Sterntaler-Lauf

Laufen, nicht nur um des Laufens willen

Sterntaler-Lauf Herdecke

Sterntaler-Lauf Herdecke
Mo, 16.10.2017, 18.37 Uhr

Sterntaler-Lauf Herdecke

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Herdecke.   Beim Sterntaler-Lauf in Herdecke geht es nicht nur um die Kilometer. Den Teilnehmern ist der gute Zweck wichtig.

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Es ist eine Verpflichtung. Beim Sterntaler-Lauf in Herdecke wollen alle dabei sein. Weil es um die gute Sache geht. Und weil es ein Lauf mit einer ganz besonderen Atmosphäre ist. Seit es nicht mehr um Sekunden und Platzierungen geht, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr.

Martina Hecker ist mit den Stöcken in der Hand gekommen und sucht die Station zum Nachmelden. Die ist aus der Therapiehalle in den Garten Avalon verzogen – eine Folge der Neuorganisation des Sterntaler-Laufs, der 15 Jahre als offizieller Lauf mit Zeitnahme und Urkunden über die Bühne ging und an diesem Wochenende zum zweiten Mal „nur noch“ ein Spendenlauf ist. „Ich will die Kette nicht abreißen lassen“, sagt die Walkerin, die früher häufig dabei gewesen ist.

Auch damals schon ging es ihr um den guten Zweck. Und das ist nicht nur bei der Herdeckerin so. Am Samstag steckten noch über 80 Läuferinnen und Läufer, die sich spontan zur Teilnahme entschlossen hatten, ihre Spenden in die aufgestellte Spardose. Am Ende waren es dann 230 Teilnehmer, die sich auf die Strecke vom Krankenhaus über den wetterschen Harkortberg und zurück machten. Zehn Kilometer bei bestem Wetter und für die ganz Schnellen in einer guten Zeit.

Viele Helfer im Hintergrund

Vor dem Start steht Uli Sauer auf einer Leiter und versucht, sich bei den Läufern Gehör zu verschaffen. Er will Danke sagen für die Unterstützung durch das Technische Hilfswerk, das Deutsche Rote Kreuz und zwei Parteien. „Die SPD steht am Wendepunkt und die CDU im Ziel.“ Was einige Läufer politisch nehmen und mit einem Schmunzeln quittieren, ist den Politikern eine Herzensangelegenheit. Gisbert Holthey füllt seit zehn Jahren die Becher hinter der Ziellinie mit Wasser. Das Dankeschön der Teilnehmer ist ihm nach zehn Kilometern da gewiss. Neu dabei sind die Herdecker Genossen, die auf dem wetterschen Harkortberg für die gute Sache im Einsatz sind. SPD-Stadtverbandsvorsitzender Ulrich Schwellenberg findet es wichtig, „dass es nicht immer nur um Politik geht.“

Worum es geht, das können die Läufer am Ende im Garten Avalon quasi aus erster Hand erfahren. Dort sind Susanne und Colton Peter zu Gast, Mutter und Sohn, die eigentlich im fernen Kanada zu Hause sind. Colton wurde als kleines Kind von einem Pferd getreten, galt in seiner kanadischen Heimat schnell als austherapiert. Ein Schicksal, das seine Großeltern in Herdecke nicht hinnehmen wollten. Sie nahmen Kontakt zum Sterntaler-Verein auf. „Seit 2008 betreuen wir Colton. Das erste Mal ist er im Rollstuhl hier angekommen, heute kann er laufen und vieles mehr, was in Kanada niemand mehr erwartet hat“, freut sich Gudrun Dannemann, Vorsitzende des Sterntaler-Vereins über diesen Erfolg und den Besuch.

Dankbare Mutter

Die Spenden der Läufer, von Firmen (teilweise gingen hier auch schon im Vorfeld Spenden ein) und engagierten Bürgern machen auch die Therapie für den heute 14-Jährigen Colton möglich. „Wir sind dankbar, dass das möglich ist und wir heute sehen können, wer uns hilft“, sagt Susanne Peter.

Unterdessen kommt Schlussläuferin Rani Sensen mit der Teilnehmerin ins Ziel, die früher auf dem letzten Platz gelandet wäre. Doch heute geht es um etwas anderes. Die Läuferin ist abgekämpft, aber glücklich. Sie hat die Strecke geschafft. Und sie hat gemeinsam mit vielen anderen etwas Gutes getan.

>>>INFO: Der nächste Lauf ist schon terminiert

  • Angelika Braun-Nott ist an ihrem 65. Geburtstag aus Hohenlimburg nach Herdecke gekommen. Laufen hat an diesem Tag für sie Tradition. Dass es in diesem Jahr der Sterntaler-Lauf ist, den sie absolviert, freut die Hohenlimburgerin besonders. „Für den guten Zweck ist es doppelt schön.“
  • Rewe Symalla hat in diesem Jahr Lebensmittel gespendet, um die Läufer nach der Zehn-Kilometer-Runde zu versorgen. Zahlreiche Kuchenspenden kamen zudem auch von den Läufern selbst.
  • Das Technische Hilfswerk Wetter sorgt schon traditionell für Licht in der dunklen Tunnelröhre hinter dem Krankenhaus. Das Deutsche Rote Kreuz kümmert sich um die Sicherheit.
  • Zwischen Start und Ziel gab es nicht nur freundliche Streckenposten, sondern auch noch ein paar aufmunternde und durch aus nachdenklich machende Sprüche, mit denen Wolfgang Schönknecht und Uli Sauer die Strecke gespickt hatten. „Was du für den Gipfel hältst, ist nur einen Stufe“ oder „Nur ein mittelmäßiger Mensch ist immer in Hochform“.
  • Ein erstes Zwischenfazit in Sachen Spenden gibt es bereits: Über 3500 Euro sind bis Sonntag zusammengekommen. Vorsitzende Gudrun Dannemann hofft für den Sterntaler-Verein aber auf noch mehr. „Es wurden noch Überweisungen angekündigt.“
  • Nach dem Spendenlauf ist vor dem Spendenlauf: Am Sonntag, 7. Oktober, geht es im Jahr 2018 auf die Strecke.
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