Soziales

Herdeckerin unterstützt Familien im Dorf in Mali weiter

Christel Horkenbach betrachtet ein Buch mit Fotos und Namen von Familien aus Mali.

Christel Horkenbach betrachtet ein Buch mit Fotos und Namen von Familien aus Mali.

Foto: Stefan Meinhardt

Herdecke.   Christel Horkenbach sorgt sich um die Kinder und Eltern in Hombori. Mali kommt nach wie vor nicht zur Ruhe, immer wieder gibt es Anschläge.

Liebevoll blättert Christel Horkenbach durch das kleine Buch. Auf jeder Doppelseite sind ein Foto und diverse Namen aufgelistet. Sie gehören zu den Familien, die Christel Horkenbach im Dorf Hombori in Mali seit 2007 unterstützt.

Die pensionierte Lehrerin hatte sich bei einer Reise dorthin in das Land und die Menschen verliebt. In dem Dorf herrscht große Armut. Hinzukommt der Bürgerkrieg, der immer wieder eine Bedrohung ist. Sie steht in engem Mailkontakt ins Dorf. Dort berichten der Direktor der Schule, die Horkenbach mit Spenden unterstützt, und ein Bekannter Horkenbachs, dass es allein in dieser Woche einen versuchten Anschlag auf dem Marktplatz gab, der aber durch die malischen Soldaten unterbunden wurde. Sie erschossen die beiden Terroristen. Der zweite Anschlag am Montag in Gao, unweit der Schule, forderte aber drei Tote und 32 Verletzte. Ziel waren die UNO-Truppen vor Ort.

Schule bedeutet Sicherheit

„Das Land ist noch nicht stabil“, schrieb der Bekannte in seiner E-Mail. Umso wichtiger sei es, den Kindern eine gewisse Sicherheit zu geben, und das geschehe in der Schule. Sie ist die einzige Schule im Umkreis, die noch geöffnet sei. Alle anderen hätten aus Sicherheitsgründen bereits geschlossen. Das führt dazu, dass die Zahl der Kinder, die dort zur Schule gehen, gestiegen ist. „Momentan fehlt es an Schulmöbeln wie Bänken und Tischen sowie Schulbüchern“, berichtet Horkenbach. Für die Herdeckerin ist klar: Sie wird das Dorf Hombori weiter unterstützen. „Leider kann ich nicht selbst hinfahren. Das ist für eine Weiße viel zu gefährlich“, sagt Christel Horkenbach. Also hilft sie aus der Ferne. Die Hobbygärtnerin zieht Pflanzen groß und verkauft sie anschließend in ihrer „Kleinen Gärtnerei“ auf dem eigenen Garagenhof an der Wilhelm-Huck-Straße oder beim Bioladen Niermann in Ende.

Damit konnte sie inzwischen schon einiges bewirken. Neben einer Kantine, durch die sicher gestellt ist, dass die Kinder eine warme Mahlzeit am Tag kriegen, jeder Menge Schulmaterial und auch Geld für Nahrungsmittel, um den Hunger in dem vom Bürgerkrieg gebeutelten Land zu lindern, gibt es seit kurzem auch eine Solaranlage auf dem Dach. Christel Horkenbach freut sich darüber, dass die Menschen vor Ort so motiviert sind, sich mit ihren Spenden selbst helfen zu können. Für Hombori bedeutet gerade die Schulbildung eine bessere Zukunft, denn noch immer ist die Zahl der Kinder pro Familie sehr hoch. „Jede Familie hat im Durchschnitt sechs bis acht Kinder“, berichtet der Bekannte. Mit der richtigen Ausbildung haben sie später eine Chance, die Region weiter voran zu bringen.

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