Narrenzeit

Karnevalsfreunde feiern in Wetter, ohne andere zu kopieren

Die Karnevalsfreunde Wetter bereicherten am Samstag den Wochenmarkt auf dem Bahnhofsvorplatz mit viel Musik und guter Laune.

Foto: Manuela Pavlovskis

Die Karnevalsfreunde Wetter bereicherten am Samstag den Wochenmarkt auf dem Bahnhofsvorplatz mit viel Musik und guter Laune. Foto: Manuela Pavlovskis

Wetter.   Erst 2016 hat Tim Eisenblätter die Karnevalsfreunde Wetter gegründet. Der Verein hat für die nun anstehende fünfte Jahreszeit viel organisiert.

Die Resonanz auf die erste närrische Session in Wetter war einfach atemberaubend. Am morgigen Altweibertag übernehmen die Karnevalsfreunde wieder das Regiment. Das haben wir zum Anlass genommen, uns mit dem Initiator und Vorsitzenden des Vereins, Tim Eisenblätter, zu unterhalten.

Was war Ihre Motivation, in Wetter einen Verein wie die Karnevalsfreunde zu gründen?

Das war, wie so etwas immer passiert, aus einer Bierlaune heraus. Ich komme aus Düsseldorf, meine Frau aus Wetter. Wir haben oft in Düsseldorf zusammen gefeiert, und meine Frau war auch begeistert. Deshalb habe ich gesagt, wenn ich nach Wetter ziehe, gründe ich dort einen Karnevalsverein.

Hätten Sie mit einer solchen Resonanz gerechnet? Immerhin konnten Sie die Mitgliederzahl aus dem Vorjahr inzwischen mehr als verdoppeln.

Alle haben mir gesagt, Karneval funktioniert hier nicht. Ich dachte auch, das wäre so ein Pflänzchen, aber man muss es einfach ausprobieren. Eine Hummel weiß auch nicht, dass sie mit ihren Flügeln nicht fliegen kann und macht es einfach.

Wie erklären Sie sich den großen Zustrom in Wetter, während die Begeisterung in der Nachbarstadt Herdecke für den Karneval scheinbar verglüht ist?

Weil wir Karneval so feiern, wie es für uns richtig scheint. Wir leben das Brauchtum und achten die Tradition, aber wir kopieren keinen Karneval aus Düsseldorf oder Köln. Selbst dort sagen sie inzwischen, wenn der Büttenredner kommt, gehen alle pinkeln. Party, Pils und töffte Leute lautet unser Motto. Wir haben keine miefigen Narrenkappen auf, keine Garde und keinen Prinz Karneval. Wir kommen im Pütthemd mit Bergmannshelm. Unser Karnevalssuperheld ist Confetti.

Allein das Programm für den Kostümball im Stadtsaal Wetter mit dem Auftritt von Comedian Markus Krebs ist für die zweite Saison beeindruckend. Wo soll es denn noch hingehen?

Das entscheidet das Publikum. Aber ich muss ehrlich gestehen, dass unser Level damit auch erreicht ist. Von zehn Euro Eintritt bezahlen wir Gema, Security, die Liveband und Markus Krebs.

Wenn Sie sich für diese Session noch etwas wünschen dürften, was wäre das?

Dass die Karnevalsmuffel sich doch von uns überzeugen lassen. Wir feiern schließlich eine Mottoparty mit dem Thema Karneval.

>>>Die Karnevals-Termine in Wetter

  • An Altweiber stürmen die Karnevalsfreunde das Rathaus in Wetter. Um 11.11 Uhr geht es am Donnerstag, 8. Februar, los. Gefeiert wird die Eroberung des Stadtschlüssels mit einer großen Altweiberparty im Stadtsaal ab 16.11 Uhr. Um 18.15 Uhr stößt die Karnevalsgesellschaft Blau-Gelb Hagen mit dem Schalk Evelyn dazu, um 19 Uhr kommt der Jugendspielmannszug Volmarstein. Besucher werden auch Prinz Olaf und Prinzessin Anja samt Gefolge aus Hagen sein.

  • Am Samstag wird ab 18.11 Uhr im Stadtsaal der Kostümball gefeiert. Die Begrüßung übernimmt ab 19 Uhr Moderator Jan Schulte von Radio Ennepe-Ruhr. Um 20.30 Uhr gibt es als ersten Höhepunkt des Abends den Auftritt der Band De Drömmelköppe. Der „Hocker-Rocker“ Markus Krebs will mit seiner berüchtigten Ruhrpott-Art die Leute im Stadtsaal zum Lachen bringen. Im Anschluss werden die besten drei Kostüme prämiert. Restkarten können reserviert werden.

  • Am Rosenmontag gehört der Stadtsaal Wetter von 14 bis 17 Uhr den Kindern. Unterhaltung bieten das Duo Artistico und Stelzenläufer Mr. Tom, dazu gibt es Kamelle und vieles mehr.Am Aschermittwoch ist alles vorbei. Im Restaurant Leimkasten geht die Session um 19 Uhr mit der Verbrennung des „Confetti“ und Rückgabe des Stadtschlüssels zu Ende.

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