Bildung

Jugendliche aus Wetter lernen gekonntes Debattieren

Hoch motiviertes Debatten-Team aus Wetter: Lara Wierike, Luisa Sonkol, Elina Richter und Sofija Terzic (von links) mit Lehrer Sebastian Berg (hinten). Sofija Terzic wird auch beim Landesfinale dabei sein.

Hoch motiviertes Debatten-Team aus Wetter: Lara Wierike, Luisa Sonkol, Elina Richter und Sofija Terzic (von links) mit Lehrer Sebastian Berg (hinten). Sofija Terzic wird auch beim Landesfinale dabei sein.

Foto: Patrick Scholz

Wetter.   Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums diskutieren auf hohem Niveau. Sofija Terzic ist Regionalsiegerin.

Wie argumentiert man richtig? Wie führt man eine sachliche Diskussion? Und wie überzeugt man die Gegenseite von den eigenen Argumenten? Das sind nur einige Fragen, auf die das Projekt „Jugend debattiert“ den Schülern Antworten geben soll. Auch das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) ist schon seit langer Zeit ein Teil von „Jugend debattiert“.

Wettbewerb auf mehreren Ebenen

Zunächst findet der Wettbewerb auf Schulebene statt. In zwei Altersgruppen debattieren die Schülerinnen und Schüler dabei über verschiedene, politisch aktuelle Themen. In der ersten Runde ging es um das Thema Tempolimit auf deutschen Autobahnen. Die zweite Gruppe diskutierte zum Thema Zeitumstellung. Am GSG hießen die Gewinnerinnen dieses Jahr unter anderem Sofija Terzic in der Gruppe der Acht- bis Zehntklässler (Altersgruppe eins) sowie Luisa Sonkol aus Altersgruppe zwei (Jahrgangsstufen elf bis 13). Die Schüler hatten nur eine kurze Vorbereitungszeit, wie die 15-jährige Sofija erzählt: „Da bekommt man dann zehn Tage vorher ein aktuelles politisches Thema, sieben Tage vorher kann man mit der Vorbereitung beginnen“, so die Neuntklässlerin. Viel müsse allerdings auch erst kurz vor der jeweiligen Debatte vorbereitet werden.

Für die 17-Jährige Luisa aus der Jahrgangsstufe Zwölf ist es bereits die dritte Teilnahme. „Ich war auf Schulebene die Älteste, daher war es für mich etwas routinierter“, so die Oberstufenschülerin. Das Regionalfinale läuft ähnlich ab wie auf Schulebene, nur dass man sich im Finale die eigene Position selber aussuchen darf. „Das Regionalfinale ist gemütlicher, nicht so groß und öffentlich, wie in der Schule“, beschreibt die 17-Jährige.

Sofijas Regionalfinale war am vergangenen Freitag in Dortmund. Dort wurde sie in ihrer Altersgruppe Siegerin im Regionalverbund Arnsberg. „Vor dem Regionalfinale war ich aber nicht so aufgeregt wie vor dem Schulfinale“, beschreibt die Gewinnerin ihre Gefühle. „Es war aber bei beiden Wettbewerbsstufen eine entspannte Atmosphäre. Vor allem konnte man beim Regionalfinale auch neue Leute kennenlernen.“ Für Sofija geht es Ende März weiter mit einem Rhetorik-Seminar in der Eifel als Vorbereitung auf das Landesfinale. „Ich freue mich sehr darauf“, blickt die 15-Jährige zuversichtlich auf den nächsten Schritt bei „Jugend debattiert“.

Ausbildung zur Jurorin

Etwas gelernt haben die beiden Schulsiegerinnen natürlich auch. „Man muss sich im Vorfeld über das gesamte Thema gut informieren, damit man alles versteht“, rät Sofija. „Und man muss seine Argumente authentisch rüber bringen, das ist auch wichtig.“ Luisa ergänzt: „Außerdem ist es wichtig auf die Gegenseite einzugehen. Man darf nicht nur egoistisch debattieren.“ Vor allem sei aber eines wichtig: „Spaß sollte man haben, gerade bei so einem Wettbewerb.“

Lara Wierike war zum ersten Mal als Debattantin bei der Schulqualifikation dabei. Auch wenn es die 14-Jährige nicht ins Schulfinale geschafft hat, „war es auf jeden Fall spannend dabei gewesen zu sein“, so die Zehntklässlerin. „Die gemütliche Atmosphäre in der Schule und die Tatsache, dass ich alle Mitdebattanten kannte, haben mir dann auch den Respekt genommen.“

Als Schüler kann man aber auch Debatten beobachten und als Juror bewerten. Jede Jury bestehe sowohl aus Lehrern als auch aus Schülern, so Sebastian Berg, Lehrer am GSG. Elina Richter hat in diesem Jahr die nötige Juryschulung abgeschlossen. „Es ist gut zu wissen, was bewertet wird und worauf man auch als Debattant genau achten muss“, erklärt die 14-Jährige. „Ausdrucksvermögen ist ein wichtiger Bewertungspunkt.“ Objektiv zu bleiben und sachliche Bewertungen abzugeben lerne man bei der Schulung, so die Neuntklässlerin. Die Ausbildung zur Jurorin sei eine gute Erfahrung gewesen: „Vor allem war es gut, viel von Debatten und Teilnehmern mitzubekommen und einen Gesamteindruck zu kriegen. Man kann sehr viel für die eigene Debatte mitnehmen“, sagt Elina.

Gewinn für den Alltag

Sowohl Lehrer Sebastian Berg als auch die Schülerinnen des GSG sind sich einig: „Jugend debattiert“ ist ein sehr gutes Projekt. „Man kann sich eine gute Meinung über politische Themen bilden. Aber man profitiert auch in alltäglichen Situationen“, so die Schülerinnen. Da bleibe man in Diskussionen mittlerweile viel ruhiger, sagt Lara.

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