Mein Gott

Osterbotschaft: Gottes Größe, ist stärker als der Tod

Ostern wird die Auferstehung Jesu gefeiert.

Ostern wird die Auferstehung Jesu gefeiert.

Foto: WP

Die Botschaft des Osterfestes ist weiterhin aktuell, findet Mein-Gott-Kolumnistin Pfarrerin Kerstin Othmer und schreibt warum.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

„Geh am Sonntag zur Kirche! Wenn Jesus vom Tod aufstehen kann, wirst du wohl aus dem Bett aufstehen können!“ Dieser fordernde Spruch ziert die Spalte von manchem Freund auf der Facebook Seite. Der Spruch entlockt mir ein Grinsen.

In der Zeitung steht auf der Titelseite, wie unwichtig die christlichen Feiertage geworden sind. Außer, dass da frei ist, haben die Feste inhaltlich keine große Bedeutung mehr. Nun kann man den Kopf schütteln oder einfach gegen die Unwissenheit oder Ahnungslosigkeit anerzählen. Es ist so eine unglaubliche Geschichte. Sie führt zum Glauben an den gütigen und gnädigen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat und die Menschen liebt.

Der christliche Gott ist ein liebender Gott und ein mitmenschlicher Gott. Es geht im Christentum um Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung und Frieden. Dieser Gott ist Mensch geworden. In Jesus Christus kommt Gott zur Welt, zu seinem Volk. Jesus setzt sich ein für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Menschen folgen ihm begeistert, erlöst, glücklich, geheilt, befreit und selig. Doch Jesus löst auch Unmut und großen Ärger aus. Er stört die öffentliche Ordnung. Das kostet ihn letztendlich das Leben. So kurz lässt sich die Kernbotschaft der Passionszeit zusammenfassen.

Doch nach drei Tagen ist der Spuk vorbei – oder fängt er erst gerade an? Nach seinem Tode begegnet Jesus Christus vielen Menschen. Sie erleben ihn als Auferstandenen. Davon erzählen sie voll Staunen und Freude und zugleich Erstaunen oder auch Zweifel. Bis heute.

„Auferstanden aus Ruinen…“ sangen die Ostdeutschen in ihrer DDR-Hymne. Für die abgebrannte Kathedrale Notre Dame in Paris wird es geschätzte fünf bis sechs Jahre dauern, bis sie wieder heile dasteht. Sie ist das Opfer von Flammen geworden. Das hat Anteilnahme und Betroffenheit ausgelöst wie bei dem Tod eines nahen Angehörigen. Wer schon mal nach Paris gereist ist, schwelgt in Erinnerungen. Wer den Film „Der Glöckner von Notre Dame“ gesehen hat – mit Anthony Quinn in der Hauptrolle oder als Zeichentrickfilm von Walt Disney, der erinnert gut an das weltbekannte Gebäude. Nun liegt es in Schutt und Asche im Herzen von Paris.

Ein Foto in der Tagespresse zeigt die Reste im Innern der Kathedrale. Verkohlte Balken, eingestürztes Mauerwerk, aufsteigender Rauch, zerborstene Fensterscheiben, Brandschäden. Es erinnert an Kriegsbilder. Menschen sind erschüttert. Un- und Andersgläubige sind über die Zerstörung erschrocken und bedauern das verheerende Feuer. Ausgerechnet kurz vor Ostern brennt dieses Kunstwerk ab.

In Notre Dame wurde geglaubt und gezweifelt und viel fotografiert. Ein goldenes Kreuz glänzt trotzig im Dunkel des kaputten Chorraums. Natürlich bindet sich unser Gott nicht an Tempel und Kathedralen. Gott ist überall. Dennoch braucht es kolossale Orte, Monumente des Glaubens, um an Gottes Größe zu erinnern, die stärker ist als der Tod.

Notre Dame wird Generationen auf besondere Weise an Auferstehung erinnern. Selbstverständlich bleibt dieselbe Spendenfreude für humanitäre Zwecke wünschenswert! Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern ein gesegnetes Osterfest.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben