Grünschnitt in Herdecke

Holzkreuz beklagt: Die ganze Vogelschar ist nicht mehr da

An der Neuen Bachstraße/Ecke Uferstraße haben die Technischen Betriebe Brombeersträucher gerodet. Verlieren jetzt viele Vögel den Lebensraum? Anwohner befürchten das.

An der Neuen Bachstraße/Ecke Uferstraße haben die Technischen Betriebe Brombeersträucher gerodet. Verlieren jetzt viele Vögel den Lebensraum? Anwohner befürchten das.

Foto: Klaus Görzel

Herdecke.  Ein Teil der Anwohner beklagt die Rodung an der Neuen Bachstraße. Andere Anwohner in Herdecke sollen um den Rückschnitt gebeten haben.

Die Brombeersträucher hinter der Ruhebank an der Neuen Bachstraße waren einmal. „Alles rausgerupft“, empört sich ein Anwohner über die Rodung. Heimat für eine große Vielfalt von Vögeln seien die Sträucher gewesen. Ein Grabkreuz betrauert diesen Verlust: „Amsel, Drossel, Fink und Star, sind nun leider nicht mehr da“, steht wie eine Inschrift auf einer Tafel, mit dem 4.11.2019 als Todestag.

Neuprägung auch mit Bäumen

Aus Sicht der Technischen Betriebe ist eine Neubepflanzung an der Ecke von Neuer Bachstraße und Uferstraße die „erfolgversprechendste Lösung“. Längst hätten die Brombeeren die ursprüngliche Bepflanzung fast vollständig verdrängt. In dem gerodeten Bereich solle „eine Neuprägung, auch mit Bäumen, erfolgen.“ Die Neupflanzung vermutlich im März nächsten Jahres werde „dem Erscheinungsbild der Innenstadt Herdeckes“ gerecht werden, aber auch der Natur Lebensraum bieten, so die Antwort der Technischen Betriebe auf die Nachfrage der Redaktion.

Neben der gerodeten Fläche gibt es einen Hang, an dem die Bepflanzung auf Stock gesetzt wurde. Anlieger und Bürger haben laut TBH diesen Rückschnitt der Hangflächen „mehrfach eingefordert“. Er sei nötig gewesen, um die privaten Wände und Mauern von Bewuchs freischneiden zu können. Die Gehölze würden aber wieder austreiben.

Der Vorwurf eines anderen Anwohners, die Technischen Betriebe würden zu selten, dann aber zu heftig die Grünanlagen zurechtstutzen, wird auf Nachfrage zurück gewiesen Dreimal im Jahr würde ein Pflegeschnitt ausgeführt. Intensive Pflege sei nur von Frühjahr bis Herbst aus Rücksicht auf die brütenden Vögel möglich und werde „immer nur in beschränkten Abschnitten nach Bedarf durchgeführt.“

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