Politik

Mehrheit im Umwelt-Ausschuss gegen Laub-Boxen im Stadtgebiet

Solche Laub-Behälter stehen in Witten, damit Anwohner auf kurzem Wege Blätter entsorgen können. Nach kritischen Kommentaren der meisten Fraktionen soll dieses Modell aber nicht in Wetter zum Zug kommen.

Solche Laub-Behälter stehen in Witten, damit Anwohner auf kurzem Wege Blätter entsorgen können. Nach kritischen Kommentaren der meisten Fraktionen soll dieses Modell aber nicht in Wetter zum Zug kommen.

Foto: Thomas Nitsche

Wetter.  Laub-Behältern im Stadtgebiet von Wetter: Ein Antrag der Grünen fällt im Umwelt- und Verkehrsausschuss durch. Auch, weil Gebühren steigen könnten.

Guter Gedanke – aber keine Mehrheit. Die Grünen beantragten im Umwelt- und Verkehrsausschuss, dass an ausgewählten Stellen im Stadtgebiet zur entsprechenden Zeit kostenlos Laub-Sammel-Behälter stehen sollen. Angesichts der erhebliche Mengen während des jährlichen Laubfalls solle der Stadtbetrieb in Straßen mit Bäumen Boxen aufstellen. Von diesem neuen Service könnten Bürger profitieren, da Grundstückseigentümer bzw. nach Vereinbarung auch Mieter laut Straßenreinigungssatzung für saubere Gehwege zuständig sind.

Norbert Klauke verwies in der Antragsbegründung auf die gelebte Praxis in der Nachbarstadt Witten und entsprechende Gitterkörbe. Dafür erhielt das Ratsmitglied der Grünen Zustimmung von Martin Hebebrand. Der sachkundige Bürger der FDP verwies auf die Öffnungszeiten des Stadtbetriebs, die vor allem Berufstätige vor Schwierigkeiten bei der Laub-Abgabe stelle.

Öffnungszeiten eventuell erweitern

Darauf entgegnete Andreas Nabert vom Stadtbetrieb, dass dieser derzeit weitere Öffnungszeiten für das Wertstoffland – dort können Bürger derzeit zweimal wöchentlich Abfälle abgeben – prüfe. Zum Antrag der Grünen sagte der Betriebsleiter: „Das ist eine logistische Herausforderung und auch eine Kostenfrage.“ Es gehe dabei nicht nur um das Aufstellen der Laub-Behälter im Stadtgebiet und womöglich daraus resultierende Parkplatzfragen, sondern auch um das Abholen und Entsorgen. „Aus Witten wissen wir, dass in den Boxen auch anderer Müll oder Grünschnitt landen.“ Nach ersten Schätzen geht Nabert von ca. 30.000 Euro Kosten aus. Durch eine aufwendige Hofverarbeitung könnte es noch mehr werden. „Wir bieten ja schon Mehrleistungen an und helfen beispielsweise älteren Mitbürgern, wenn die Kehrmaschine durch die Straßen fährt. Ich will die Laub-Behälter nicht verteufeln, man sollte aber Aspekte wie Zeit und Geld berücksichtigen.“

Bürgermeister Frank Hasenberg betonte, dass der Stadtbetrieb gut aufgestellt sei und den Service-Gedanken ohnehin schon hoch halte. „Wir sollten auch nicht auf einzelne Maßnahmen gucken, sondern müssen das Gesamtpaket sehen. Und zur Wahrheit gehört: Wenn die Laub-Behälter kommen, wird das auf die Abfallgebühr umgelegt. Und die steigt dann für die Bürger.“

Zusätzliche Arbeit wegen Sortierung

Auch Hasenberg habe aus Witten gehört, dass nach der Abholung oft zusätzliche Arbeit wegen der Sortierung ansteht. „Dort liegt meist nämlich nicht nur das gewünschte Material.“ Axel Peitz (SPD) wunderte sich derweil über den Antrag, da das Thema schon 2018 auftauchte. „Allein schon das Aufstellen der Behälter könnte womöglich andere, die keine Box in Reichweite erhalten, benachteiligen.“ Klauke dagegen nannte die von Nabert genannte Summe einen „überschaubaren Betrag“, während sein Sitznachbar Christian Wolters für die Grünen argumentierte, dass das gesammelte Laub ja auch sinnvoll der Biosgas-Anlage zugeführt werden kann. Bei nur zwei Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen fand der Grünen-Antrag keine Mehrheit.

Schließlich fasste Peter Pierskalla (CDU) die Diskussion zusammen: „Es ist populär, etwas Kostenloses einzufordern, dabei ist das gar nicht kostenlos.“ Für die SPD begründete Peter Zinn die gleichfalls ablehnende Haltung: „Bürger können nicht nur die positiven Eigenschaften von Bäumen beanspruchen, sie müssen auch Pflichten wahrnehmen.“

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