Jubiläum

Neuapostolische Kirche Wengern feiert 50 Jahre Gemeindeleben

Am Sonntag hat die Neuapostolische Kirche in Wengern ihr 50-jähriges Bestehen mit einem großen Festgottesdienst gefeiert.

Am Sonntag hat die Neuapostolische Kirche in Wengern ihr 50-jähriges Bestehen mit einem großen Festgottesdienst gefeiert.

Foto: Steffen Gerber

Wengern.  50 Jahre und Festgottesdienst der Neuapostolischen Gemeinde in Wengern: Markus Woeste vom Bezirk erklärt, was diese Glaubensrichtung ausmacht.

Die Neuapostolische Kirche Wengern feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Am Sonntag hat die Gemeinde anlässlich des Jubiläums zum Festgottesdienst eingeladen, den Wolfgang Schug als Mitglied des Landesvorstandes der Neuapostolischen Kirche Westdeutschland leitete. Doch woran glaubt diese Religionsgemeinschaft eigentlich und worin unterscheidet sie sich von anderen Religions-Gruppen?

„Früher sind wir schon als Sekte betrachtet worden“, sagt Markus Woeste, seit 2016 stellvertretender Leiter des Kirchenbezirks Ennepe-Ruhr. Daran war die Kirche durch ihre „exklusive Haltung“ in den 1950er/60er-Jahren nicht ganz unschuldig gewesen: „Sie hat sich stark abgeschottet und war damit ein Kreis, wo niemand hineinschauen konnte. Das führt dann zu so einer Einschätzung“, so Woeste.

Von Aposteln geführt

Doch mittlerweile sei das Vorurteil „vom Tisch“. Die Kirche ist in der Vergangenheit transparenter geworden, hat ihren Katechismus (ihre Glaubenslehre) zu Papier gebracht, so dass die Menschen verstehen konnten, „wie wir ticken und woran wir glauben“.

Und woran glauben Mitglieder der Neuapostolischen Kirche? „An die Wiederkunft Jesu Christi und daran, dass wir mit ihm ziehen dürfen“, erklärt Markus Woeste. Wesentlich sei zudem, dass die Kirche von Aposteln geführt werde. „Jesus hatte auch Apostel“, schlägt der 44-Jährige den Bogen zur biblischen Schrift.

Weltweites Oberhaupt ist der Stammapostel Jean Luc Schneider. Er leitet die Kirche von ihrem Hauptsitz in Zürich aus. Unter ihm stehen die Bezirksapostel, Apostel, Bischöfe, Bezirksältesten, Bezirksevangelisten, Hirten und Evangelisten sowie Priester und Diakone.

Markus Woeste wird vermutlich der letzte Bezirksevangelist im Ennepe-Ruhr-Kreis sein, da die Ämterstruktur bald aufgelöst werden soll: „Dann gibt es nur noch die kirchlichen Ämter wie Priester, Diakone und Apostel mit zusätzlichen Funktionstiteln.“

Bis auf wenige Ausnahmen sind alle Mitglieder ehrenamtlich tätig. Die Priester in der Neuapostolischen Kirche sind hauptsächlich Laienprediger wie Woeste selbst, also keine studierten Theologen. Das Zölibat gibt es nicht.

Zusammenhalt christlicher Kirchen

Große Bedeutung hat die persönliche Seelsorge, auf die Mitglieder einen Anspruch haben, d.h. ein Diakon oder Priester aus der Gemeinde besucht sie ein im Jahr, bei Bedarf auch öfter. Wer der Kirche beitreten will, muss getauft und „versiegelt“ sein. Die Heilige Versiegelung ist wie das Abendmahl und die Wassertaufe eines der drei Sakramente. Dabei empfängt der Empfänger unter Gebet und Handauflegung eines Apostels die Gabe Heiligen Geistes.

Im Oktober dieses Jahres ist die Neuapostolische Kirche West-Deutschland, zu der auch die Gemeinden im EN-Kreis gehören, in die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) NRW aufgenommen worden. Das ist vor allem für solche Mitglieder ein Vorteil, die zum Beispiel als Kindergärtnerinnen, Krankenschwestern oder Ärzte in einer katholischen oder evangelischen Einrichtung arbeiten wollen: „Die müssen einer Glaubensgemeinschaft im ACK angehören“, erklärt Markus Woeste.

Nicht Trennendes hervorheben

Und die Aufnahme ist noch aus einem weiteren Grund wichtig: „Ich weiß nicht, ob Deutschland noch ein so christliches Land ist, wenn man die rückläufigen Mitgliederzahlen der Kirchen sieht. Wir sind da an einem Punkt, an dem wir nicht auf Trennendes schauen, sondern das, was uns als Christen verbindet, in die Waagschale legen sollten.“

Markus Woeste ist nach seiner Geburt in der neuapostolischen Gemeinde in Wengern getauft worden. Seine Frau und Kinder sind ebenfalls Mitglieder. Er habe sich nie nach etwas anderem umgeschaut: „Für mich ist unsere Glaubenslehre rund.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben