Verkehr

Neue Diskussion zu Radweg an B54 in Herdecke

Die Grünen fordern den Rückbau der B54 zwischen Ruhrbrücke und Spaeterkurve zu Gunsten einer Radspur.

Die Grünen fordern den Rückbau der B54 zwischen Ruhrbrücke und Spaeterkurve zu Gunsten einer Radspur.

Foto: Klaus Görzel / WP

Herdecke.  So viel Einigkeit ist da: Es gibt einen mehrheitlichen Wunsch in der Verkehrskommission nach Reduzierung der Geschwindigkeit auf Tempo 70.

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Mit der Einrichtung eines Radwegs entlang der Umgehungsstraße B54 beschäftigte sich jetzt noch einmal die Verkehrskommission. Der Fachausschuss hat den Vorschlag der Grünen bereits abgelehnt, auf der Umgehungsstraße einen Radweg zu planen und dafür die dritte Fahrspur zu entfernen. Auf dem Abschnitt der B54 zwischen Ruhrbrücke und Spaeter-Kurve gilt Tempo 100, auch deshalb sei dort eine Alltagsstrecke für Radler ungeeignet.

CDU sieht keine neuen Ideen

Sarah Gerigk (Grüne) wiederholte in der Verkehrskommission noch einmal die Ziele ihrer Partei. Ein Radweg in besagtem Bereich würde für eine gute Anbindung sowohl nach Hagen als auch nach Dortmund sorgen. „Außerdem ist Tempo 100 dort nicht erforderlich“, so die Grünen-Politikerin, ebenso wenig wie drei Fahrspuren. Dr. Georg Torwesten (CDU) erkannte darin keine neuen Ideen und verwies auf eine mögliche Gefahrensituation: „Wenn man den Standstreifen wegnimmt, muss derjenige, der die Straße verlassen will, den Radweg kreuzen.“ Er vermisse ein richtiges Konzept. Auch Christopher Huck (FDP) vermochte keinen neuen Erkenntnisstand auszumachen, „aber wir sollten dennoch sagen, was wir wollen“. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden Verkehrswende solle Herdecke sich positionieren, „auch wenn wir es ohnehin nicht entscheiden können. Das muss Straßen NRW. Aber wir können ein Signal senden.“

Gemengelage beim Tempo

Gegen diesen Vorschlag wandte sich Dr. Rutger Booß, sachkundiger Bürger für die Linken: „Weder in Dortmund noch in Hagen ist die Situation für den Radverkehr befriedigend. Und für die innerstädtische Situation hat es keine Bedeutung, dass man außen rumfahren kann.“ Jan Schaberick (SPD), Vorsitzender der Verkehrskommission, fasste zusammen: „Eine Reduzierung auf Tempo 70 sowie die Zulässigkeit des Radverkehrs wäre ein kurzfristiges Ziel. Langfristig könnten wir einen Prüfauftrag an die Experten der Verwaltung stellen, welche Möglichkeiten wir haben, hier für eine Attraktivierung des Straßenverkehrs zu sorgen.“

Einstimmige Empfehlung

Dazu meldete sich der städtische Rechtsexperte Dr. Lars Heismann zu Wort, um „Wasser in den Wein zu gießen“: „Straßen NRW wird das Tempo nicht von 100 auf 70 absenken. Dafür müssen besondere Gründe vorliegen. Und wenn man die Strecke für Radfahrer freigibt, prallen dort mehrere Geschwindigkeiten aufeinander. Zudem gehört die Fläche Straßen NRW. Da bohrt man ganz dicke Bretter.“ Und Christian Suberg vom Ordnungsamt stellte klar: „In Richtung Innenstadt gilt bereits Tempo 70, und die Fahrbahn ist auch nur einspurig. Nur in Richtung Dortmund gilt Tempo 100 auf zweispuriger Fahrbahn.“ Am Ende gab die Verkehrskommission einstimmig folgende Beschlussempfehlung an den Verkehrsausschuss: Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, welche Möglichkeiten zur Realisierung von Radverkehr auf der Umgehungsstraße bestehen.

Dabei soll berücksichtigt werden, dass der mehrheitliche Wunsch besteht, eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 70 km/h zu erreichen.

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