Justiz

Leiterin des Herdecker Jugendamts in Probezeit gekündigt

Das Arbeitsgericht entschied, dass die Kündigung rechtens war.

Das Arbeitsgericht entschied, dass die Kündigung rechtens war.

Foto: dpa Picture-Alliance / Volker Hartmann

Herdecke.   Die Stadt Herdecke hat ihrer Jugendamtsleiterin schon in der Probezeit wieder gekündigt. Sie klagt vor Gericht und erzielt einen Vergleich.

Die mit reichlich Vorschusslorbeeren bedachte Herdecker Jugendamtsleiterin hat ihren Posten räumen müssen. Sie überstand nicht die sechsmonatige Probezeit. Auch das Arbeitsgericht konnte ihr da nicht helfen.

Ihre Vita liest sich als eine wahre Bilderbuch-Karriere: Sie ist diplomierte Sozialpädagogin und war 25 Jahre lang in den Diensten von Lennestadt („der Schatz im Sauerland“) angestellt. Ab 1997 fungierte sie dort als städtische Gleichstellungsbeauftragte und stieg 2015 zur „Leiterin des Fachbereichs Schulen und Soziales“ auf.

Dann der Wechsel zur Stadt Herdecke, zum 1. November 2018. Hier wurde sie die neue Leiterin des Jugendamts. Ein guter Fang, wie es schien: Die Frau mit der Lockenmähne galt in der 26.000-Einwohner-Stadt im Kreis Olpe als „sozial engagiert“ und „Verfechterin pragmatischer Lösungen“. Gerne wurde sie dort auch als „Mutter des Bündnisses für Familien“ bezeichnet, ein Projekt, für das sie später vom Bundesfamilienministerium sogar als „Bündnismentorin“ geehrt wurde.

Stadt nicht überzeugt

Bei der Stadt Herdecke war man von der neuen Jugendamts-Chefin , die nun nicht mehr täglich von ihrem Wohnort in Dortmund ins 99 Kilometer ferne Lennestadt, sondern nur noch ins 13 Kilometer nahe Herdecke zur Arbeit anreisen musste, schon nach kurzer Zeit nicht mehr so überzeugt.

Aussichtslose Klage

Deshalb war ihr am 21. Februar 2019 eine fristgerechte Kündigung zum 31. März 2019 ausgesprochen worden. Dagegen hatte sie vor dem Arbeitsgericht Hagen eine Klage eingereicht. Aussichtslos. Denn während der Probezeit kann jederzeit ohne Angaben von Gründen gekündigt werden. Richter Michael Seidel: „Die Klägerin wäre gut beraten gewesen, wenn sie sich ein Rückkehrrecht nach Lennestadt hätte einräumen lassen.“

So wurde lediglich ein Vergleich vereinbart: Die Kündigungsfrist wird vom 31. März auf den 30. April verlängert. Die Klägerin bekommt von der Stadt noch ein Arbeitszeugnis der Note „gut“ – und noch für einen weiteren Monat, bis Ende April, ihr Gehalt ausgezahlt. Und das beträgt 5300 Euro brutto im Monat.

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