Gemeinschaftskrankenhaus

Kampagne für Ausbildung als Pfleger am Institut in Herdecke

Werbe-Kampagne und Info-Tag im Dörthe-Krause-Institut: Die Dozenten Jennifer Kramer und Michael Knese (rechts) erklären mit  den Auszubildenden Felia Risch (links) und Janik Schild, wie es um das Berufsfeld der Pflege und am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke bestellt ist

Werbe-Kampagne und Info-Tag im Dörthe-Krause-Institut: Die Dozenten Jennifer Kramer und Michael Knese (rechts) erklären mit  den Auszubildenden Felia Risch (links) und Janik Schild, wie es um das Berufsfeld der Pflege und am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke bestellt ist

Foto: Steffen Gerber

Herdecke.   Mit der multimedialen Kampagne und dem Info-Tag wirbt das Dörthe-Krause-Institut am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke für die Pflege-Ausbildung.

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen im Ennepe-Ruhr-Kreis steigt immer weiter an, das geht aktuell aus Zahlen des Statistischen Landesamts NRW hervor. Insofern passt eine Kampagne des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke (GKH), das mit verschiedenen Aktionen auf die Ausbildung für angehende Pflegekräfte im angegliederten Dörthe-Krause-Institut hinweisen will.

Wundenheiler, Helfersyndrom, Kräuterhexer. Klingt nach Klischee und Vorurteilen gegenüber Pflegenden. Diese Begriffe stehen nun auf Plakaten, Postkarten oder finden sich neuerdings in Internet-Kanälen. Ironisch und kreativ bewirbt das Krankenhaus den Beruf von Gesundheits- und Krankenpflegern. Dazu bieten die Verantwortlichen um Institutsleiterin Gabriele Weber nach langer Zeit wieder einen Info-Tag am 6. Juni für interessierte Berufsanfänger im Dörthe-Krause-Institut (Döki) an.

„Hier können Gäste die gesamte Bandbreite praktischer Pflege erfahren und ausprobieren“, sagt Dozentin Jennifer Kramer, während ihr Kollege Michael Knese auf das Döki als Fort- und Weiterbildungsinstitut hinweist. Aktuell stehen aber Azubis im Fokus. Daher sitzen mit der 23-jährigen Felia Risch und Janik Schild (29) angehende Pflegefachkräfte mit am Tisch, um über die Entwicklungen und die Perspektiven in diesem Berufsfeld zu berichten. Beide betonen, wie sehr die Ausbildung sie auch menschlich weiter gebracht habe. „Und es gibt bei uns sehr gute Chancen, danach übernommen zu werden.“

25 Plätze pro Jahrgang

75 Plätze (25 pro Jahrgang) bietet das Döki an, aktuell sind 42 belegt. Im Herbst kommen die Neulinge, die Vergütung orientiert sich am Tarifen des Öffentlichen Dienstes plus Zulagen für Nacht- oder Wochenendschichten, die Ausbildung dauert drei Jahre. Die endet für Felia Risch im Oktober, Bewerbungsgespräche laufen. Sie will auf die Intensivstation. „Es gibt erfreulicherweise komplexe Weiterbildungsmöglichkeiten, in der Ausbildung hier habe ich auch die Erfahrungen außerhalb Herdeckes als wichtige Bereicherung empfunden“, sagt die Dortmunderin, die nach dem Abitur sozial arbeiten wollte und deren Mutter schon am GKH eine Ausbildung absolvierte.

Janik Schild wiederum kam in seinem freiwilligen sozialen Jahr in Kontakt mit der Behindertenhilfe und dann mit der Altenpflege. „Ein Krankenhaus-Praktikum hat mir gut gefallen, nach dem Dienst bin ich fast immer gestärkt nach Hause gegangen“, sagt der Mann aus dem Mittelkurs, der wie Risch derzeit günstig in einer GKH-Wohnung in Ende lebt und die anspruchsvolle Ausbildung im Döki lobt.

Dort will das fünfköpfige Pädagogen-Team vor dem Staatsexamen einen hohen Standard in Sachen Medizin und Pflege vermitteln. Theoretisch wie auch praktisch. „Dazu gehören aktuelle Pflegeansätze wie auch bewährte Tradition. Das ist sinnvoll, da die Multimorbidität steigt“, erklärt Jennifer Kramer mit Blick auf mehrere Krankheiten gleichzeitig.

Anthroposophischer Ansatz

Während deutschlandweit der generalistische Ansatz ab 2020 verpflichtend ist, bilden in Ende die Döki-Dozenten die jungen Leute schon länger in verschiedenen Sektionen wie Kinder-, Kranken-, Akut- oder Altenpflege aus. „Das ist auch sinnvoll, ich sehe das vielfach als ein Wechselspiel an, da Kenntnisse aus einem Bereich im anderen helfen“, sagt Kramer und denkt auch an ambulante oder stationäre Aufgaben. Daher sollen die Azubis, die mindestens mittlere Reife haben müssen, während der drei Jahre Erfahrungen auch bei Kooperations-Partnern in verschiedenen Städten Deutschlands sammeln.

Nur zwei nationale Pflegeschulen wiederum bieten einen anthroposophischen Ansatz an. In Westende geht es somit auch um künstlerische Übungen, rhythmische Einreibungen, Heilpflanzen oder das entsprechende Menschenbild. „Wir pflegen einen engen Austausch mit dem GKH und wissen etwa vom Personalmangel in der Kinderklinik“, sagt Kramer. „Umso mehr hoffen wir, neue Gesundheits- und Krankenpflegefachkräfte ausbilden zu können.“

Praxis am Info-Tag

Seit 1970 gibt es das Dörthe-Krause-Institut, benannt nach einer Krankenschwester und einer der Wegbereiterinnen der anthroposophisch orientierten Pflege, in direkter Nachbarschaft vom Gemeinschaftskrankenhaus. In dieser Krankenpflegeschule am Gerhard-Kienle-Weg 10 findet am Donnerstag, 6. Juni, von 10 bis 15 Uhr der Info-Tag Ausbildung statt.

Besucher sollen dann Auskünfte über die vielfältigen Perspektiven als Gesundheits- und Krankenpfleger erhalten. Als Grundvoraussetzung für Interessierte gelten der Einsatz für andere Menschen, Verantwortungsbewusstsein, leidenschaftliche Berufsausübung und Bereitschaft in einem anspruchsvollen Job.

Am 6. Juni gibt es nach der Begrüßung Informationen zum Einstieg, eine Art Fakten-Check rund um die (besondere) Ausbildung am Dörthe-Krause-Institut. Es folgen Gesprächsangebote mit den Azubis, die von ihren Erfahrungen berichten, sowie eine Schul- und Geländeführung.

Workshops und Reflexion am Ende

Danach stehen Workshops auf dem Programm. Teilnehmer sollen Selbsterfahrungen bezüglich Berührungsqualitäten (Handpeeling und Handmassage) sammeln oder auch in die Praxis der äußeren Anwendungen eintauchen können. Dazu zählen unter dem Stichwort Neugeborene das Wickeln, Pucken oder Tragen. In Sachen Diagnostik geht es um Puls- und Blutdruckmessungen, bei der Notfallversorgung steht das Neugeborenen-Reanimations-Training im Vordergrund. Bezüglich der Mobilisation gibt es Hinweise zum Rutschen, Rollen und Bewegen, ehe ein gemeinsamer Ausklang bei Snacks den Tag abrunden soll.

Das Dörthe-Krause-Institut bittet Interessierte um vorige Anmeldung unter (02330) 62-3203 oder per Mail an j.kramer@gemeinschaftskrankenhaus.de

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