Kommunalwahl

In Herdecke: Jan Schaberick will Bürgermeister werden

Jan Schaberick ist Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Herdecke und Mitglied im Kreistag.

Jan Schaberick ist Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Herdecke und Mitglied im Kreistag.

Foto: Klaus Görzel / WP

Herdecke.  Der SPD-Fraktionschef in Herdecke entscheidet sich ein zweites Mal für die Rolle des Herausforderers

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Einmal schon war er zweiter Sieger beim Rennen um den Chefsessel im Rathaus. Jetzt will Jan Schaberick erneut Amtsinhaberin Katja Strauss-Köster herausfordern. „Es ist mein fester Wille, noch einen weiteren Versuch zu wagen“, sagt der 34-Jährige. Im März soll ihn ein Nominierungsparteitag zum Kandidaten der SPD für das Bürgermeisteramt machen.

„Als Spitzenkandidat steht man doch stark im Fokus“, weiß Jan Schaberick und hat sich erst einmal Bedenkzeit erbeten, als der Stadtverband auf ihn zugekommen ist. Dann hat er zugesagt. „Es ist mein fester Wille, noch einen weiteren Versuch zu wagen“, sagt er und sieht die Partei bei diesem Anlauf hinter sich.

Führungsqualitäten im Gepäck

29 Jahre alt war er bei seiner ersten Nominierung als Bürgermeisterkandidat der Herdecker SPD. Was hat sich für ihn geändert in dieser Zeit? Was ist gleich geblieben? Zu den Konstanten zählt „der Wille, dieses Amt zu bekleiden.“ Er traue sich nach wie vor zu, den Bürgermeister-Job zu machen, sogar mehr noch als früher. Viel Erfahrung sei seit 2015 hinzu gekommen. „Politisch wie beruflich“, fügt er an.

In der politischen Arbeit wie als Führungskraft im Regierungsbezirk habe er gelernt, mehr zu verbinden, zu moderieren, andere mitzunehmen. „Vor fünf Jahren war ich da noch ein bisschen ruppiger – das ist jetzt weg“, sagt Jan Schaberick und betont: „In der Sache kämpferisch bin ich aber nach wie vor.“

Vor fünf Jahren, da hätte er sich Führungsqualitäten im Bürgermeisteramt aneignen müssen, „jetzt bringe ich sie mit“, stellt Jan Schaberick fest. Diese Qualitäten seien im Herdecker Rathaus durchaus von Nöten. Er stehe für einen anderen Stil als den der Amtsinhaberin. „Etwas reflektierender“ wolle er sein und vor allem „offen für Anregungen und auch Kritik aus den eigenen Reihen.“ In der Verwaltung, die er als Bürgermeister zu leiten hätte, sieht er noch große Potenziale – und „Luft für eine effizientere Führung.“

Gestalten ohne feste Mehrheit

Die SPD hat keine Mehrheit im Herdecker Rat. Die „Jamaika“-Koalition aus CDU, Grünen und FDP hatte sie nach der letzten Kommunalwahl aber auch nicht mehr und sah ihren Kurs daher vom Wähler nicht bestätigt. Auf welche Entwicklungen, die von der SPD in den letzten Jahren geprägt wurden, ist ihr Fraktionsvorsitzender besonders stolz? Gleich mehrere Beispiele fallen ihm ein.

Da ist zunächst das Gelände, auf dem die frühere Grundschule im Dorf gestanden hat und das zu Bauland werden soll. Hier habe die SPD eine echte Ausgewogenheit durchgesetzt. Nun stünden 50 Prozent für frei finanzierten Wohnraum genau 50 Prozent für sozial geförderten Wohnraum gegenüber, ohne ein Übergewicht zu Lasten des geförderten Anteils. Und Schaberick ist überzeugt: „Bezahlbare Wohnungen sind ein Riesenthema in Herdecke.“ Das gelte nicht nur für Menschen, die von außen in die Stadt strebten, sondern auch für solche, die beispielsweise nach der Ausbildung gerne wieder zurück in die Heimatstadt ziehen wollten – wenn sie könnten.

Idee für nachhaltige Entlastung

So richtig stolz ist Schaberick aber über den Weg, auf den sich der gesamte Rat auf Betreiben der SPD bei den sogenannten „Kooperationsmodellen“ gemacht hat. Dabei geht es um neue Geschäftsverbindungen beim Abwasser, der Grünflächenpflege oder dem Winterdienst. Einstimmig wurde beschlossen, nach möglichen Kooperationspartnern Ausschau zu halten. Das scheint lohnend. Jan Schaberick jedenfalls ist davon überzeugt, „dass das zu einer nachhaltigen finanziellen Entlastung für Herdecke führen wird.“

Wo hat die SPD als stärkste Kraft im Rat der Entwicklung der Stadt noch ihren Stempel aufgedrückt? Schaberick nennt ein Beispiel, „bei dem der Stempel bereits in der Schublade liegt: die dauerhafte Zweizügigkeit der Hugo-Knauer-Grundschule in Ende.“ Er ist jedenfalls „weiter der festen Überzeugung, dass diese Forderung richtig ist.“

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