Kultur

Klein und Fein: Literatur im Dachgeschoss

Michael Helm liest in der Buchhandlung Herdecke, hier mit Buchhändlerin Inka Beermann. Früher kam er als Kunde, um Bücher zu kaufen.

Michael Helm liest in der Buchhandlung Herdecke, hier mit Buchhändlerin Inka Beermann. Früher kam er als Kunde, um Bücher zu kaufen.

Foto: Jessica Börner

Herdecke.  Es geht weiter: Im Dachgeschoss der Herdecker Buchhandlung finden auch in diesem Jahr wieder Lesungen statt.

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24 Stühle fasst der kleine Veranstaltungsraum im Dachgeschoss der Buchhandlung Herdecke. Die Fähigkeit, die steile Treppe zu erklimmen, ist eindeutig Zugangsvoraussetzung zu den Lesungen, die künftig dort wieder stattfinden.

Kaum einer wurde so häufig vertont, besungen, verachtet und geliebt wie Heinrich Heine. Aber Heine ist nicht nur allein der Dichter der Loreley. Vor allem ist er der deutsche Dichter, der ins Pariser Exil gehen musste, weil nicht nur seine Bücher in Preußen, sondern auch seine Anwesenheit dort unerwünscht waren. Äußerst erwünscht ist hingegen die Anwesenheit des Schriftstellers und Rezitators Michael Helm in Herdecke. Nach den erfolgreichen Lesungen im Dachgeschoss 2019 veranstaltet die Buchhandlung Herdecke in diesem Jahr gleich vier literarische Veranstaltungen unter dem Motto „klein & fein“. Los geht es mit Helm und Heine am 6. Februar. Der Vorverkauf dafür startet am Donnerstag, 9. Januar.

Heine als Vorbild

Helms literarische Faszination weist viele Parallelen zu Heines Leben und seiner Werke auf. Im Geburtshaus von Heinrich Heine nahe dem Kneipenviertel in Düsseldorf hat der Rezitator erste literarische Lesungen besucht. In diesem Rahmen lernt er den Organisator Rolf Fuchs kennen und knüpft so erste Kontakte für seine literarische Karriere. Seitdem gilt er als fester Bestandteil des literarischen Programms im Heinrich-Heine-Geburtshaus.

Heute präsentiert der Schriftsteller und Rezitator Michael Helm sowohl die Werke großer Dichter, als auch seine eigenen Bücher. An Heine bewundert er besonders, dass er sich von keiner Zensur vorschreiben lassen wollte, wie er zu schreiben und schon gar nicht, wie er zu denken und empfinden habe. Eingeordnet in den biografischen Hintergrund, wird Michael Helm Gedichte und Auszüge aus Heines Texten lesen, die meist weniger bekannt geworden sind. „Für mich ist Heine der meist gelesene, größte deutsche Dichter der Welt“, sagt Helm und lacht. „Hoffentlich hat Goethe das jetzt nicht gehört“, scherzt der Rezitator.

Künstler sucht Kontakt zu Publikum

In der Pause sucht der Künstler den direkten Kontakt mit dem Publikum. „Sich hinter einem Vorhang zu verstecken, ist nicht mein Ding. Ich spreche gerne mit den Besuchern über Literatur und beantworte ihre Fragen.“

Ebenfalls in diesem Jahr wird Helm Gedichte und Prosa des Mittelhochdeutschen bis hin zu zeitgenössischen Mosaiken rezitieren. Kurz und Episch. Grotesk und Grazil. Schön und Hässlich lautet das Credo. Irland, die grüne Insel Europas, wird im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres ebenso wenig verschont wie der berühmte Autor Mark Twain.

Neben den bekannten Werken bindet der Autor eigene, humoristisch-literarische Werke in seine Lesungen mit ein. Diese sind unter anderem durch seine eigenen Reisen entstanden.

Wer sich für die vorgetragenen Werke interessiert, dem bietet die Bücherei Herdecke eine kleine Auswahl zum Kauf an. Michael Helm signiert sie gern.

Der Kartenvorverkauf beginnt jeweils vier Wochen vor der Veranstaltung. Karten, die bei der Buchhandlung Herdecke telefonisch bestellt und nicht innerhalb einer Woche persönlich abgeholt werden, gehen wieder in den regulären Vorverkauf.

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