Freizeit

Naturbad am See im Wetter bleibt geschlossen

Die Hygienevorgaben hätten auch die Sperrung der Rutschen bedeutet, erläutert Bernd Hagedorn vom Trägerverein.

Die Hygienevorgaben hätten auch die Sperrung der Rutschen bedeutet, erläutert Bernd Hagedorn vom Trägerverein.

Foto: Steffen Gerber / WP

Wetter.  Viele Schwimmer hatten es schon vermutet, nun ist es offiziell: Das Naturbad am See in Wetter wird dieses Jahr geschlossen bleiben.

Das Naturbad am See wird seine Pforten in diesem Sommer nicht mehr für Schwimmgäste öffnen können. Das ist das Ergebnis eines intensiven Austauschs zwischen dem Trägerverein Naturbad am See und der Stadt Wetter (Ruhr). Ursache sind die Folgen der Coronapandemie.

Zwar könnte das Freibad theoretisch wieder öffnen, praktisch sind die geforderten Hygienegebote und Abstandsregel praktisch kaum umsetzbar. Bernd Hagedorn, Vorsitzender des Trägervereins, bedauert das sehr: „Wir hätten unser Naturbad sehr gern geöffnet und den vielen kleinen und großen Schwimmfreunden in diesem Sommer eine beliebte Freizeitalternative angeboten, aber das ist mit unseren wenigen ehrenamtlich tätigen Kräften leider nicht zu stemmen.“

So müsste laut Hygienekonzept vorab eine Onlineanmeldung erfolgen und der Kasseneingang zur Registrierung der Badegäste während der gesamten Öffnungszeit besetzt sein. Zu weiteren Einschränkungen würden das Schließen der Sammelumkleiden und Duschräume gehören sowie die Sperrung des Sprungturmes und der Rutschen. Auch der Kiosk bliebe geschlossen. Dazu kämen tagsüber zusätzliche Aufsichtspersonen an der Kasse, an der Herren- und Damentoilette und ein Mitarbeiter, der auf die Einhaltung der Abstandsregeln achtet. „Das wäre eine Verdoppelung unserer Mitarbeiterzahl, das können wir mit den uns zur Verfügung stehenden Kräften leider nicht leisten“, so Hagedorn.

Das Ehrenamt stößt damit ganz klar an seine Grenzen. Personal der Stadt einzusetzen, um zumindest einen Teil aufzufangen, ist ebenfalls nicht möglich. Das städtische Hallenbad bleibt den Sommer über geöffnet, so dass das Personal vor Ort benötigt wird. Statt der möglichen Zahl von 1.900 Badegästen wären laut Hygienevorgaben in diesem Sommer nur noch bis zu 460 Schwimmerinnen und Schwimmer im Naturbad am See erlaubt. Dazu kommt, dass das Naturbad einen langen Vorlauf bräuchte, um überhaupt öffnen zu können.

Alleine für das Einlassen des Wassers werden vier Wochen benötigt. Das würde die Öffnungszeit im Sommer noch zusätzlich stark verkürzen. In mehreren Gesprächen mit der Stadt wurde vor diesem Hintergrund intensiv nach Möglichkeiten gesucht, das Freibad dennoch öffnen zu können. Leider konnte auch hier keine gangbare Alternative gefunden werden. Bürgermeister Frank Hasenberg: „Aus den Erfahrungen, die wir von der Umsetzung des Hygienekonzeptes bei der Öffnung unseres städtischen Sport- und Freizeitbades in Oberwengern gemacht haben, wissen wir, vor welchen enormen Schwierigkeiten der Trägerverein bei einer Öffnung stünde.“ Leider sind die Hygienevorgaben so komplex, dass eine Öffnung des Naturbades in diesem Sommer leider nicht umzusetzen ist.

Die engagierten Mitglieder des Trägervereins und die Stadt bedauern das sehr. Bleibt zu hoffen, dass im kommenden Jahr alle Zeichen wieder auf Grün stehen und das Naturbad wieder wie gewohnt seine Pforten öffnen kann.

>>>E-Ladesäule noch in diesem Jahr

Die Grünen setzten jüngst im Umwelt- und Verkehrsausschuss das Thema Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge auf die Tagesordnung. Anlass war ein Förderaufruf und somit die Frage an die Stadtverwaltung, ob sich Wetter bis zum 17. Juni um entsprechende Gelder beim Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur bemüht.

Daraufhin gab Birgit Gräfen-Loer einen Überblick zum Stand der Dinge in Sachen E-Ladesäulen. Die städtische Fachbereichsleiterin Bauwesen erläuterte, dass es Gespräche mit der AVU bezüglich einer neuen Station am Freibad gebe. Der Energieversorger wolle sich demnach um einen entsprechenden Antrag kümmern. „Wir hoffen, dass wir das dort 2020 umsetzen können“, so Gräfen-Loer. Sie blickte dann auch zum Stadtsaal. Bei der dortigen Umgestaltung sei das Einrichten einer solchen Vorrichtung ebenfalls geplant.

„Es ist aber fraglich, ob das erwähnte Bundesförderprogramm für uns infrage kommt“, sagte die Fachbereichsleiterin. Auch Niklas Kuhr als neuer Klimaschutzmanager der Stadt äußerte Zweifel. Zwar könne jede Kommune Anträge im Sinne eines flächendeckenden Netzausbaus stellen, doch gebe es bereits im Vorfeld regionale und proportionale Zuteilungen. Und die besagen sinngemäß, dass wohl eher Großstädte zum Zuge kommen dürften.

Birgit Gräfen-Loer verwies auf weitere Bedingungen. Die Stadt Wetter müsse angesichts 25-prozentiger Förderung nicht nur einen Großteil der Kosten stemmen, sondern auch für die Unterhaltung aufkommen. „All das ist nicht in unserem Haushalt abgebildet.“ Diesen Aspekt betonte auch Bürgermeister Frank Hasenberg, der das Förderprogramm als „nicht gerade üppig“ bezeichnete. Er nannte den Stadtsaal als gesetzten Standort für eine E-Ladesäule und schlug abschließend vor, sich vor neuen Anträgen hier erst einmal weitere Örtlichkeiten zwecks Ausweitung der Infrastruktur anzuschauen.

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