Gericht

Kehrmaschinen-Fahrer aus Wetter flüchtet nach Unfall

Die Akte des Wetteraners, der mit einer Kehrmaschine einen Unfall und hohen Sachschaden verursachte, ist geschlossen. Die Unfallflucht räumte er vor Gericht unumwunden ein.

Die Akte des Wetteraners, der mit einer Kehrmaschine einen Unfall und hohen Sachschaden verursachte, ist geschlossen. Die Unfallflucht räumte er vor Gericht unumwunden ein.

Foto: Michael Kleinrensing

Wetter.   Jetzt muss sich der 58-Jährige vor Gericht verantworten. Sein Verteidiger spricht von einem Augenblicksversagen.

Einen kurzen Moment passte ein Wetteraner nicht auf. Das reichte, um mit seiner Kehrmaschine einen Unfall mit reichlich Schaden zu verursachen. Offenbar geriet der 58-Jährige daraufhin in Panik. Er fuhr einfach weiter. Das bescherte dem bis dato unbescholtenen Mann nun ein Verfahren vor dem hiesigen Amtsgericht. Vorwurf: unerlaubtes Entfernen vom Unfallort.

Am 23. Oktober war der Mann aus Wetter mit seiner Kehrmaschine auf der Hagener Straße unterwegs, als er durch Unaufmerksamkeit in den Gegenverkehr geriet. Daraufhin kollidierte sein Außenspiegel mit dem eines Lkw, und fliegende Trümmerteile beschädigten darüber hinaus auch noch den Pkw, der hinter dem Lastwagen fuhr. Rund 2000 Euro Schaden entstanden an den beiden fremden Fahrzeugen. Er setzte seine Fahrt dennoch fort, besorgte in seinem Betrieb noch Ersatzteile für seine ebenfalls ramponierte Kehrmaschine und machte dann Feierabend. Als die Polizei bei seinem Arbeitgeber auftauchte, wurde das Fahrzeug gerade repariert. Der 58-Jährige erhielt einen Anruf, kehrte zurück und erklärte, als er mit dem Vorwurf der Unfallflucht konfrontiert wurde, es sei lächerlich, dass gleich zwei Fahrzeuge beschädigt sein sollten. Dennoch erhielt er wenig später per Post einen Strafbefehl. Demnach wurde er zu 20 Tagessätzen à 30 Euro Geldstrafe und sechs Monaten Fahrverbot verurteilt. Er legte Einspruch ein.

Diesem Einspruch folgte nun die Verhandlung und dort stellte der Wetteraner den Vorwurf nicht in Abrede. Sein Verteidiger räumte die Tat in seinem Namen ein und versicherte: „Ihm ist bewusst, dass das falsch war.“ Der Mandant habe einen Schock gehabt. Das Ganze sei ein Augenblicksversagen gewesen, ein einmaliger Aussetzer.

Führerschein als Lebensgrundlage

Richterin Sonja Baumann wurde deutlich und erinnerte den Angeklagten an sein Verhalten nach dem Vorfall – insbesondere an seine Angaben bei der Polizei. Der Wetteraner habe noch Glück gehabt. Das Ganze hätte auch durchaus mit der Einziehung der Fahrerlaubnis enden können. Allerdings sah sie auch, dass der Führerschein die Lebensgrundlage des 58-Jährigen darstellte, er seine Tat nun unumwunden einräumte und er überdies vor dem Tattag nie mit dem Gesetz in Konflikt geriet.

Diese Punkte, die eindeutig für den Mann auf der Anklagebank sprachen, führten letztlich dazu, dass das Fahrverbot im Urteil von sechs auf drei Monate reduziert wurde. Gleichzeitig jedoch erhöhte sich die Geldstrafe von 600 Euro auf 1200 Euro. Doch das nahm der Wetteraner dann am Ende gerne in Kauf.

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