfremdungen mit digitaler Technik

„Die Natur hatte und habe ich aber immer wieder im Fokus“, sagt die Fotografin, die sich zum Beispiel an eines ihrer ersten Schwarz-Weiß-Bilder aus dem Jahr 1968 erinnert: Da lichtete die frühere Klosterschülerin die Nordsee ab und kopierte als Verfremdungseffekt Nonnen hinein. Heute geht es ihr auch darum, über ihre Kunst Spannung aufzubauen. „Im Torhaus dürfte mir das durch den Mix aus Schwarz-Weiß und Farbe gelungen sein.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben