Glauben

Minikirche in Herdecke führt spielerisch zu Gott

Das Team der Minikirche in Herdecke, mit Pastor Franz Drüke (hinten rechts).

Das Team der Minikirche in Herdecke, mit Pastor Franz Drüke (hinten rechts).

Foto: Laura Dicke / WP

Herdecke.  Die St.-Urban-Gemeinde in Herdecke Westende erleichtert mit der Minikirche Kleinkindern den Zugang zum christlichen Glauben

Predigt, Gebete, Fürbitten, verschiedenste Lieder und das Abendmahl gehören zum klassischen Aufbau eines Gottesdienstes. Für Familien mit Kleinkindern wird ein normaler Besuch eines Gottesdienstes jedoch meist nervenaufreibend – die Kleinen fangen an zu weinen oder herumzulaufen. Um auch Kleinkindern einen Zugang zum christlichen Glauben zu ermöglichen, veranstaltet die katholische St.-Urban-Gemeinde in Herdecke-Westende darum viermal im Jahr die „Minikirche“, einen kindgerechten Gottesdienst.

Die Minikirche wird von der Gruppe aus den sechs Müttern, Maria Goldbach, Teresa Hörter, Frederike Schulte-Trux, Verena Stahl, Britta Müller und Kristina Wendt organisiert und von Pastor Franz Drüke begleitet. Im Mittelpunkt jedes Kindergottesdiensts steht allerdings eine Handpuppe mit dem Namen Elisabeth. „Der Wurm Elisabeth führt in jeden Gottesdienst ein, begrüßt die Kinder und stellt ihnen Fragen“, erklärte Britta Müller vom Orga-Team. Anders als der klassische morgendliche Sonntagsgottesdienst beginnt die Minikirche jeweils erst nachmittags um 15 Uhr. Die Themen und der Ablauf sind für Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren ausgelegt.

Nicht länger als eine halbe Stunde

Jede Minikirche widmet sich einem bestimmten Thema, beispielsweise gibt es zu den Feiertagen an Ostern und Weihnachten einen passenden Kindergottesdienst. Zu diesem Thema werden dann im Laufe des Gottesdienstes Geschichten erzählt oder geschauspielert, Bilder gezeigt, Lieder gesungen oder es wird gebastelt und gemalt. Die Zeit ist dabei auf 30 Minuten begrenzt – laut der Mütter ist dies die optimale Länge, ohne, dass der Gottesdienst zu langatmig wird. Bestimmte Rituale wie bei der klassischen Messe gibt es für die Mini-Variante auch, wie die Organisatoren erzählten: „Wir haben ein bestimmtes Anfangslied, das alle Kinder kennen.“ Nach der Minikirche gibt es auch immer ein Kaffeetrinken mit den Eltern, die über die gesamte Zeit dabei bleiben dürfen.

Erstmalig gab es dieses Angebot speziell für Kleinkinder 2017. „Die Idee dazu hatte mein Vorgänger Pastor Ulrich Gröne“, erinnerte sich Pastor Franz Drüke. Die Mütter aus dem Organisationsteam, die alle selbst Kinder in dem Alter haben, kannten die Probleme beim Besuch einer normalen Andacht und waren sofort überzeugt von der Idee. „Für kleine Kinder ist es sehr anstrengend, auch im Familiengottesdienst. Wir wollen mit der Minikirche ein positives Erlebnis schaffen und dafür sorgen, dass sie die Kirche gut und eben nicht langweilig in Erinnerung haben“, so Maria Goldbach. Außerdem soll der Zugang zum christlichen Glauben erleichtert werden. Wichtige Themen und Geschichten aus der Bibel werden dafür kindgerecht übermittelt.

Die Kinder werden aktiv einbezogen, müssen Fragen beantworten und können sich im Raum frei bewegen. Circa 20 bis 25 Kindern kommen seit der Gründung regelmäßig in die Minikirche. „Wir haben schon viele positive Rückmeldungen von Eltern erhalten. Die Kinder singen und erzählen die Lieder und Geschichten auch Hause“, freute sich das Orga-Team. Ergänzt wird das Angebot der Minikirche in der St. Urban Gemeinde durch einen Kinder- und Jugendgottesdienst. Somit ist ein nahtloser Übergang von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen geschaffen.

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