Schule

Mutig gegen Mobbing an der Schule

Tom Luca (Mitte) und Jannik Möckel geben ihrem Beitrag zur Menschenkette Farbe. Schulsozialarbeiterin Elena Paulini schaut zu.

Tom Luca (Mitte) und Jannik Möckel geben ihrem Beitrag zur Menschenkette Farbe. Schulsozialarbeiterin Elena Paulini schaut zu.

Foto: Klaus Görzel

Wetter.   Jungen und Mädchen an der Sekundarschule widmen dem Thema Zivilcourage ganzen Tag. Auch künftig zeigen sie Flagge gegen Gewalt und Rassismus

Erdnussbutter auf dem Bio-Brötchen hat Lehrerin Stefanie von Rüden gerade mit ihrer Klasse gefrühstückt, und Schulsozialarbeiterin Elena Paulini durfte zu türkischem, arabischen und albanischem Gebäck greifen. Beim gemeinsamen Frühstück konnte in allen Klassen der Sekundarschule am See Wertschätzung gezeigt werden für die Gewohnheiten und kulinarischen Künste der Anderen. Und auf Wertschätzung kann aufbauen, wer dem Mobbing im Klassenzimmer oder auf dem Schulhof den Kampf ansagen möchte.

Meckern macht einsam

Die Schülervertretung sammelt Unterschriften, damit die Sekundarschule eine „Schule ohne Rassismus“ werden kann. Klaus Görzel left Beim 1. Projekttag „Zivilcourage“ folgte auf das internationale Frühstück die Beschäftigung mit dem Thema Mut. Denn Mut klingt doch etwas einfacher als das Wort „Zivilcourage“. Und Situationen, in denen Mut gefordert sein könnte, die fallen den Jungen und Mädchen beim Gespräch über Kuchenstücke und Saftbecher hinweg schnell ein. „Wenn man jemand beleidigt, ist man nicht cool“, das ist Gor (12) noch einmal klar geworden im Gespräch mit den Klassenkameraden, und auch Robin kann eine klare Lehre ziehen: „Wer bloß rummeckert, der findet doch gar keine Freunde mehr.“ Wie waren noch einmal die Regeln, die sich die Klasse gegeben hat, will Lehrerin Nina Schäfer wissen: „Respekt vor anderen“, kommt als Antwort, und: „Wir sind ein Team!“

Kunstaktion mit Fingerprints. Alle 18 Klassen haben ihren Beitrag geleistet. Klaus Görzel right Die Kunst hilft dabei, dass etwas für alle Sichtbares bleibt von diesem Projekttag. In einem Flur hängen 18 leere Bilderrahmen. Gegen Mittag füllen sie sich mit den Kunstwerken aus den 18 Klassen der Sekundarschule. Alle haben sie etwas mit Fingerabdrücken zu tun.

Mal füllen die Fingerprints in unterschiedlichen Farben den Umriss eines Kopfs, mal bilden sie eine Kette, die die Kontinente verbindet, mal lassen sie ein Feuerwerk der Farben steigen. Manche Klassen haben gleich mehrere Kunstprojekte in Angriff genommen. Während die Kopfprofile schon in Pultnähe liegen, sitzen die Neuntklässler noch über Wasserfarben und einem Blatt mit einem vorgezeichneten Männeken – am Fenster wird aus den ersten ausgeschnittenen Figuren bereits eine fröhliche Menschenkette.

Wetter zeigt sich weltoffen

„Wetter weltoffen“ heißt die Initiative, die für ein Miteinander und gegen rechte Tendenzen in der Stadt eintritt. Einige Lehrer der Sekundarschule waren da und haben nach Wegen gesucht, diese Ideen in den Unterricht zu tragen. Herausgekommen ist der 1. Projekttag Zivilcourage. Weitere müssen folgen, wenn die Schule die Klassifizierung als „Schule ohne Rassismus“ schaffen und diesen Titel auch behalten will.

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