Theater

Koffertheater widmet sich dem Mann

Premiere gelungen! Das Koffertheater präsentierte "Impotenten Mann fürs Leben gesucht."

Foto: WP

Premiere gelungen! Das Koffertheater präsentierte "Impotenten Mann fürs Leben gesucht." Foto: WP

Wetter.   Mit einer bejubelten Premiere hat das wettersche Koffertheater eine weiteres gelungenes Stück präsentiert. Unter der Regie von Sabine Gruß hat sich das Ensemble dem Bestseller „Suche impotenten Mann fürs Leben“ von Gaby Hauptmann angenommen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Carmen ist 33 Jahre alt, erfolgreich im Beruf und vergeben. Doch auf ihren Freund hat sie schon lange keine Lust mehr. Denn der will immer nur Sex. „Warum können Männer nicht begreifen, dass es uns Frauen nicht immer nur um das Eine geht?“, klagt Carmen und beschließt kurzerhand ihren Freund in die Wüste zu schicken. Sie hat genug von Sex. Für die moderne Frau gebe es schließlich genug andere Hilfsmittel. In der nächsten Beziehung soll alles anders werden: Wärme und Zuneigung statt ständiger, vom Mann eingeforderten, „Matratzenakrobatik“. Und Carmen hat auch schon einen Plan: Per Kontaktanzeige sucht sie nach einem Mann. Der soll nicht nur intelligent sein, sondern vor allem impotent. „Ich will einen Mann, der nicht mehr kann“, so ihr Motto.

Viel gelesene Romanvorlage

Und so beginnt im Stück des Koffertheater-Ensembles „Suche impotenten Mann fürs Leben“, das Samstag unter der Regie von Sabine Gruß in der Lichtburg Premiere feierte, die fröhliche Suche nach dem geeigneten Kandidaten. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gaby Hauptmann, der wurde über 1,5 Millionen Mal verkauft.

Von Beginn an sorgt das Stück für zahlreiche Lacher im ausverkauften Saal. Gekonnt werden die Klischees von Männern und Frauen karikiert. Die Schauspieler, allen voran Janina Weber als Carmen, überzeugen mit ihrem pointenreichen Spiel. Denise Förster, Kris Köhler und Heiko Gleichmann schlüpfen im Laufe des Stückes immer wieder in unterschiedliche Rollen. Köhler und Gleichmann brillieren dabei vor allem als schräge, impotente Dating-Kandidaten mit Hang zu ausgefallenen Perücken, die von biederen Staubsauger-Vertretern bis hin zu verklemmten Adeligen reichen. Denn den geeigneten Mann mit dem Handicap Impotenz zu finden, erweist sich für Carmen als gar nicht so leicht.

Verliebt – aber potent

Und dann verliebt sich auch noch David (Kris Köhler) in sie, der zwar gebildet, romantisch und redegewandt ist, aber leider nicht impotent. Als er von ihrer Anzeige erfährt, sieht er seine Chance gekommen und gibt sich kurzerhand als Mann mit Potenzstörung aus. Die Verwicklungen beginnen und es ist eine Freude, Weber und Köhler dabei zuzusehen.

Inszenatorisch gelungen sind auch die kurzen Monologe, die immer wieder im Stück eingebaut werden. Mit einem kurzen Händeklatschen signalisieren die Darsteller eine Unterbrechung der Handlung, so als habe man bei einem Film die Stopp-Taste gedrückt. Die kurze Pause wird genutzt, um dem Publikum die Gedanken der Figur mitzuteilen. Auch der Bühnenumbau, den die Schauspieler selbst leisten – Tische und Stühle werden verschoben, Wein und Sekt angerichtet – dient Weber dazu, in ihrer Rolle als Carmen mit dem Publikum in Interaktion zu treten und das Geschehen zu kommentieren.

Das Bühnenbild indes ist puristisch gestaltet und dient mal als Wohnzimmer, mal als Café. Amüsant: Im Hintergrund hängt eine Pinnwand, auf der Carmen die Bewerber-Fotos der impotenten Kandidaten in die Kategorien „Ja“ und „Nein“ einordnet. Doch im Verlauf des Stückes wird schnell klar, dass diese Pinnwand eigentlich überflüssig, denn Carmen hat sich längst entschieden – für David. Jetzt muss der ihr nur noch seine Potenz gestehen. Zu viel sei nicht verraten, nur so viel: Auch Carmen lernt: Das „Eine“ gehört immer dazu.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik