Mein Gott

Nutzen Sie die Adventszeit zum Nachdenken!

Pfarrer Dr. Horst Hoffmann aus Ende ist Pfarrer am Mulvany-Berufskolleg in Herne.

Foto: privat

Pfarrer Dr. Horst Hoffmann aus Ende ist Pfarrer am Mulvany-Berufskolleg in Herne.

F  Das Wort „Umkehr“ wird im Alten Testament häufig erwähnt. Nun ist Zeit, darüber nachzudenken, findet der Ender Pfarrer Dr. Horst Hoffmann.

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rohes neues Jahr!


Nein, Sie haben sich nicht verlesen. Anders als das Kalenderjahr beginnt das Kirchenjahr schon am 1. Advent. Die Adventszeit ist Bußzeit. Das ist ein altertümliches Wort und klingt nach Strenge und Strafe. Daran ist die Kirche nicht unschuldig.


Sinnvoller ist es, über das im Alten Testament besonders vom Propheten Jeremia immer wieder betonte Wort ‚Umkehr‘ nachzudenken. Da wird es dann ganz praktisch. Umkehren heißt, sich von einem als falsch erkannten Weg auf einen anderen, richtigen zu bewegen. Umkehr zum Leben. Das gilt für die privaten Wege genauso wie für die Wege in unserer Gesellschaft, im gemeinsamen Haus Europa und auf der ganzen bewohnten Erde - Ökumene. So verstanden ist Buße eine Einladung zum Umdenken und Umkehren.
Im ökumenischen Buß- und Bettagsgottesdienst in Kirchende hat Bürgermeister a.D. Henning Scherf in seiner Kanzelrede den Auftrag der Christenheit genau so beschrieben. Wir haben als Kirchen das Gewissen in unserer Gesellschaft zu sein, das beharrlich falsche Wege und Versäumnisse aufzeigt, gleichzeitig zur Umkehr ruft und verantwortliche Entscheidungen anmahnt.


Wir haben das Gedenken zu sein, das eine Erinnerungskultur auch unserer Schuldgeschichte pflegt und die Opfer unseres wirtschaftlichen Wohlstands nicht vergisst. Das sind die Hungernden und die Kriegsopfer sowie die toten Kinder und Frauen, die die Flucht über
das Mittelmeer nicht überlebt haben.


Und wir sind die Diakonie in unserer Gesellschaft und in der Welt, dienende Hilfe für die Notleidenden in der Ferne und in der Nähe, also auch zupackende Unterstützung für die Armen, Einsamen und Traurigen in unserer Nachbarschaft.


Die Adventszeit bietet die Möglichkeit, sich besinnlich neue Perspektiven zu erschließen und für das neue Jahr Handlungsmöglichkeiten zu erobern. Wir dürfen „ohn‘ all Verdienst und Würdigkeit“ (Martin Luther) eine frohe Botschaft hören, die uns in unserem Alltag erreicht und uns und die Welt um uns herum zu verändern und in ein hoffnungsvolles Licht zu stellen vermag.


Frohes neues Jahr!

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