Weihnachten

In Wengern geht der Grinch um – Weihnachtsdeko geklaut

Dagmar und Heinz Eggert können es immer noch nicht fassen. Bereits zum dritten Mal hat jemand ihre liebevolle Weihnachtsdekoration entwendet. Da guckt selbst das Enkelkind traurig.

Dagmar und Heinz Eggert können es immer noch nicht fassen. Bereits zum dritten Mal hat jemand ihre liebevolle Weihnachtsdekoration entwendet. Da guckt selbst das Enkelkind traurig.

Foto: Yvonne Held

Wengern.  Bereits zum dritten Mal ist die liebevoll dekorierte Außenanlage von Familie Eggert in Wengern Opfer eines dreisten Diebs geworden.

Der Grinch scheint in Wengern umzugehen. Anders ist es scheinbar nicht zu erklären, dass bei Familie Eggert schon zum dritten Mal nacheinander, die Weihnachtsdekoration aus dem Vorgarten gestohlen worden ist.

Dagmar Eggert kann es immer noch nicht ganz glauben. „Seit 1992 wohnen wir jetzt hier und schmücken immer zu Ostern und zu Weihnachten“, sagt sie. „Die Leute bleiben sogar stehen und gucken sich die Dekoration an“, ergänzt ihr Mann Heinz stolz. Im Dorf wird das Ehepaar auch oft angesprochen. Die Leute kennen das Haus an der Markstraße. Doch anscheinend ist nicht jeder der Familie wohlgesonnen, zumindest was die Weihnachtsdekoration angeht. „Vor drei Jahren hat mir jemand die Silbersterne in Blumentöpfen gestohlen“, berichtet Dagmar Eggert. Das hielt sie jedoch nicht davon ab, auch im vergangenen Jahr das Haus und den Vorgarten liebevoll zu dekorieren. Einen Birkenstamm hatte sie beispielsweise umwickelt und darauf Rentiere gesetzt. „Von den Rentieren war nur noch eines übrig, das ich mit Draht befestigt hatte. Alle anderen waren weg. Der Stamm war kahl“, sagt sie traurig.

Kunststoffsterne hinter Gitter

Dennoch gab sie den guten Glauben an die Menschheit nicht auf und schließlich soll es ja trotzdem gemütlich und einladend aussehen. Also machte sich Dagmar Eggert auch dieses Jahr wieder auf. Geht in die Geschäfte, kauft Weihnachtsdekorationen ein und schmückt, sowohl im Haus als auch draußen. Kleine leuchtende Kunststoffsterne stellt sie hinter die Gitter, die am Badezimmerfenster sind, setzt Rentiere in die Blumentöpfe, stellt beispielsweise eine Kiste mit unterschiedlich großen Tannenzapfen auf, die sie extra in Holland gekauft hat.

Diesmal scheint der Dieb auch nicht da zu sein, dachte die Familie zumindest, bis Dagmar Eggert am vergangenen Freitag morgens schwimmen gehen wollte. „Ich kam aus dem Haus und wollte zur Garage, da fiel mir auf, dass Sterne fehlten“, berichtet sie. „Ich habe sie Donnerstagabend noch ausgemacht, bevor wir schlafen gegangen sind. Deshalb weiß ich, dass der Dieb entweder nach Mitternacht oder ganz früh morgens zugeschlagen hat“, sagt sie. Doch das war noch nicht alles. In der nächsten Nacht verschwanden auch noch die restlichen Sterne, zudem fehlen die großen Tannenzapfen aus dem Korb, der vor der Haustür steht.

Fest inmitten gestohlener Sachen

Heinz Eggert ist fassungslos, dass das schon wieder geschehen ist. Er kann es sich nicht erklären. „Es gibt wohl Menschen, die vor nichts zurückschrecken. Zeitgenossen die so etwas egoistisch stehlen. Sich einfach das nehmen, was sie wohl vermeintlich dringend brauchen. Rücksichtslos und ohne zu bedenken, was sie da anrichten. Vielleicht ist es ihnen ja völlig egal, das Weihnachtsfest inmitten gestohlener Sachen zu feiern. Vielleicht sind es auch nur Menschen, die Weihnachten nicht als das sehen, was es ist. Vielleicht sitzen sie auch mit ihren Kindern zusammen, neben den gestohlenen Sachen, und singen Weihnachtslieder. Vielleicht sind es auch nur Neider, die stehlen und dann die Sachen zum Müll geben“, vermutet er.

Das Ehepaar hat inzwischen Anzeige bei der Polizei erstattet. „Es geht uns nicht um den Wert der Sachen“, sagt Dagmar Eggert. „Für uns ist das emotional“, fügt ihr Mann hinzu. Zusätzlich zur Anzeige haben sie einen Zettel an einem ihrer Blumenkübel angebracht. „Ich möchte einfach, dass derjenige weiß, dass wir das sehr wohl merken, dass unsere Dekoration geklaut wird“, sagt Dagmar Eggert, auch verbunden mit der Hoffnung, dass der Dieb ein schlechtes Gewissen bekommt. Doch trotz der schlechten Erfahrung, will sich die Familie nicht abschrecken lassen und gibt sich kämpferisch: „Nächstes Jahr dekorieren wir wieder.“

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