Gericht

Herdeckerin Opfer von sexueller Belästigung

Das Ende einer Einweihungsparty: Zwei wegen Freiheitsberaubung und sexueller Übergriffe verurteilte junge Männer.

Das Ende einer Einweihungsparty: Zwei wegen Freiheitsberaubung und sexueller Übergriffe verurteilte junge Männer.

Foto: imago stock&people

Herdecke/Hagen.  Drei junge Männer und einige junge Frauen feierten spontan eine Party in Herdecke. Bis die Stimmung kippte.

Es sollte eine gemütliche Einweihungsparty werden, zu der sich drei junge Männer und ein paar Frauen am 19. November 2017 in einer Wohnung in Herdecke trafen. Jetzt wurden zwei der Männer vom Jugendschöffengericht des Amtsgerichts Hagen wegen Freiheitsberaubung und sexueller Übergriffe verurteilt. Ein 23-Jähriger zu einem Jahr Haft auf Bewährung, der zwei Jahre jüngere Mitangeklagte nach Jugendstrafrecht zu vier Wochen Dauerarrest und einem sozialen Trainingsseminar.

Am Tattag hatten sich die Beteiligten zunächst im Jugendzentrum in Herdecke getroffen. Als die Einrichtung schloss, entstand die Idee zu einer spontanen Feier in der neuen Wohnung eines Angeklagten. Dort angekommen verlief zunächst alles friedlich. Doch plötzlich kippte die Stimmung.

Biss in den Arm

Auf dem Weg zur Wohnung sei sie umgeknickt, weshalb sie sich auf das Bett des Angeklagten gesetzt habe, berichtete eine 20-Jährige im Zeugenstand. Der ältere Angeklagte habe sich zu ihr gesetzt. „Ich habe mir nichts dabei gedacht“, erklärte die Frau, die die beiden Angeklagten schon länger kannte.

Plötzlich sei der 23-Jährige sehr aufdringlich geworden, habe sie an der Brust und der Innenseite des Oberschenkels angefasst. „Ich habe versucht, mich zu wehren. Er ist immer aufdringlicher geworden“, so die Herdeckerin. Er habe sie mit beiden Händen festgehalten. „Dann habe ich ihm in den Arm gebissen, dass er mich loslässt.“

Kurz darauf habe der zweite Angeklagte sie einfach geküsst und unter der Kleidung am Oberkörper berührt. „Ich wollte das nicht“, erklärte die Zeugin. Als sie aus der Wohnung habe fliehen wollen, habe sie festgestellt, dass die Tür abgeschlossen war. Den Schlüssel habe sie nicht finden können. Die Angeklagten hätten auch keine Anstalten gemacht, sie raus zu lassen. Erst spät in der Nacht hätten sie die Tür geöffnet, aber nur, weil der ältere Angeklagte nach Hause wollte, so die 20-Jährige.

Die beiden Angeklagten bestritten die Vorwürfe. „Es ist alles gelogen“, gab der jüngere Angeklagte an. Die Frau habe Drogen genommen und sei in der Wohnung ausgerastet. Sie sei umher getrampelt, habe rumgeschrien und ständig die Fenster auf und zu gemacht: „Sie war ganz high.“

Urteil noch nicht rechtskräftig

Beide Angeklagten erklärten, dass sie gewollt hätten, dass die 20-Jährige endlich gehe. Bezüglich der Wohnungstür gab der Angeklagte an, dass er diese immer abschließe. Das sei eine Angewohnheit. Der Schlüssel habe aber gesteckt. Am Ende glaubte das Gericht der Frau und verurteilte die beiden Männer. Die Entscheidung ist jedoch noch nicht rechtskräftig.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben