Loriot-Revue wieder aufgelegt

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Wetter-Volmarstein. (cp) Stellen Sie sich vor, Sie sitzen in einem Konzertsaal. Es ist eine Minute vor acht. Um acht beginnt die Vorstellung. ...

... Plötzlich entsteht vor Ihnen ein Tumult, weil sich ein junger Mann durch vollbesetzten Reihen zu einem freien Platz in der Mitte durchdrängt.

Er setzt sich, springt aber nur Sekunden später wieder auf, um eine Reihe weiter hinten Platz zu nehmen. Direkt neben Ihnen. Lautstark erzählt er Ihnen, dass er die Karte bei einem Bratfettgewinnspiel gewonnen habe. Hierzu habe er nur den Slogan der Herstellerfirma in die richtige Reihenfolge bringen müssen:

"Salamo Bratfett. Brat fettlos mit Salamo ohne. Brat ohne Fett mit Salamo Bratfett ohne. Molasa mit ohne los Fett fett Brat brat." Dann beginnt er, über einen der Stühle wieder nach vorne zu klettern, bleibt aber mit der Hose daran hängen und veranstaltet ein Riesentheater, während auf der Bühne bereits das Konzert begonnen hat. Sie sind im falschen Film, glauben Sie? Vielleicht. Aber vielleicht sind Sie auch einfach bei Loriot. Oder beim wetterschen Koffertheater. Oder bei beidem.

"Ich lache gern mal, wenn´s passt", lautete der vielsagende Titel der Loriot-Revue, die das Koffertheater Wetter am Freitagabend im Glashaus der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Grundschöttel aufführte. "Mein Mann Kristopher und ich sind Mitglieder in der Baptistengemeinde", erklärt Ramona Köhler vom Koffertheater. "Und weil wir bisher keinen Beitrag zu unserer Fünf-Euro-Aktion geleistet haben, haben wir diese Gelegenheit heute Abend genutzt."

Die Fünf-Euro-Aktion war von den Baptisten initiiert worden, um Spenden für die Suppenküche in Hagen zu sammeln. "Jedes Gemeindemitglied bekam am Ende eines Gottesdienstes einen Fünf-Euro-Schein in die Hand gedrückt und sollte dieses Geld seinen Talenten entsprechen vermehren", erinnert sich Ramona Köhler. Und so wurden in den vergangenen Wochen und Monaten Waffeln gebacken, eine Kletteraktion gestartet - und zum Abschluss eben ein Loriot-Abend veranstaltet. "Wir haben die Sketche bereits vor einigen Jahren einstudiert und sie nun wieder aufleben lassen", erklärt die Schauspielerin.

Und so konnten die Gäste im Glashaus am Freitagabend ein Stück Fernsehhumorgeschichte hautnah miterleben - in einer grandiosen Inszenierung, bei der insbesondere das darstellerische Vermögen von Ramona und Kristopher Köhler, Marc und Sabine Gruß und Peter Steinmeyer überzeugte.

Mit Temperament und einer riesigen Portion guter Laune ließ das Koffertheater die feinhumorigen Sketche Vicco von Bülows in ganz eigenem Charme wieder aufleben. Und so konnte das Publikum sich während der rund zweistündigen Vorstellung auf augenzwinkernde Art und Weise mit den ganz alltäglichen Problemen des menschlichen Zusammenlebens auseinandersetzen. Unverzichtbar waren aber auch das "Jodeldiplom", der "Astronaut" und das "Monsterinterview". Zwei wirkliche Höhepunkte sparte sich das Koffertheater dann aber für das große Finale auf. Als fleischgewordene Zeichentrickcharaktere Doktor Klöbner und Herr Müller-Lüdenscheid stiegen Kristopher Köhler und Peter Steinmeyer zunächst gemeinsam in die Badewanne.

Und für jeden, der die Reanimation der Loriot-Revue an diesem Wochenende verpasst hat, könnte es schon bald die Möglichkeit geben, das Versäumte nachzuholen: "Wir planen, das Ganze vielleicht auch nochmal in der Lichtburg aufzuführen", verrät Ramona Köhler.

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