Ausstellung

In Herdecke in Ruhr-Galerie: Porträtmaler der ganz Großen

Wer genau hinschaut, findet an der Wand die Züge von Marlene Dietrich oder Jeanne Moreau: Ausstellungsorganisator Uli Weishaupt (links) und Ruhr-Galerist Werner Karmiol legen dazu auch Fotos von Begegnungen des Künstlers Peter Reuter mit den Porträtierten aus.

Wer genau hinschaut, findet an der Wand die Züge von Marlene Dietrich oder Jeanne Moreau: Ausstellungsorganisator Uli Weishaupt (links) und Ruhr-Galerist Werner Karmiol legen dazu auch Fotos von Begegnungen des Künstlers Peter Reuter mit den Porträtierten aus.

Foto: Klaus Görzel / WP

Herdecke.  Die Ruhrgalerie in Herdecke erinnert an Peter Reuter aus Hagen. Über 50 Arbeiten werden zum Teil erstmals ausgestellt.

„Ganz schön viel Arbeit“, sagt Uli Weishaupt und greift in der Ruhrgalerie an der Herdecker ­Goethestraße zum nächsten großen Rahmen. Insgesamt 50 Bilder des 2002 gestorbenen Künstlers Peter Reuter aus Hagen haben Weishaupt und Galerist Werner Karmiol ausgesucht. Mehr Platz ist nicht an den Wänden. Und daher haben Beide noch andere Wege gefunden, der „unglaublichen Bandbreite“ (Uli Weishaupt) von Peter Reuter gerecht zu werden.

Die Stirnseiten des Ausstellungsraums sind großflächigen Originalen vorbehalten. Sie standen mit am Anfang des Ausstellungsprojektes in Herdecke. Eigentlicher Auslöser aber war ein Aufsatz von 2013 über den Peter Reuter als „Künstler zwischen Hagen und Paris“, der den Leser Uli Weishaupt regelrecht elektrisiert hatte. Weishaupt fragte bei Roswitha Lüder nach, einer Künstlerin, die früher in Hagen wohnte und heute in Herdecke lebt, und die Weishaupt gut kennt.

Bei Roswitha Lüder landete Uli Weishaupt einen Volltreffer: In einem ihrer Schränke fand sich eine Mappe mit großflächigen Porträts – Zeichnungen von ihr und ihrem Mann Rudolf Vombek, die Peter Reuter an einem Nachmittag im September 1960 mehr so nebenbei angefertigt hatte. Noch nie sind diese Porträt-Varianten ausgestellt worden. Für Uli Weishaupt, den Kunstfreund und Filmenthusiasten aus Herdecke, war klar: „Diese Bilder müssen an die Luft.“

Nachbar von Salvatore Dali

Mit dem Aufsatz im Hagener HeimatBuch war die Lawine losgetreten. Wichtig für den Fortgang war auch die Erwähnung von Helmut Schuster, „dem Mäzen und Wegbegleiter des Künstlers über 30 Jahre“, wie Uli Weishaupt weiß. Schuster gab Tipps für weitere mögliche Leihgeber – und baute eine Brücke zu Eva-Maria Gille. Sie ist die Schwester von Peter Reuter, und Weishaupt musste auch gar nicht lange nach ihr suchen: Die ehemalige Lehrerin lebt in Herdecke und hat früher unterrichtet in dem Raum, der jetzt die Ruhrgalerie ist.

Bei dieser Ausstellung hängen meist Porträts an den Wänden und auch drei imaginäre Landschaften. „Leider ist hier keines der fantastischen Symbolbilder dabei“, bedauert Uli Weishaupt. Die befänden sich alle im Österreichischen Kulturmuseum in Wien in einer Dauerausstellung, neben Arbeiten von Salvatore Dali. Damit die große Bandbreite des Künstlers Peter Reuter dennoch deutlich wird, soll ein Ordner mit Repros ausgelegt werden. Weishaupt erinnern sie „an die psychedelische Hippie-Zeit.“

Anfänge im Ballettsaal

Bevor sich Peter Reuter im Jetset bewegte und sich ebenso mit Edith Piaf wie mit Arthur Rubinstein oder Peter Kraus fotografieren ließ, fror er im Ballettsaal Momente ein. Das war der Anfang, wissen Schwester, Ausstellungsmacher und Galerist. Ein Ringbuch wird auch diese Arbeiten von 1956 zeigen, als Peter Reuter auf die Werkkunstschule in Wuppertal ging.

Eröffnung mit Jazz und Doku

Die Ausstellung „Hommage a Peter Reuter“ läuft vom 16. Februar bis zum 8. März in der Ruhr-Galerie an der Goethestraße 14 in Herdecke. Geöffnet ist dienstags und mittwochs von 17 bis 20 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 14 Uhr.

Zur Vernissage am Sonntag, 16. Februar, ab 11.15 Uhr spielt „Jazz-Baguette“. Gegen 12 Uhr gibt es eine Filmpremiere im benachbarten Saal des Herdecker Kinos Onikon: Gezeigt wird eine private Doku von Alfred Scherer über den Künstler Peter Reuter aus dem Jahr 1960.

Die Ausstellung von Peter Reuter ist für Werner Karmiol die erste eines nicht mehr lebenden Künstlers.

Die gezeigten Bilder stehen – anders als bei den meisten Ausstellung sonst hier – nicht zum Verkauf.

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