Lärm geht durch: Wie ein heißes Messer durch Butter

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Wetter. Immer mehr Menschen hören es brummen. Nach einem WP-Bericht über die tieffrequenten Töne, die Dorit Funck um Schlaf und Gesundheit bringen, haben sich zahlreiche weitere Betroffene bei der Wetteranerin gemeldet. ...

... Und dass die nicht unter Hirngespinsten leiden, bestätigte gestern Professor Dr. Detlef Krahé von der Uni Wuppertal: "Die Richtwerte werden zeitweise überschritten."

Tieffrequente Töne sind eine schwierige Materie. Das weiß auch Professor Krahé, der an der Uni Wuppertal seit den 90er Jahren zu diesem Problem forscht: "Gerade diese Töne gehen durch Wände und Fenster wir ein heißes Messer durch Butter", weiß Dr. Krahé, der sich als stellvertretender Vorsitzender des Fachausschusses Hörakustik in der Deutschen Gesellschaft für Akustik eingehend mit diesem Thema beschäftigt hat. Dass das von zahlreichen Wetteranern wahrgenommene Brummen natürliche Ursachen hat, ist für den Fachmann ausgeschlossen: "Im Umkreis von drei bis vier Kilometern kann es viele Mögliche Ursachen geben. Die Quelle herauszufinden und Abhilfe zu schaffen - das ist das Problem."

Schon einmal hat Professor Krahé "Am Zamelberg" in der Wohnung von Dorit und Michael Funck gemessen, am vergangegen Wochenende wiederholte er die Messungen mit Spezialmikrofon und Laptop. Schon ohne eingehende Auswertung konnte der Uni-Professor gestern bestätigen, dass die tieffrequenten Töne wirklich vorhanden sind. Eine mögliche Ursache will der Experte indes nicht nennen: "Es gibt Vermutungen, die ich aber nicht aussprechen will." Nach seinerErfahrung sind oft Kraftwerke oder große Lüftungsanlagen der Auslöser der Dröhngeräusche, deren Schwingungen meist unter 100 Hertz liegen und längst nicht von allen Menschen wahrgenommen werden.

Dorit Funck, ihr Ehemann Michael und ihr Vater Bruno Milerski aus der Breslauer Straße hören das Brummen Tag und Nacht: "Selbst einFlugzeug ist im Vergleich dazu angenehm", beschreibt Bruno Milerski seine Qualen, wenn er nachts oft stundenlang wach liegt. "Da helfen nicht einmal Ohrstöpsel."

Für Familie Funck ist einigermaßen klar, woher der Lärm kommt: "Es ist das Blockheizkraftwerk am Geschwister-Scholl-Gymnasium", vermutet sie. Diesen Verdacht haben die Betroffenen auch gegenüber Bürgermeister Frank Hasenberg geäußert. Mehrere Mails ins Rathaus blieben allerdings unbeantwortet. Auch das Versprechen, das Blockheizkraftwerk während der Ferien abzuschalten, habe der Bürgermeister nicht eingehalten, klagt Dorit Funck. Für sie sind die weiteren Schritte deshalb klar: "Abhängig vom Ergebnis der jüngsten Messungen werden wir Strafanzeige stellen."

Um den Verursacher des Lärms ausfindig machen zu können, so rät Professor Detlef Krahé, sollten sich möglichst viele weitere Betroffene melden. Ansprechpartnerin ist Dorit Funck, Telefon (0 23 35) 84 52 70, E-Mail funckschwerte@aol.com.

Je mehr Informationen zusammenfließen, umso eher kann man die Lärmquelle finden. "Und oft lässt sich die Ursache schon mit einfachen Mitteln beseitigen", weiß Professor Krahé nach jahrelangem Kampf gegen den Krach.

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