Verkehr

Nach 40 Minuten wieder umgedreht

Marcel von-den-Bergen und Bernd Mutz (von links) beteiligen sich an der Unterschriftenaktion.

Foto: Yvonne Held

Marcel von-den-Bergen und Bernd Mutz (von links) beteiligen sich an der Unterschriftenaktion. Foto: Yvonne Held

Volmarstein.   Die Verkehrssituation in Volmarstein spitzt sich zu. Anwohner wollen Donnerstag Abend in der Ratssitzung Politik und Verwaltung sensibilisieren.

Über die Von-der-Recke-Straße mal eben hinüber zum Sportplatz zu gehen, gestaltet sich momentan ziemlich schwierig. „Meine beiden Jungs stehen da schon ein paar Minuten länger“, beschreibt Marcel von-den-Bergen das Problem. Je nach Uhrzeit ist die Dorfstraße aktuell ziemlich dicht befahren.

An die 30 km/h hält sich eigentlich kaum jemand. Im Gegenteil – während der Linienbus noch versucht, sich möglichst galant mit Hilfe der Parklücken über die Straße zu schlängeln, wird hinter ihm schon gehupt. Es geht den Autofahrern nicht schnell genug. Dabei ist der Gegenverkehr so dicht, dass eh niemand schneller voran kommen könnte. „Ich kann die Leute ja verstehen. Sie sind genervt, weil sie wahrscheinlich schon auf der Autobahn im Stau gestanden haben und jetzt hier auch noch viel Zeit verlieren“, sagt von-den-Bergen. „Allerdings sollten die Autofahrer auch bedenken, dass das hier eigentlich ein Wohngebiet ist und überhaupt nicht für so viele Autos ausgelegt“, so von-den-Bergen weiter.

Sein Nachbar gibt ihm Recht. „Ich wohne hier schon seit 20 Jahren, und der Verkehr wird immer schlimmer. Gerade jetzt durch die Baustelle. Manchmal stehen die von unten bis hier oben zur Einmündung“, sagt Bernd Mutz und schüttelt den Kopf. „Dazu noch die nicht angepasste Geschwindigkeit. Das ist echt gefährlich, hier leben Kinder“, ärgert sich Mutz. Seitdem die Autobahnauf- und -abfahrt gesperrt und zusätzlich im Ort noch die Baustellen sind, sei es fast unerträglich.

Erhebliche Einschränkungen

Sicherlich sei es nicht an allen Tagen und zu allen Uhrzeiten gleich schlimm, aber zum Teil seien die Einschränkungen schon erheblich. „Meine Jungs spielen Handball, und meine Frau wollte sie zum Training zur Halle des Geschwister-Scholl-Gymnasiums bringen“, berichtet von-den-Bergen. Eigentlich eine Strecke von nicht ganz zehn Minuten. „Nach 40 Minuten hat meine Frau dann umgedreht und ist zurück gekommen, weil sie einfach nicht durch kam“, erzählt er. Gemeinsam mit Andreas Fieberg, der ähnliche Probleme an der Bachstraße in Volmarstein hat, beteiligen sie sich nun an einer Unterschriftenaktion. „Wir möchten die Stadt darin auffordern, die aktuellen Umleitungen sowie das Durchfahren des Dorfes Volmarstein von auswärtigen Verkehrsteilnehmern durch eine entsprechende Beschilderung zu unterbinden und die dafür vorgesehene Bundesstraße für die Verkehrsteilnehmer auszuweisen“, beschreibt Fieberg das Anliegen. Allerdings müsste das dann auch kontrolliert werden, denn nur Schilder würden nicht weiterhelfen. Außerdem wären mehr Geschwindigkeitskontrollen gerade in diesem Bereich wünschenswert, sind sich die drei Männer einig.

Thema in Ratssitzung

Das möchte Andreas Fieberg auch am Donnerstag Abend in der Ratssitzung Politikern und Verwaltung näher bringen. „Die Stadt muss endlich ein gescheites Verkehrskonzept entwickeln und zwar bevor noch weiter ausgebaut wird“, so Fieberg. Durch das Neubaugebiet Schmandbruch und die Herrichtung des Gewerbegebiets Stork für das die Ausschreibungsphase nun läuft, befürchtet Fieberg noch mehr Verkehrsaufkommen. „Bevor die Stadt weiter baut, sollte sie dafür sorgen, dass sich die Menschen, die schon hier leben, noch wohlfühlen können“, meint er.

„Die Baustellen müssten koordinierter sein, aber das kann die Stadt nicht zwangsweise beeinflussen“, wünscht sich Fieberg. Er hofft jedoch, wenn er im Rat vorspricht, dass er die Politiker davon überzeugen kann, gemeinsam nach Lösungen zu suchen, die für alle Beteiligten tragbar sind.

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