Städtebau

Mit Spielplatz im Westfalia-Wohnquartier Herdecke ins Finale

So sieht der Spielplatz „Ruhrpiraten“ von oben aus: Nicht nur Nachbarn erkennen die zweiteilige Ansiedlung der Stationen an der Mühlenstraße.

So sieht der Spielplatz „Ruhrpiraten“ von oben aus: Nicht nur Nachbarn erkennen die zweiteilige Ansiedlung der Stationen an der Mühlenstraße.

Foto: Steffen Gerber

Herdecke.   Bei der Freigabe des Westfalia-Spielplatzes sagten Vertreter der Stadt Herdecke, dass das große Wohnprojekt am Viadukt auf die Zielgerade biegt.

Vordergründig ging es gestern „nur“ um die lang ersehnte Freigabe des neuen Spielplatzes im Westfalia-Wohnquartier am Viadukt. Doch beim Termin mit Verantwortlichen der Stadt Herdecke zeigte sich, dass am Flussufer auf dem gesamten Gelände vieles fertig ist und sich das wichtige Großprojekt mit ca. 200 Wohneinheiten auf der Zielgeraden befindet.

Rund 80 Prozent der Bauten stehen bereits nach Einschätzung der Bürgermeisterin auf der früheren Industriefläche. „Und die Leute, die hier hingezogen sind, fühlen sich wohl“, sagt Katja Strauss-Köster. Viele dieser eines Tages knapp 550 Westfalia-Anwohner hätten sich in diesem und vergangenen Jahr beim Neubürgerempfang blicken lassen. Und zahlreiche Familien fragten 2018 immer wieder bei der Stadt nach: Wann können die Kinder endlich den Spielplatz zwischen Mühlenstraße und Meinrad-Miltenberger-Weg nutzen?

Spielplatz im Vertrag festgelegt

Antwort: offiziell ab sofort. Dabei hätte der Nachwuchs schon ab Sommer an den drei Stationen auf der 600 Quadratmeter großen Fläche toben können. Doch laut Bauamtsleiter Daniel Matißik standen noch Verhandlungen zwischen der Stadt und dem Grundstückseigentümer GEA (zugleich Spielplatz-Investor) aus. „Die GEA wollte uns die öffentlichen Straßen und die Verkehrssicherungspflicht etwa für den Spielplatz in einem Zug und nicht einzeln übertragen, daher hat es länger gedauert, da auch noch Mängel beseitigt werden mussten.“

Laut Matißik setzt sich der laufende Übergang bezüglich der Umschreibungen noch etwas fort. „Die Widmung der drei neuen Straßen dort steht zum Beispiel noch aus, dabei sind diese und auch der Fußweg durch das Gelände bis zum Ufer so gut wie fertig. Meines Wissens sind auch die noch zwei unbebauten Grundstücke am Kreisel und nahe des Viadukts vergeben.“

Rückblick: Im Herbst 2010 begann der Abbruch alter Westfalia-Hallen, im November 2014 erfolgte der Spatenstich zum Projekt „Wohnen am Fluss“, im Frühjahr 2016 gab es die ersten Einzüge. Während Matißik beim Blick auf die mitunter kritisierte Architektur trotz Optimierungsansätzen von einem „guten Kompromiss“ und „städtebaulich zeitgemäß“ spricht, verweist Strauss-Köster auf Grundsteuer-Einnahmen für die klamme Stadtkasse im hohen sechsstelligen Euro-Bereich – Tendenz steigend. „Und die neuen Einwohner tun uns auch gut“, so die Bürgermeisterin. Derweil loben GEA-Verantwortliche die Umwandlung der Fläche als „sehr gutes Beispiel für gelungene Stadtplanung“. Helmut Weih, Leiter Corporate Real Estate Management: „Wir haben die Stadt Herdecke auf diesem Areal mit viel Engagement bei der Schaffung attraktiven Wohnraums unterstützt.“

Schaukel ergänzt

Derweil blickt Michael Rösner, bei der Stadt für Umwelt und Freianlagen zuständig, zufrieden auf den neuen Spielplatz, der Kindern von Anwohnern und allen Herdeckern zur Verfügung steht. Die Verwaltung ließ als Ergänzung zum städtebaulichen Vertrag auch noch eine Schaukel aufbauen (aus Eigenmitteln), u.a. für Kleinkinder. „Der innenstadtnahe Spielplatz kann sich dank hochwertiger Geräte sehen lassen und ist ein großer Gewinn.“

Der öffentliche Westfalia-Spielplatz in Herdecke (die Stadt an den Ruhrseen) gliedert sich in zwei Hälften. Auf dem hölzernen Spielschiff namens „Pinta“ über blauem Gummiboden können Kinder rutschen, klettern und sich verstecken. Balancieren können sie auch direkt daneben auf einer so genannten Slackline.

Gegenüber im Sand – zugleich ein Fallschutz – stehen ein weiteres Holzgerüst mit kleinen Lastenaufzügen, eine Schaukel für zwei Nutzer und eine kleine Sitzecke. Erwachsene können den Sprösslingen auf fünf Bänken an drei Standorten zugucken, wenn diese etwa über die Laufbahn in der Mitte des Spielplatzes rennen.

Der indirekt beleuchtete Platz liegt mitten im Westfalia-Areal am Fußweg, am abgezäunten Rand stehen Bäume (Ahorn) und Sträucher. Für Autofahrer gilt davor in der Mühlenstraße Tempo 30.

Die Spielplatzkommission taufte die Anlange „Ruhrpiraten“. Trotz der langen Absperrung zeigte sich seit Sommer, wie gefragt das Angebot ist: Passanten sahen oft, wie Eltern ihren Sprösslingen dort beim Ausprobieren zuschauten. „Die Kinder haben dem Namen alle Ehre gemacht“, so Rösner. „Sie haben den Spielplatz vorzeitig geentert.“

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