Polizei

In Wetter: Die Angst vor Attacken hält an

Jüngstes Beispiel aus dem August: Immer wieder werden Autos einer Familie aus Grundschöttel demoliert.

Jüngstes Beispiel aus dem August: Immer wieder werden Autos einer Familie aus Grundschöttel demoliert.

Foto: Privat / WP

Wetter.  Eine Familie in Wetter fühlt sich allein gelassen von den Ordnungsmächten - Stadt und Polizei zeigen Verständnis, verweisen aber auf die Regeln.

Weiter sieht sich eine Familie aus Grundschöttel von einer ehemaligen Nachbarin verfolgt. Die Nerven liegen blank, auch nachdem Opferschützer der Polizei mit den Geängstigten gesprochen haben und die Stadt Unterstützung angeboten hat. Von einem Gefühl der Sicherheit ist die Familie nach einer neuerlichen Attacke weit entfernt.

Die Polizei bestätigt, dass mehrere Strafanzeigen der Familie vorliegen. Die letzte ist von Ende August. Es geht nicht um die erste Sachbeschädigung. Wieder einmal traf ein Auto die Gewalt. Als Urheber sieht die Familie eine ehemalige Nachbarin. Seit einer Bemerkung über deren Erziehungsmethode sind mehrfach Fahrzeuge aus der Familie demoliert worden. Auffällig war: Als die Nachbarin wegen Corona ihr Kind nicht in die nahe gelegene Grundschule bringen musste, gab es auch keine Beschädigungen. Mit der Wiederaufnahme des Schulbetriebs änderte sich das. Dann kamen die Ferien und wieder Ruhe. Danach ging wieder eine Seitenscheibe zu Bruch.

Die Stadt versucht seit Monaten auf die ehemalige Nachbarin einzuwirken, die ihrer Abschiebung entgegen sieht. Ihre Umquartierung in eine andere Unterkunft scheidet aus. „Es ist alles belegt“, heißt es bei der Stadt. Ein Schulwechsel für das Grundschulkind würde dieses „in eine persönlich sehr schwierige Situation bringen“, sieht die Stadt auch diesen Weg versperrt. Das Kind würde seine sozialen Bezüge verlieren und letztlich für das Verhalten der Mutter bestraft. Außerdem sei damit ja auch nicht garantiert, dass Ruhe herrsche: „Wenn die Mutter will, taucht sie trotzdem in Grundschöttel auf.“

Umzug als letzter Ausweg?

„Wir können den Eindruck der bedrohten Familie nachvollziehen“, heißt es weiter in einer Stellungnahme der Stadt. Aber manchmal seien ihr die Hände gebunden. „Wir können nicht Recht brechen.“ Zudem sei ja auch die Polizei im Boot.

Vor Monaten schon waren Beamte in der Wohnung der Familie in Grundschöttel, in die – trotz Annäherungsverbot – die ehemalige Nachbarin eingedrungen war. Auch jetzt wird wieder ermittelt. Polizeipressesprecherin Sonja Wever zeigt Verständnis für das Gefühl der Schutzlosigkeit: „Viele Opfer leiden nach den Taten unter solchen Gefühlen, daher spielt der Opferschutz in der Polizeiarbeit auch eine große Rolle.“ Die Opferschützer waren da und haben unter anderem ein Beratungs-Gespräch angeregt, um besser mit den Ängsten klar zu kommen. Im Moment ist die Familie aus Grundschöttel im Urlaub. Die Angst davor, dass es weiter gehen könnte mit den Attacken, wird sie mit zurückbringen. Auch einen Wegzug hat sie schon erwogen.

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