Ausstellung

In Herdecke: Studenten malen mit dem Foto-Apparat

Die studentischen Kuratoren Nikolas Middelmann, Maximilian Brücher, Lara-Luna Ehrenschneider und Julia Ebner vor eigenen Werken.

Die studentischen Kuratoren Nikolas Middelmann, Maximilian Brücher, Lara-Luna Ehrenschneider und Julia Ebner vor eigenen Werken.

Foto: Laura Dicke / WP

Herdecke.  Mit der Ausstellung „Photogra-Wie“ in der Herdecker Dr. Carl Dörken Galerie loten Studierende der Uni Witten-Herdecke Grenzen der Kunst aus

Vom klassischen Familienfoto über Bilder in Werbung, Zeitung und Internet bis hin zu künstlerischen Werken – Fotos sind aus dem heutigen Alltag kaum noch wegzudenken. Meist wird mit der Photographie im klassischen Sinne jedoch eine gegenständliche Darstellung verbunden. Dass die moderne, zeitgenössische Photographie um einiges vielseitiger ist als die direkte Abbildung von Gegenständen oder Personen, zeigt die Ausstellung „Photogra-Wie“ der Universität Witten-Herdecke in Kooperation mit der Werner Richard - Dr. Carl Dörken Stiftung. Die am heutigen Freitag beginnende Ausstellung in der Dörken Galerie an der Wetterstraße widmet sich ganz der sogenannten konkreten Photographie und wurde im Rahmen des Studium fundamentale von einer Gruppe Studenten und Studentinnen unter der Leitung von Prof. Dr. Claus Volkenandt ausgearbeitet.

Welche Aussagen kann eine Photographie machen, die nicht dem klassischen Prinzip der Wirklichkeitsablichtung folgt und ungegenständliche Farben und Formen präsentiert? Diese Frage war eine der Hauptgedanken des über vier Semester dauernden Seminars. Dabei experimentierten die Studierenden, darunter die studentischen Kuratoren Maximilian Brücher, Julia Ebner, Lara-Luna Ehrenschneider, Nikolas Middelmann und Shaya Werner, mit den gängigen Prinzipien der Photographie.

„In der konkreten Photographie geht es vorrangig darum, wie Bilder gemacht werden und nicht darum, was abgebildet ist“, erklärte Studentin Lara-Luna Ehrenschneider. Eine konkrete Photographie ist demnach eine nicht gegenständliche Darstellung, die den Prozess des Photographierens in den Vordergrund stellt. Experimentiert wird dabei vorrangig mit Licht und Farbe.

Im Seminar befassten sich die Studierenden sowohl mit der Theorie der konkreten Kunst als auch mit praktischen Eigenversuchen. „Wir sind einen Prozess im Seminar durchlaufen, haben uns die Theorie angeeignet, praktisch experimentiert und schließlich die komplette Ausstellung geplant und umgesetzt“, so der studentische Kurator Maximilian Brücher.

Vielfalt der Photographien

Einige der dabei entstandenen Werke von Maximilian Brücher, Lara-Luna Ehrenschneider und Nikolas Middelmann sind nun auch Teil der Ausstellung in Herdecke. Ergänzt werden die Arbeiten durch Bilder der vier Künstler Walter Ebenhofer, Karl Martin Holzhäuser, Gottfried Jäger und von Isabella S. Minichmair.

Alle diese Kunstwerke zeigen den unterschiedlichen Zugang zur Photographie: Während Karl Martin Holzhäuser in der Dunkelkammer eine Art Lichtmalerei erzeugt, gibt Walter Ebenhofer dem Begriff „ein Foto schießen“ eine ganz neue Bedeutung. Gottfried Jäger erstellt seine Werke hingegen computergestützt, und Isabella S. Minichmair arbeitet mit Lichtreflexionen. „Die Ausstellung lebt von der Spontanität und Bereitschaft der vier Künstler und der Studenten“, berichtete Professor und Stiftungsvorstandsmitglied Dr. Claus Volkenandt und wies darauf hin, dass die Ausstellung in nur zwei Monaten zusammengestellt wurde.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben