Geschichte

Historischer Stammtisch erinnert sich an alten Harkortberg

Am Harkortberg ist es immer gesellig zugegangen, so auch bei dieser Zelt-Gruppe. Im Hintergrund sind der Harkortturm und die neben stehenden Baracken zu sehen. 

Am Harkortberg ist es immer gesellig zugegangen, so auch bei dieser Zelt-Gruppe. Im Hintergrund sind der Harkortturm und die neben stehenden Baracken zu sehen. 

Foto: Archiv Joachim Lamle

Wetter.   Ein Bunker unterhalb des Turms, Baracken auf dem Gelände und jede Menge Sportler – der Harkortberg hat eine bewegte Geschichte.

Sportlich ging es beim jüngsten historischen Stammtisch im WSG Café 1898 zu. Thema war nämlich diesmal der Harkortberg und da gab es manche Erinnerungen an gelungene Sportveranstaltungen sowie die Feiern danach.

„Ich kann mich noch gut daran erinnern, dass es eine Turngemeinschaft aus dem Sauerland gab, die mit dem Bus angereist ist“, berichtet Gerda Lamle. Der Bus hielt in der Freiheit und die Sportler machten sich wie alle damals zu Fuß hinauf auf den Harkortberg. Unterwegs gab es den ersten Zwischenstopp an der Gaststätte „Zur Eiche“. Gut gestärkt ging es weiter und die Sauerländer feierten sportliche Erfolge. Auf dem Rückweg zum Bus wurde erneut in der Eiche eingekehrt, sehr zum Verdruss des Busfahrers. „Der hatte Mühe, die Leute da wieder raus zu kriegen“, erzählt Lamle und lacht.

Zeltstadt auf dem Parkplatz

Generell war der Harkortberg gerade zum Harkortbergfest oder auch beim Landesturnfest 1966 immer ein beliebtes Ziel für Sportler auch außerhalb der Stadt- und Kreisgrenzen. Vom Landesturnfest hatte Gerda Lamle ebenfalls ein Bild dabei, das ihr Mann Joachim Lamle damals fotografierte. Es zeigt die Fläche der heutigen Parkplätze am Harkortberg, die aber unter der Vielzahl von Zelten gar nicht mehr zu sehen ist. So viele Teilnehmer gab es damals.

Wer über den Harkortberg spricht, kommt natürlich auch um das Thema Bunker nicht herum. Gauleiter Hoffmann hatte das Gebiet damals unter seinen Fittichen und ließ einen Bunker unterhalb des Turm bauen. Nach dem Krieg wussten die Sportler es gut zu nutzen. Die TGH brachte dort Geräte und Buden unter, musste jedoch sehr bald feststellen, dass die Räume feucht waren und sich deshalb nicht als Lagerplatz eigneten.

Ebenfalls nach dem Krieg waren am Harkortberg auch drei Baracken gebaut worden, wie die Bilder zeigten, die Gerda Lamle aus dem Fundus ihres Mannes mitbrachte. Flüchtlinge und auch kinderreiche Familie waren dort eine Zeit lang untergebracht.

A propos Kinder, da hat Lamle noch eine ganz persönliche Erinnerung, die sie mit dem Harkortberg verbindet. „Ich weiß noch, wie wir als Kinder dort zu Fuß zum Sommerfest raufgegangen sind. Da haben wir geflochtene Kränze aufgesetzt bekommen und abends holten unsere Eltern uns mit Fackeln in den Händen ab“, erzählt sie.

Und eine weitere Besonderheit fällt ihr zusätzlich noch ein. „Wussten Sie, dass auf dem Harkortturm auch Gottesdienst gefeiert wurde?“, fragt sie. 1975 erhielt ihr Mann den Auftrag, um 6 Uhr morgens den Ostergottesdienst einer freien evangelischen Gemeinde dort oben zu fotografieren. Das war gar nicht so einfach. „Am Anfang war dort alles nebelig“, erinnert sie sich.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben