Umwelt

Herdecker macht Kunst als Botschaft für Klimaschutz tragbar

Setzen ein Zeichen für den Klimaschutz: Andre Bruchhäuser (rechts) und Mitarbeiter Mazza Calogero bedrucken T-Shirts mit dem aufrüttelnden Bild von Rosi Reiß (im Hintergrund) aus dem Jahr 2002.

Setzen ein Zeichen für den Klimaschutz: Andre Bruchhäuser (rechts) und Mitarbeiter Mazza Calogero bedrucken T-Shirts mit dem aufrüttelnden Bild von Rosi Reiß (im Hintergrund) aus dem Jahr 2002.

Foto: Elisabeth Semme

Herdecke.  Wer das Klima-Shirt des Herdeckers André Bruchhäuser trägt, sendet eine stille Botschaft gegen die Umweltzerstörung in die Welt.

Da rückt eine überdimensionale Säge einem stolzen Baum zu Leibe, Wassermassen ergießen sich über Landschaften und Dörfer, im Hintergrund dreht sich unsere Erde – ein symbolträchtiges Motiv, das die Herdecker Künstlerin Rosi Reiß dereinst anlässlich des Jahrhunderthochwassers an der Elbe malte.

Genau heute vor 17 Jahren wurde es im Zuge einer Spendenaktion für die Opfer der Flutkatastrophe versteigert. Margit Bruchhäuser bekam den Zuschlag, und so hing das mahnende Kunstwerk viele Jahre lang im Foyer der gleichnamigen Firma und zuletzt daheim bei Firmenchef André Bruchhäuser. Aufgerüttelt von der aktuellen Klimadiskussion und der Fridays for Future-Bewegung fragte der sich kürzlich: „Was kann ich eigentlich tun?“ Das war der Beginn eines Projekts, das von Herdecke aus die Welt erobern und dabei auch ein bisschen helfen soll, sie zu retten.

„Ich hatte die Idee, das Motiv auf T-Shirts zu drucken. Ich dachte: Gib Menschen die Möglichkeit eines stillen Protests. Ermögliche ihnen, sich zu etwas zu bekennen. In dem Moment, in dem ich das Klima-Shirt trage, mache ich aufmerksam auf das Klimaproblem. Und zwar ,with­out words’, ohne Worte, wie es unter dem Bild steht. Mit dem Shirt werden Botschaft und Kunst zugleich tragbar gemacht. Ein stiller Protest, ein stiller Aufruf, ein klares Bekenntnis“, erklärt André Bruchhäuser seine Idee.

In nur einer Minute gedruckt

Mit seiner industriellen Textil-Druckmaschine kann er das Bild des 80 Mal 100 Zentimeter großen Originals mit Textilfarbe in den weißen Stoff von T-Shirts eindrucken. „Das Motiv wird nicht aufgedruckt, sondern die Farbe geht in den Stoff“, so Bruchhäuser. Eine Minute dauert der Druck; die Farbe wird in zwei Schichten eingearbeitet. Danach kommt das Shirt in einen Tunneltrockner, wo die Farbe drei Minuten lang fixiert wird, um die Waschbarkeit zu gewährleisten. Gemeinsam mit Mitarbeiter Mazza Calogero startet André Bruchhäuser jetzt eine Massenproduktion. „Ich möchte die Idee, ausgehend von Herdecke, europa- und weltweit weitertragen. Das ist meine Vision“.

Der Reinerlös aus dem Shirt-Verkauf wird Bruchhäuser an das Projekt „Pacific Garbage Screening“ spenden: „Ein Team mit einer deutschen Architektin entwickelt ein Schiff, das die Meere vom Plastikmüll befreit. In fünf Jahren soll der Prototyp gebaut sein. Vielleicht können wir dazu beitragen, den Bau des Schiffes etwas zu beschleunigen.“ Dabei ist dem Herdecker bewusst, dass es von der Idee bis zur weltweiten Umsetzung noch ein weiter Weg ist. Deswegen sucht er Mitstreiter für eine Homepage und einen Online-Shop und denkt etwa an eine PR-Agentur bzw. eine Crowdfunding-Plattform für Werbung und Verkauf. „Wir geben die Initialzündung, und jeder, der mitmachen möchte, ist willkommen. Denn diese Sache geht jeden etwas an“, meint Bruchhäuser. Auch Prominente will er für seine Vision gewinnen: Mit Schauspieler und Tatort-Kommissar Jörg Hartmann ist der Anfang schon gemacht . . .

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