Stadtplanung

Herdecker Politik pocht auf Ruhrtalradweg

Baustelle an der Schiffswinkel-Brücke und am Ruhrtalradweg: RWE verlegt Kabel zwischen dem Koepchenwerk und der Wasserkraftanlage Hengstey. Die Brücke steht laut RWE keinesfalls zur Disposition.

Foto: Felix Igla

Baustelle an der Schiffswinkel-Brücke und am Ruhrtalradweg: RWE verlegt Kabel zwischen dem Koepchenwerk und der Wasserkraftanlage Hengstey. Die Brücke steht laut RWE keinesfalls zur Disposition. Foto: Felix Igla

Herdecke/Wetter.   Der Ruhrtalradweg komplett am Hagener Ufer? Dieses Szenario fürchten Herdecker Politiker angesichts der Pläne in der Nachbarstadt.

„Wir müssen ein Auge darauf haben, dass uns das wichtige Thema Ruhrtalradweg nicht genommen wird“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Heinz Rohleder angesichts der Aktivitäten, die die Nachbarstadt Hagen in Sachen Freizeitrevier Ruhrseen entwickelt. Die CDU hatte im Ausschuss für Wirtschaftsförderung und Tourismus um einen Sachstand zum Thema gebeten und befürchtet, dass die Brücke über die Ruhr von RWE in Frage gestellt werden könnte. Derzeit finden vor der Brücke Bauarbeiten statt.

Brücke für Revision unverzichtbar

„Die Brücke steht nicht zur Disposition“, betont RWE-Sprecherin Stephanie Buchloh. Das Bauwerk werde zwar selten, aber dafür regelmäßig von RWE genutzt. „Für die Revisionsarbeiten müssen wir die Ruhr in jedem Fall queren“, so Buchloh.

Auch als Streckenabschnitt des Ruhrtalradweges sei die Brücke also weiterhin zu nutzen. „Auch wenn aus Sicherheitsgründen wegen der Schienen dort weiterhin geschoben werden muss.“

Vier Perlen an der Ruhr

Auch aus Sicht der Stadtverwaltung gibt es allerdings keine Sorgen, dass der Ruhrtalradweg irgendwann auf Hagener Seite geführt werden könnte. „Der Regionalverband Ruhr hat uns zugesichert, dass alles so bleibt, wie es ist“, so Dennis Osberg, Stadtsprecher und auch für die Wirtschaftsförderung zuständig. Gemeinsam mit den Städten Wetter, Witten und Hattingen bereite man sich derzeit auf die Teilnahme an der Internationalen Gartenausstellung vor, die in zehn Jahren im Ruhrgebiet stattfinden werde. Für den Teilaspekt „Unser Garten“ würden kommunale Projekte realisiert. Herdecke und Wetter seien dabei zwei von vier „Perlen an der Ruhr“.

Machbarkeitsstudie diskutieren

„Wir haben eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die Anfang 2018 vorliegen soll“, so Osberg. Dieses Konzept sei dann Grundlage, um mit den Bürgern und der Politik ins Gespräch zu kommen. Natürlich werde man in diesem Rahmen auch mit den Nachbarn auf der anderen Ruhrseite sprechen. Die Kooperation mit Witten, Wetter und Hattingen sei aus Sicht der Herdecker Verwaltung aber durchaus sinnvoll, „weil wir so bei Fördermittelgebern ein größeres Gewicht bekommen.“

Kritischer Blick nach Hagen

Die CDU-Befürchtung, dass die Stadt Hagen sich beim Thema Freizeitrevier selbst die nächste ist, teilt auch die FDP im Tourismus-Ausschuss. „OB Schulz würde es sicher gerne ohne Herdecke machen“, unkte Klaus Faeskorn in der vergangenen Sitzung. Allzu sehr wollte sich der FDP-Mann allerdings auch nicht auf die Mitglieder der Perlen-Kette verlassen. „Für Wetter, Witten und Hattingen ist es nicht so wichtig, ob der Ruhrtalradweg durch Hagen oder Herdecke führt. Wir müssen aufpassen, dass wir dieses Pfund nicht verlieren.“

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