Interview der Woche

Interview der Woche: „Ich möchte etwas bewegen!“

Fabian Göke hat für sein Engagement bereits erste Preise erhalten.

Fabian Göke hat für sein Engagement bereits erste Preise erhalten.

Foto: Ramona Richter

Herdecke.  Fabian Göke ist für sein Engagement gleich zweifach mit dem Friedrich-Harkort-Preis ausgezeichnet worden. Im Interview spricht er über den Preis.

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Schul-AG’s, Sanitätsdienst, Schülervertretung, Ehrenamt – es gibt kaum etwas, was Fabian Göke in seiner Freizeit nicht macht – sei es innerhalb der Schule oder außerhalb. Für sein Engagement wurde der 17-Jährige in diesem Jahr gleich zweifach mit dem Friedrich-Harkort-Preis ausgezeichnet. In unserem Interview der Woche spricht Fabian Göcke über den Preis, seiner Arbeit bei Fridays for Future und seinen Zielen.


Wie war es für dich, als dir die Schule gleich zwei Preise überreichte?
Fabian Göke: „Es war eine große Ehre für mich. Der Preis war maßgeblich daran beteiligt, dass ich mich so stark engagiere. Nicht, weil ich ihn gewinnen wollte. Ich habe früher schlechte Erfahrungen gemacht und wurde für mein Engagement oft gehänselt. Damals war ich kurz davor, alles hinzuschmeißen. Durch die Verleihung solcher Preise sah ich vor einigen Jahren dann aber, dass es doch Menschen freut, und, dass man sehr wohl etwas damit erreichen kann, wenn man nur möchte.“


Der Preis für das gesellschaftliche und soziale Engagement wurde von Rotary mit 250 Euro notiert. Was möchtest du damit anfangen?
„100 Euro habe ich für mich und meine Ziele bekommen und 150 für schulische Projekte. Da haben wir auch schon eine Idee: Wir würden gerne für den Schulsanitätsdienst Walki-Talkis anschaffen. Um Gute zu bekommen, braucht man aber auch viel Geld. Auch das Preisgeld der vergangenen Gewinnerin können wir dafür nutzen. Wir müssen schauen, ob diese Idee am Ende umgesetzt werden kann“


Du engagierst dich nicht nur sehr viel in der Schule, sondern auch außerhalb – sei es bei den Johannitern oder als Aushilfe in einem Café für sozial benachteiligte Menschen. Bleibt da überhaupt noch Zeit für Hobbys?

„Die Sachen, in denen ich mich engagiere, sind ja mein Hobby. Das ist es, was ich in meiner Freizeit tun möchte. Andere spielen Fußball oder sind in anderen Vereinen, ich bin eben in AG’s oder engagiere mich anders wo. Dafür muss ich nichts aufgeben, sondern bin froh, dass ich überhaupt so viel Zeit dafür habe. Bereits in der Grundschule wollte ich gerne Klassensprecher werden. Das Engagement liegt mir einfach am Herzen.“


Du hast auch unter anderem den Publikumspreis an deiner Schule gewonnen. Wie sind die Reaktionen in deinem Umfeld auf dein Engagement?


„Meine Freunde und meine Familie finden es toll. Da bekomme ich schon positives Feedback. Aber ich bekomme auch besorgte Reaktionen, da ich schon sehr viel Zeit in meine Aktivitäten stecke. Die möchten ja auch nicht, dass ich schon mit 17 Jahren ein Burnout bekomme. (lacht)


Du bist auch bei Fridays for Future aktiv. Wie viel Zeit verbringst du dort?
„Aktuell würde ich sagen, dass Fridays for Future die meiste Zeit in Anspruch nimmt. Da kommen manchmal schon so um die 20-30 Stunden in einer Woche zusammen. Jeden Freitagabend findet zudem ein Plenum statt, das rund zwei bis drei Stunden dauert. Im Moment ist das besonders viel, weil wir derzeit die nächste Großdemo in Hagen planen.“


Wie kamst du überhaupt zu Fridays for Future?

„Im Januar fragte mich ein Freund, der ebenfalls im Schülersprecherteam war, ob ich nicht mit auf eine Demo kommen möchte. Ich ging mit und fand es einfach toll, wie sich die Menschen dort für ihre Zukunft einsetzen. Sofort fing ich an, mich über die Gruppe und deren Ziele zu informieren und für mich stand fest: Ich möchte etwas bewegen! Daher trat ich wenig später der Hagener Gruppe bei. Heute bin ich unter anderem einer von drei Pressesprechern unserer Gruppe.“


Welche Ziele hast du für die Zukunft?
„Natürlich möchte ich mich auch nach der Schule bei Fridays for Future engagieren. Ich gehe nicht davon aus, dass wir das Problem in den nächsten paar Jahren lösen können. Außerdem würde ich gerne, wenn ich volljährig bin, zur Freiwilligen Feuerwehr gehen. Das ist eine Herzensangelegenheit von mir. Arbeiten würde ich gerne im Bereich IT.“

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