Kunst

Lust auf Blumen, Tanz und die Toskana

Architektur, Landschaft, Tanz: Sigrun Dechene bei der Auswahl für ihre Ausstellung in Herdecke.

Architektur, Landschaft, Tanz: Sigrun Dechene bei der Auswahl für ihre Ausstellung in Herdecke.

Foto: Klaus Görzel

Herdecke/Hagen.   Architekturprofessorin Sigrun Dechene aus Hagen hat ihr Skizzenbuch fast immer dabei. Jetzt stellt sie im Haus an der Ruhr in Herdecke aus.

Pflücke den Tag. Nutze den Tag. Genieße den Tag. Sprache ist vielfältig. Jeder dieser Übersetzungen von „Carpe Diem“ kann Sigrun Dechene etwas abgewinnen, besonders aber der letzten: „Das ist genau mein Thema“, sagt die frühere Architektur-Professorin, die das Reisen immer wieder nach Italien genießt und dabei den Skizzenblock kaum aus der Hand lässt.

„Carpe diem“ hat sie ihre Ausstellung überschrieben, die ab Freitag im Seniorenhaus an der Ruhr zu sehen ist. Noch stehen in ihrer Hagener Wohnung Rahmen vor Rahmen, und auch der Boden ist bedeckt. Die Auswahl ist groß, auch wenn sich schnell drei Themenfelder entdecken lassen: Sigrun Dechene liebt Blumen, den Tanz und in Italien besonders die Toskana. Während ihre Reisefreundin munter Tagebuch schreibt, malt sie die vielen kleinen Beobachtungen am Wegrand oder aus dem Café-Fenster.

Ein Faible für Bewegung

„Der zeichnet von selbst“, gibt sich Sigrun Dechene bescheiden, als ob ein feiner Graphitstift (6b, ganz weich) keine geübte Hand brauche, die ihn führt und vor allem kein interessiertes Auge, das die Gestaltung im Augenblick wahr nimmt. Die kleinen Skizzenbücher passen zur Not in die Handtasche, abends wird das gemalte Reisetagebuch dann übertragen in ein größeres Heft. Und später werden dann vielleicht daraus die Aquarelle, Collagen und Federzeichnungen, die ihre Reiselust so ansteckend machen.

Oft führen ihre Ausflüge aber auch nur ins nahe Theater Hagen. Besonders die Ballett-Compagnie hat es ihr angetan. „Für Bewegung habe ich immer ein Faible gehabt“, sagt Sigrun Dechene und begibt sich damit weit weg von der Kunst der Architektur. „Tarantella“ heißt ein Bild von ihr, das einen wilden Reigen zeigt, nur von den Linien her, ohne Farben. Andere Tanzszenen zeigen die Tänzerinnen im Wirbel ihre kräftig kolorierten Kostüme. Und dann sind da auch noch ihre gemalten Gartenträume.

Ausstellung im ganzen Haus

Im Foyer wird sie ausstellen und auf den Etagen. Bringt Sigrun Dechene einen Querschnitt mit oder nur jüngeres Schaffen? Von einer künstlerischen Entwicklung will sie nicht reden. Sie illustriere halt gern, sagt sie, und als Architektin habe sie immer schnell zeichnen müssen. Die Betrachter werden das Maltempo kaum spüren, wenn sie sich vom Zauber der Landschaften und der getanzten Leidenschaften gefangen nehmen lassen.

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