Breitbandausbau

In Wetter geht im Netz jetzt die Post ab

Schnelles Internet braucht in der Regel Glasfaser. Die liegt in Wetter jetzt zumindest bis zu den Verteilerkästen.

Foto: Daniel Reinhardt

Schnelles Internet braucht in der Regel Glasfaser. Die liegt in Wetter jetzt zumindest bis zu den Verteilerkästen. Foto: Daniel Reinhardt

Wetter.   In Alt-Wetter können Internet-Kunden schon schneller surfen, in Wengern, Grundschöttel und Volmarstein ab Dezember. Kunden müssen aber buchen.

In Alt-Wetter geht es schon jetzt schneller, in Wengern, Grundschöttel und Volmarstein öffnet sich das Türchen fürs schnelle Internet am zweiten Advent. „Dann werden 10 970 Haushalte in Wetter von der neuen Technik profitieren“, sagt Stefan Baldzun, Regio-Manager bei der Deutschen Telekom, die in den vergangenen Monaten das Stadtgebiet mit der so genannten Vectoring-Technik aufgerüstet hat.

40 Kabelverzweiger ausgetauscht

Das bedeutet, dass von den drei Vermittlungsstellen in der Stadt (eine dieser Wohnhausgroßen Einrichtungen steht zum Beispiel auf einem zurückliegenden Grundstück an der Königstraße) Glasfaserkabel bis zu den 100 Kabelverzweigern in den Stadtteilen gelegt wurden. 40 dieser grauen Kästen wurden komplett ausgetauscht, 60 weitere durch eine direkte Verbindung zu den neuen Verzweigern ertüchtigt. In Alt-Wetter sind die Arbeiten abgeschlossen, hier können etwa 2750 Haushalte nun von schnellerem Internet profitieren. „In den Stadtteilen Wengern, Volmarstein und Grundschöttel sind wir kurz vor dem Ende der Arbeiten“, so Baldzun.

Für alle Anbieter nutzbar

Zeit, die möglichen Kunden über die größeren Netzkapazitäten zu informieren. Denn das „schnelle Internet“ kommt nicht von allein. „Kunden müssen ihre Verträge ändern“, sagt Ulrich Schilling, Breitbandbeauftragter des Ennepe-Ruhr-Kreises. Und der Netzexperten betont: „Es muss nicht bei der Telekom gebucht werden.“ Die habe zwar für den Netzausbau gesorgt, müsse ihre Leitungen aber auch anderen Anbietern zur Verfügung stellen. Und noch einen weit verbreiteten Irrtum klärt Schilling auf: „Es wird nichts abgeschaltet!“ Wer jetzt Internet nutze und mit der Geschwindigkeit zufrieden sei, müsse nichts ändern.

Wer dagegen schneller surfen will, kann künftig zwischen Angeboten in den Größen S, M und L wählen. Die kleinste Datenvariante beinhaltet bis zur 25 Mbit, die größte bis zu 100 Mbit. Wichtig bleiben bei diesen Angeboten die beiden Wörtchen „bis zu“, denn die 100 Mbit sind nicht garantiert. „Die Datenmenge liegt aber in jedem Fall weit über den 50 Mbit in der M-Größe“, betont Telekom-Vertreter Stefan Baldzun.

Warten auf Landesbescheid

Dass nicht überall im Stadtgebiet die gleiche Netzgeschwindigkeit genutzt werden kann, ist technisch bedingt. Je weiter ein Kunde vom letzten Meter Glasfaser entfernt ist, um so schwächer kann das Signal werden. Apropos Geschwindigkeit: Ulrich Schilling von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises und sein wetterscher Kollege Peter Uphoff müssen seit dem Ausbau-Beginn im Sommer beinahe täglich Anfragen aus Albringhausen beantworten, der Internet-Wüste von Wetter. „Auch in Albringhausen wird es einen Ausbau geben“, macht Schilling allen Bürgern dort Hoffnung. Schon vor Wochen waren entsprechende Fördergelder von Bund und Land versprochen worden. Man warte lediglich auf den abschließenden Bescheid aus der Landeshauptstadt, um mit den konkreten Planungen für einen Netzausbau zu beginnen.

Kunden, die in den übrigen Stadtteilen vom Telekom-Ausbau profitieren möchten, müssen ihr Heim technisch nicht aufrüsten. „Da reicht sogar der alte Telefondraht“, sagt Ulrich Schilling. Und auch der Telekom-Experte hält eine neue Verkabelung im Privathaushalt für unnötig. Geprüft werden müsse allerdings der Router. „Der darf nicht zu alt sein“, sagt Stefan Baldzun.

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