Nachtexpress soll auch durch Wengern fahren

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Wetter.  Einstimmig hat der Umwelt- und Verkehrsausschuss kürzlich der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes durch den Ennepe-Ruhr-Kreis bezogen auf das Stadtgebiet Wetter zugestimmt. Zu berücksichtigen sind dabei diverse Maßnahmen bzw. Ideen, die zuvor von der Politik eingebracht wurden. Neben dem Fahrplan soll auch die Infrastruktur von Bahnhöfen und Haltestellen auf einen aktuellen, den Bedürfnissen der Bürger angepassten Stand gebracht werden.

Pläne für den Zugverkehr

Jürgen Tannenfels, beim Kreis zuständig für ÖPNV-Koordination und Verkehrsplanung, erläuterte zunächst noch einmal das Verfahren, bevor Rolf Alexander, Projektleiter bei der Planersocietät Dortmund, den Entwurf für die Harkortstadt im Detail vorstellte. In Bezug auf den Zugverkehr sind folgende Maßnahmen geplant: ein Stopp des RE 4 ab 2020 am Bahnhof Wetter, wofür der Bahnsteig verlängert werden muss. In Verbindung mit einer Absenkung des Bahnsteigs auf 76 Zentimeter ist dies für 2019 vorgesehen. Die Absenkung ermöglicht für alle in Wetter haltenden Züge einen barrierefreien Einstieg. Geplant ist auch, dass die Züge RB 16 und RB 40 (ebenfalls ab 2020) bis 24 Uhr fahren. Zudem soll im Zuge der Konzeption des Rhein-Ruhr-Expresses die RB 40 künftig in das S-Bahn-Netz integriert werden, sprich RB 40 und S9 werden zusammengebunden und von Essen über Wuppertal nach Hagen verlängert. Für den EN-Kreis ergibt sich demnach eine neue Linie 5 ab Wuppertal über Schwelm, Hagen, Wetter und Witten bis Dortmund/Essen, die halbstündlich verkehrt. Geprüft werden soll auch noch ein sogenanntes Flügelungskonzept von S5 und RB 40, um die halbstündige Direktverbindung von Hagen nach Dortmund wiederherzustellen.

Frank Schauerte, Fachdienstleiter Umwelt und Verkehr bei der Stadt Wetter, bewertete diese Maßnahmen als eine „deutliche Verbesserung für Wetter“, die zudem „eine gute Anbindung an die Wupperschiene“ mit sich brächte. Etliche Veränderungen sind auch für die in Wetter verkehrenden Buslinien geplant (wir berichteten) – so unter anderem für den Schnellbus SB 38, dessen Betrieb nächstes Jahr zwischen Wetter und Gevelsberg ausgeweitet werden soll. Die konkrete Umsetzung wird aber vorab noch einmal im Fachausschuss vorgestellt. Bei der Umsetzung des Linienkonzeptes der Busse 593 und 595 in Alt-Wetter sollen die bislang im Entwurf fehlenden Verbindungen und Wegebeziehungen im Schülerverkehr sichergestellt werden.

Bürgerbus in Esborn erweitern

Geprüft werden soll laut Beschluss zudem, ob der Bürgerbusverein Wengern das Angebot in Wetter-Esborn erweitern kann und ob Wengern in das vorgesehene Nachtexpressangebot eingebunden werden kann.

SPD und Grüne sprachen sich im Ausschuss noch einmal für eine Anbindung des Ortsteils an den Nachtexpress für Wetter aus: Im aktuellen Entwurf ist bereits eine stündliche Verbindung in den Wochenend-Nächten sowie vor Feiertagen zwischen dem Bahnhof Wetter und dem Gevelsberger Bahnhof vorgesehen. Der Nachtexpress würde durch Grundschöttel fahren und am Kreisverkehr Schwelmer Straße Richtung Gevelsberg abbiegen. Das aber reicht SPD und Grünen nicht. „Die Anbindung von Wengern fehlt“, monierte Norbert Klauke; zumal Wengern ein großes Siedlungsgebiet sei. „Wir wollen, dass alle Stadtteile Wetters durch einen Nachtexpress versorgt werden“, so die klare Forderung von Sozialdemokraten und Grünen. Ihr Vorschlag: Den Nachtexpress, der von der Ruhr-Uni kommend bis Witten fährt, durch Wengern bis zum Bahnhof Wetter zu verlängern. Ihre Forderung formulierten sie in einem Prüfauftrag, mit dem der EN-Kreis aufgefordert wird, die Möglichkeiten für ein breiteres Nachtexpress-Angebot in Wetter zu sondieren.

So geht es weiter im Verfahren: Bis Anfang Oktober sollen alle kreisangehörigen Städte ihre Stellungnahmen zum Entwurf des Nahverkehrsplans abgegeben haben. Die Fortschreibung soll Ende 2026/Anfang 2017 nach Abschluss des offiziellen Beteiligungsverfahrens der Städte auf Kreisebene beschlossen werden.

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