Justiz

Herdecker soll Freundin gewürgt und geschlagen haben

Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht einsichtig.

Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht einsichtig.

Foto: Oliver Berg / dpa

Herdecke/Wetter.  Vom Hausfriedensbruch über Körperverletzung bis hin zur Nötigung: Mann aus Herdecke im Amtsgericht Wetter auf der Anklagebank.

„Kurzer Prozess“: Vom Hausfriedensbruch über Körperverletzung bis hin zur Nötigung – eine ganze Reihe von Straftaten brachten einen Mann aus Herdecke jetzt im Amtsgericht Wetter auf die Anklagebank. Der Prozess gegen den 32-Jährigen dauerte allerdings nur wenige Minuten. Ein Umstand, der einer gewissen Form von Einsicht geschuldet war.

Hausfriedensbruch

Rückblende: Vor einigen Wochen sollte sich der Herdecker bereits wegen Hausfriedensbruchs in zwei Fällen und Körperverletzung in Wetter verantworten. Konkret wurde ihm zur Last gelegt, sich gegen den ausdrücklich Wunsch seiner Ex-Freundin Anfang September vergangenen Jahres in ihrer Wohnung aufgehalten zu haben. Alle Aufforderungen, zu gehen, waren zwecklos.

Im Gegenteil: Bei der Gelegenheit packte er die Frau auch noch am Kopf und drückte den nach unten, so dass sie anschließend massive Schmerzen hatte. Darüber hinaus verschaffte sich der 32-Jährige im November mittags unerlaubt Zutritt zum Theater in Hagen. Offen, was ihn dorthin trieb. Er wurde entdeckt und kassierte auf diese Weise die nächste Strafanzeige. Diese Taten sollten nun in der Verhandlung unlängst erörtert werden. Der umfangreich vorbestrafte Mann erschien jedoch nicht und wurde in Abwesenheit per Strafbefehl zu vier Monaten Haftstrafe ohne Bewährung verurteilt. Er legte Einspruch ein. Deshalb sollte die Sache nun erneut verhandelt werden.

Haftstrafe angetreten

In der Zwischenzeit tat sich allerdings einiges. Der Herdecker musste eine Haftstrafe wegen anderer Delikte antreten – bis März 2021.

Obendrein kam noch ein weiterer Vorwurf gegen ihn hinzu. Hier ging es um den Tatbestand der Nötigung. Am 9. Dezember, so die neue Anklage, würgte er seine Ex-Freundin in deren Wohnung in Herdecke so lange, bis sie notgedrungen die Adresse eines vermeintlichen Rivalen preisgab.

Zeugen nicht gehört

Zum aktuellen Termin, in dem alle Taten verhandelt werden sollten, waren zwei Zeugen geladen – unter anderem die betroffene Ex-Freundin. Doch beide konnten relativ schnell ungehört entlassen werden, da sich der angeklagte Herdecker überraschend einsichtig zeigte. Über seine Verteidigerin Julia Kusztelak ließ der 32-Jährige die Rücknahme des Einspruchs gegen den Strafbefehl wegen Hausfriedensbruchs und Körperverletzung erklären. Und damit waren die vier Monate Haft ohne Bewährung rechtskräftig.

Unter der Voraussetzung, also mit Blick auf dieses Urteil, stimmten die Vertreterin der Staatsanwaltschaft und Richterin Sonja Baumann der Einstellung des gestrigen Verfahrens zu.

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