Stadtentwicklung

Neuer Anlauf für das Gewerbegebiet am Stork

Landwirtschaft oder Gewerbe? „Jetzt muss entschieden werden“, sagt Wetters Bürgermeister zur Fläche zwischen A1 und Schwelmer Straße.

Landwirtschaft oder Gewerbe? „Jetzt muss entschieden werden“, sagt Wetters Bürgermeister zur Fläche zwischen A1 und Schwelmer Straße.

Foto: www.blossey.eu

Wetter.   Ein neuer Bebauungsplan steht zur Diskussion. SIHK, Stadtmarketing und Gewerkschaft bestärken SPD und FDP vor den Beratungen. Schon einmal gab es einen Beschluss.

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Das Gewerbegebiet am Stork – hier sollen Arbeits- und Ausbildungsplätze entstehen, zudem sollen Steuereinnahmen sprudeln. Das waren und bleiben die Beweggründe von SPD und FDP für die Ausweisung der zwölf Hektar Gewerbefläche. Vor einer neuerlichen Beratungsrunde findet die Ratsmehrheit Unterstützung bei SIHK, DGB und Stadtmarketing.

Zwar gab es schon einmal einen Mehrheitsbeschluss für das Gewerbegebiet am Stork. Wegen eines Formfehlers ist der alte Beschluss aber hinfällig. Für die neuerlichen Beratungen und Beschlüsse gibt es auch einen neuen Namen: Diskutiert wird ab Dienstag nächster Woche über den „Gewerbepark Schwelmer Straße“. Flächen am Rand wie der Wald zum Berufsbildungswerk hin wurden aus dem Plangebiet heraus genommen, die Gutachten auf den neuesten Stand gebracht. Geblieben ist aus der Sicht von SPD und Bürgermeister aber der Bedarf. „Wir brauchen das Gewerbegebiet“, so Peter Zinn, SPD-Chef in Wetter. Und auch Bürgermeister Frank Hasenberg bestätigt: „Es gibt nach wie vor reichlich Nachfrage.“

Für Christoph Brünger steht das nicht in Zweifel. Er ist bei der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) zuständig für Standortentwicklung. Im EN-Kreis gebe es kaum noch Flächen zur Ansiedelung von Gewerbe und Industrie. Wetter hat ohne das Areal am Stork so gut wie keine Flächen mehr. Dabei würden sie dringend benötigt von den Unternehmen. Wichtig sei auch eine Vorratspolitik. Brünger: „Viele Firmen haben oft nur ein schmales Zeitfenster bei ihren Entscheidungen.“

Für Anne Sander, Vize-Geschäftsführerin des DGB Ruhr-Mark, ist es eine gute Nachricht, dass am Stork rund 300 Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. „Aber die Politik sollte darauf achten, wer sich ansiedelt“, gibt sie den Parteien mit auf den Weg. Betriebe mit Tarifbindung sollten es sein, Firmen die ausbilden, „gute Arbeit“ also, so Anne Sander. Die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen, die geschaffen werden sollten, könnte durchaus ein Kriterium sein bei der Vergabe der Grundstücke sein, so SPD-Fraktionschef Dirk Fröhning.

Noch einen weiteren Experten hat die SPD zum Pressegespräch im Vorfeld der neuerlichen Beratungen gebeten. Er habe sich über die Einladung sehr gefreut, sagt Markus Drüke, Vorsitzender des Stadtmarketing-Vereins in Wetter und im Vorstand der Sparkasse. Dauernd höre er aus den Betrieben, dass sie wachsen wollen „und Platz brauchen“. Gewünscht sei dazu eine „breite Streuung bei Branche und Größe“, so Drüke.

Planung auch für kleine Betriebe

Immer schon sei es ein Ziel der Stadt gewesen, nicht „eine gezielte Planung für den einen, großen Interessenten zu machen“, so der Bürgermeister. Neben vielen kleinen Bewerbern könne auch ein großer Interessent zum Zuge kommen. Es müsse aber nicht unbedingt ein großer Betrieb dabei sein. Ob es zur Zeit einen solchen herausragenden Bewerber gibt, will der Bürgermeister nicht sagen.

Seit neun Jahren geht es um Gewerbe am Stork. Das Thema sei aus seiner Sicht ausreichend ausdiskutiert, sagt Frank Hasenberg: „Jetzt muss entschieden werden.“ Die SPD hat sich festgelegt wie auch die FDP, deren Vertreter beim Pressegespräch aber nicht dabei sein konnten.

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