Elbschehalle

Kreisveterinäramt warnt vor Afrikanischer Schweinepest

Vortrag für die Kreisjägerschaft Ennepe-Ruhr in der Elbschehalle über die Schweinepest.

Vortrag für die Kreisjägerschaft Ennepe-Ruhr in der Elbschehalle über die Schweinepest.

Foto: Manuela Pavlovskis

Wetter/Ennepe-Ruhr.   Informationsabend in der Elbschehalle zur Afrikanischen Schweinepest: Die Vorbereitungen im Ennepe-Ruhr-Kreis sind angelaufen.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist auf dem Vormarsch. Während für Menschen und andere Haustierarten davon keine Gefahr ausgeht, ist die Seuche für Wild- und Hausschweine ansteckend und tödlich.

Peter Richter als Leiter des Kreisveterinäramtes in Schwelm hatte kürzlich die Kreisjägerschaft Ennepe-Ruhr und Vertreter der einzelnen Ordnungsämter zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Rund 120 Jäger und Behördenvertreter versammelten sich am Abend in der Elbschehalle.

„Noch ist sie nicht in Deutschland angekommen, dass sie kommen wird, ist ziemlich sicher. Die Frage ist nur: wann?“, so Richters einführende Worte zur Schweinepest. Für Jäger sei es besonders wichtig, die Erkrankung und mögliche vorbeugende Maßnahmen zu (er)kennen. Von der hygienischen Behandlung der eigenen Ausrüstung bis hin zur Beobachtung der Wildschweine in freier Natur haben Jäger demnach dabei einen großen Einfluss auf ein frühzeitiges Erkennen und Eindämmen eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest.

Der wahrscheinlichste Übertragungsweg der Afrikanischen Schweinepest über große Entfernungen sei der Mensch. Denn die Wildschweine in Osteuropa haben sich vermutlich über weggeworfene Speisereste infiziert. Die Krankheitserreger seien extrem widerstandsfähig und können an Schuhen, Autoreifen, Ladeflächen, vor allem aber in nicht gegartem Fleisch wie Schinken oder Salami mehrere Monate überleben. So wird befürchtet, dass die Schweinepestviren schon bald von Reisenden nach Deutschland eingeschleppt werden könnten. „Hier reicht schon ein auf einem Rastplatz achtlos weggeworfenes und virenbelastetes Schinkenbrötchen“, so Peter Richter.

Prävention stand klar im Fokus der Veranstaltung. So reagierte bereits Anfang des Jahres das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen und hob die Schonzeit für die Wildschweine auf. Ausgenommen sind lediglich Muttertiere mit Frischlingen unter rund 25 Kilogramm.

Gelangt das Virus nach Deutschland, hätte das schwere Folgen für die Gesundheit der Wild- und Hausschweinebestände sowie in der Folge für die landwirtschaftliche Produktion. Neben Tötung und unschädlicher Beseitigung aller Schweine eines betroffenen Betriebes müssten großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet werden.

Hygieneregeln einhalten

Das Einhalten von Hygieneregeln betreffe natürlich nicht nur die wenigen gewerblichen Schweinemastbetriebe im EN-Kreis, auch Hobby-Schweinehaltern werde dringend empfohlen, Ställe und Viehtransporter regelmäßig zu reinigen und zu desinfizieren, Desinfektionswannen und -matten an allen Zugangs- und Zufahrtsbereichen zu installieren und Kontakt zu Wildschweinen unbedingt zu vermeiden. Weiterer Hinweis: Das Verfüttern von Speiseresten ist verboten! Im Fall der ASP bei Wildschweinen würden auch Waldflächen gesperrt. Restriktionszonen mit einem Radius von ca. 15 Kilometern um das Seuchengebiet und Pufferzonen mit einem Radius von ca. 25 km und einen Fund- oder Erlegungsort würden eingerichtet.

Trotz der relativ geringen Warscheinlichkeit, dass Spaziergänger im Wald auf ein totes Wildschein treffen sollten, sei es ratsam, einen solchen Fund bei der Polizei zu melden. Der zuständige Revierpächter werde sich dann des Fundes annehmen und gegebenenfalls Proben zur Untersuchung einreichen.

Mehr zum Thema
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik