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Neubaugebiet Auf dem Elberg findet Akzeptanz

Das Neubaugebiet am Ortsrand von Wengern aus der Vogelperspektive: Die Sparkasse hat bereits all ihre Grundstücke verkauft oder reserviert.

Das Neubaugebiet am Ortsrand von Wengern aus der Vogelperspektive: Die Sparkasse hat bereits all ihre Grundstücke verkauft oder reserviert.

Foto: Hans Blossey

Wengern.   Neu-Wengeraner und Alt-Eingesessene profitieren voneinander. Sparkasse hat bereits alle ihre Grundstücke verkauft beziehungsweise reserviert.

Manche freuen sich über neue Nachbarn, andere nicht. Als in Wengern die Pläne für das Neubaugebiet Auf dem Elberg offen lagen, äußerten einige Anwohner Befürchtungen und gründeten 2015 sogar eine Bürgerinitiative. Das Ziel: Der Lkw-Verkehr solle nicht durch die Höltkenstraße rollen, sondern über einen Wirtschaftsweg durch das Gelände.

Drei Jahre später blickt Werner Cornelsen zufrieden auf die Entwicklungen. Der Anwohner der Höltkenstraße berichtet, dass die Bürgerinitiative noch existiert, die Kommunikation untereinander aber nur noch gelegentlich erfolgt. „Mehr Aktivitäten sind nicht nötig, unser Ziel bezüglich der Verkehrsführung haben wir ja erreicht.“ Gelegentlich gebe es Beeinträchtigungen, wenn Arbeiter im benachbarten Neubaugebiet Keller ausschachten oder Firmen ein Fertighaus anliefern. Nicht zu vergessen der heiße Sommer, als Staubentwicklungen unvermeidlich waren. „Insgesamt haben wir uns das alles aber schlimmer vorgestellt“, sagt Cornelsen und betont nochmals, „dass wir ja nie gegen das Neubaugebiet waren.“

Zufrieden ist auch die Sparkassen-Tochter S-Projekt mit Sitz in Iserlohn, die drei Viertel der 43 Elberg-Grundstücke vermarktet hat (für elf Flächen mit Passivhäusern ist die Stadt Wetter verantwortlich). „Wir haben alles verkauft bzw. Reservierungen vorliegen, einige wohnen schon seit einiger Zeit dort“, sagt Projektleiter Lars Heierhoff. 18 Einzüge kann der Mitarbeiter von S-Projekt vermelden. Auf neun Baustellen dauert es demnach nicht mehr lange bis zur Fertigstellung, so dass die Planer auch immer mehr Lampen in den neuen Straßen Auf dem Elberg und Schultes Höhe zum Leuchten bringen. Die Erschließungsarbeiten endeten im dritten Quartal 2017, seither können Privatleute ihr Eigenheim bauen.

Überwiegend junge Familien

Die Neu-Wengeraner kommen laut Heierhoff aus Wetter, Herdecke, Gevelsberg, Hagen, Bochum, Herne sowie vor allem aus Witten als direkter Nachbarstadt (unmittelbare Ortsgrenze von Bommern). „Überwiegend sind es junge Familien mit Kindern oder auch schwangeren Frauen, die meisten schätzen die verkehrstechnisch gute Erreichbarkeit des Gebiets.“ Dort habe sich zwar auch mal ein größeres Fahrzeug festgefahren oder wurde versehentlich eine Telefonleitung beschädigt, doch insgesamt sei vieles erfreulich abgelaufen.

„Wir haben auch den Dialog mit den Anwohnern gesucht, schließlich mussten die durch den lange dauernden Kanalbau schon einiges ertragen“, berichtet Lars Heierhoff. „Zäh“ sei es diesbezüglich im vergangenen Jahr vorwärts gegangen, erfreulicherweise hätten viele trotz ihrer Kritik verständnisvoll reagiert. „Wir hatten für ihre Probleme ein offenes Ohr und haben in Abstimmung mit dem Stadtbetrieb Wetter auf Hinweise reagiert, sofern es möglich war.“ Auch die AVU, die neue Hausanschlüsse verlegte, hatte demnach mit den beengten Verhältnissen zu kämpfen.

Heierhoff rechnet damit, dass im Frühjahr 2019 wieder verstärkt Bautätigkeiten am Elberg beginnen. Voraussichtlich 2020 will S-Projekt die Akte zuklappen und die Straßen an die Stadt übergeben, sobald die Schlussdecke auf dem Boden liegt und letzte Beschilderungen erfolgt sind.

Bis dahin müssen auch Inga und Christian Bohm mit Baulärm rechnen. Die Eheleute sind aus Iserlohn zum Elberg gezogen, wo sie seit Anfang Oktober wohnen. „Im August 2016 hatten wir ein Grundstück reserviert, sind dann aber auf ein anderes umgeschwenkt“, berichtet die Hauseigentümerin mit vielen Familienbindungen nach Wetter. „Ich finde die ruhige Lage hier sehr reizvoll, zudem hat man hier eine schöne Aussicht. Wichtig war für uns auch die Glasfaser-Versorgung, da ich beruflich auf schnelle Internetleitungen angewiesen bin“, sagt der Ehemann.

Endspurt am Bau

Nach zehn Monaten Bauzeit würden die Beiden trotz etwas Stress im Endspurt „alles wieder so machen“, auch wenn es gelegentlich etwas anstrengend war und viel zu betreuen gab. Sie sind gespannt, wie sich das Neubaugebiet und das Verhältnis untereinander weiter entwickelt, während Werner Cornelsen schon an das Ende der Baustelle denkt. „Wir haben die Zusage, dass dann auch Teile der Fahrbahn der Höltkenstraße ohne finanzielle Beteiligung der Anwohner ausgebessert werden“, sagt der Wengeraner, der seit 1984 dort wohnt.

Gleichwohl sind die kritischen Stimmen aus dem Umfeld nicht verstummt, wie Cornelsen und die Bohms berichten. Bei der Bewertung des Neubaugebiets gebe es viele Befürworter, aber auch weiterhin Bedenken. „Das ist ja nichts Außergewöhnliches, die Meinungen sind halt schon mal verschieden.“ Am Elberg scheint sich also eine „normale“ Nachbarschaft zu entwickeln.

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