Digitalisierung

Interaktive Tafeln für Gymnasium und Grundschule in Herdecke

Am Friedrich-Harkort-Gymnasium und in allen Grundschulen von Herdecke gibt es in Kürze interaktive Tafeln mit Notebook-Bedienung: (von links) Bernd Große-Ruyken, Jessica Rausch, Katja Strauss-Köster, Dieter Joachimi und Andreas Joksch

Am Friedrich-Harkort-Gymnasium und in allen Grundschulen von Herdecke gibt es in Kürze interaktive Tafeln mit Notebook-Bedienung: (von links) Bernd Große-Ruyken, Jessica Rausch, Katja Strauss-Köster, Dieter Joachimi und Andreas Joksch

Foto: Steffen Gerber

Herdecke.   Das Ende der Kreidezeit: Für 230 000 Euro erhalten das Friedrich-Harkort-Gymnasium und alle Grundschulen in Herdecke interaktive Tafeln.

Die fiesen Geräusche, wenn ein Fingernagel an der grünen Kreidetafel kratzt, gehören in Herdecke der Vergangenheit an: Die Stadtverwaltung ersetzt diese, in Kürze stehen in den Klassenräumen des Friedrich-Harkort-Gymnasiums und in allen Grundschulen interaktive Tafeln. Dieser Digitalisierungs-Schritt kostet 230 000 Euro, das Geld steht dank der Fördertöpfe aus dem Landesprogramm „Gute Schule 2020“ bereit.

„Das Ende der Kreidezeit“ nennen Jessica Rausch und Bernd Große-Ruyken aus der EDV-Abteilung des Rathauses die Umstellung. Die Schulen bekommen für moderne Unterrichtsmethoden Beamer, Notebooks und interaktive Tafeln. Fotos, Grafiken und Filme gucken, Audio-Dateien abspielen, Computerprogramme pädagogisch nutzen: Die magnetische Oberfläche lässt sich per Boardmarker beschriften, Lehrer können Ergebnisse abspeichern und wieder aufrufen.

Nachdem sich die Stadtverwaltung und Politik bei der Anschaffung einig waren, stimmten sich die EDV-Fachleute mit den Schulen ab. „Wir wollen der Lehrerschaft ja keine Technik vorsetzen“, so Rausch, während Große-Ruyken darauf verweist, dass der Anbieter des neuen Systems sowohl den Abbau der 65 alten Tafeln organisiert als auch die modernen Geräte montiert.

Während die Laptops nun bestellt werden und in den ersten Grundschulen die Umgestaltung angelaufen ist, sind im Friedrich-Harkort-Gymnasium schon alle alten Tafeln verschwunden, die ersten Lehrer erhielten gestern Schulungen für die neue Technik. „Wir haben ja vor Jahren schon so genannte Active Boards in Fachräumen angeschafft, wir stecken mitten im Digitalisierungs-Prozess und müssen uns den Herausforderungen einer umfassenden Medienbildung stellen“, berichtet Schulleiter Andreas Joksch, der sich über 35 neue Geräte freut.

Auch wenn am Gymnasium das flächendeckende W-LAN-Netz noch auf sich warten lässt, werden die interaktiven Tafeln miteinander verbunden sein. In dem wachsenden Markt gibt es je nach Fach unterschiedliche Software-Programme, die FHS setzt auf „it’s learning“, das neben Unterrichtsmaterialien Kommunikation und Organisation ermöglicht. „Dadurch brauchen wir kein WhatsApp. Die Lehrkraft bleibt aber die zentrale Person, nur mit digitalen Medien wird es nicht gehen. Aber ein Video aus dem Youtube-Kanal kann einen besonderen Impuls für ein Thema setzen“, meint der Schulleiter.

Digitalisierung in Maßen

Damit bremst er inmitten der digitalen Revolution (Joksch: „Wir sind hier diesbezüglich schon recht weit“) auch ein wenig, und das ganz im Sinne von Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster, die bei diesem Thema auf Personal- und Finanzfragen verweist. „Es geht neben der Technik dabei ja auch um pädagogische Konzepte. Wir sind noch in der Einführungsphase, fachspezifisch sind etwa über Fortbildungen die Pädagogen gefragt“, so Große-Ruyken.

Während also auch die Lehrer noch lernen müssen, nutzen laut Rausch an drei der vier Grundschulen Kinder bereits Tablet-Computer. Die zunehmende Digitalisierung versteht Joksch als mittelfristigen Prozess. Die EDV-Fachleute raten, sich manchen Herausforderungen langsam anzunähern und die Technik als Hilfsmittel anzusehen.

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